- DB Navigator zeigt teils Ausfälle und Verspätungen nicht korrekt an
- Sofortprogramm 'Bessere Kundenkommunikation' seit Juli 2025 angekündigt
- Grüne fragen nach messbaren Zielen, Pönalen und Wettbewerbsneutralität
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7451 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Bereits in der Vorgängerwahlperiode befasste sich der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages in der Ausschussdrucksache 20(8)7519 mit dem DB Navigator. Damals hatte die Bundesregierung erklärt, keine personellen oder organisatorischen Änderungen zwischen Zugdisposition und Kundenkommunikation zu planen. Am 8. Juli 2025 kündigten Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und DB-Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla ein Sofortprogramm ‚Bessere Kundenkommunikation‘ an, das ausdrücklich schnellere Echtzeitinformationen im DB Navigator vorsieht. Im September 2025 forderte das Bundesverkehrsministerium zudem in seiner ‚Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene‘, den DB Navigator in die Verantwortung der DB InfraGO zu überführen, um Gemeinwohl und Wettbewerbsneutralität zu stärken.
Im Detail
Wir fragen die Bundesregierung: Wie viele Ausfälle, Verspätungen oder Gleichwechsel konnten nicht korrekt auf dem DB Navigator oder dem damit verbundenen Buchungsportal (bahn.de) angegeben werden?
— BT-Drs. 21/7451, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Falsche Abfahrtszeiten, angezeigte Verbindungen die tatsächlich nicht fahren, fehlende Hinweise auf Ausfälle: Die Verlässlichkeit des DB Navigators als zentrales Informations- und Buchungsportal der Deutschen Bahn steht erneut auf dem parlamentarischen Prüfstand. Mit der Kleinen Anfrage BT-Drs. 21/7451 vom 30. Juli 2026 richtet die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen acht konkrete Fragen an die Bundesregierung — und will wissen, was das im Juli 2025 angekündigte Sofortprogramm ‚Bessere Kundenkommunikation‘ tatsächlich bewirkt.
DB Navigator: Ausfälle, Verspätungen, Gleichwechsel — was wird angezeigt?
Im Mittelpunkt der Anfrage steht die Frage, wie oft der DB Navigator versagt. Die Abgeordneten um Dr. Paula Piechotta und Matthias Gastel verlangen von der Bundesregierung eine monatsweise Aufschlüsselung für die Jahre 2024, 2025 und das laufende Jahr 2026: Wie viele Ausfälle, Verspätungen oder Gleichwechsel wurden im DB Navigator oder auf bahn.de nicht oder nicht korrekt angezeigt? Diese Zahlen sind bislang nicht öffentlich bekannt. Allein ihre Existenz und Größenordnung würde erstmals belegen, in welchem Ausmaß Millionen von Bahnreisenden täglich mit veralteten oder falschen Informationen konfrontiert werden.
Was gilt aktuell?
Der DB Navigator wird seit dem 1. April 2023 von DB Fernverkehr verantwortet — zuvor lag die Zuständigkeit bei DB Vertrieb. Ein zentrales Problem, das bereits in der Ausschussdrucksache 20(8)7519 aus der Vorgängerwahlperiode dokumentiert ist: Die personelle Verantwortung für die Zugdisposition und die Dateneingabe in Kundeninformationsportale ist nicht klar getrennt. Die damalige Bundesregierung erklärte, keine Änderungen zu planen. Erst das Sofortprogramm vom 8. Juli 2025, gemeinsam angekündigt von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und DB-Vorstandsvorsitzender Evelyn Palla, markiert einen Kurswechsel in der Rhetorik — ob auch in der Praxis, soll die Anfrage klären.
Messbare Ziele und Pönalen gefordert
Die Grünen-Fraktion fragt gezielt nach messbaren Zielgrößen: Welche konkreten Kennzahlen hat das Sofortprogramm ‚Bessere Kundenkommunikation‘ definiert, und bis wann sollen diese erreicht sein? Besonders politisch brisant: Die Anfrage will wissen, welche Pönalen bei Zielverfehlungen vorgesehen sind und in welche Haushaltstittel etwaige Strafzahlungen fließen würden. Damit zielt die Fraktion auf eine Verbindlichkeit, die bislang bei Ankündigungen der Deutschen Bahn gegenüber dem Bund oft gefehlt hat.
IT-Infrastruktur und Wettbewerbsneutralität
Neben technischen Fragen zur IT-Infrastruktur und zur Vermeidung nicht fahrbarer Verbindungen im DB Navigator thematisiert die Anfrage auch die wettbewerbsrechtliche Dimension der Plattform. Der DB Navigator zeigt primär DB-eigene Angebote — die Fraktion fragt, welche Schritte unternommen werden, um einen fairen Zugang für alle Eisenbahnunternehmen sicherzustellen und Fahrgästen die Buchung von Tickets verschiedener Anbieter in einem einzigen Vorgang zu ermöglichen. Diese Fragen berühren die geplante Übertragung des DB Navigators in die Verantwortung der DB InfraGO, die das Bundesverkehrsministerium in seiner ‚Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene‘ im September 2025 gefordert hat.
Schließlich will die Fraktion den aktuellen Buchwert des DB Navigators und der zugehörigen Internetpräsenz erfahren — sowie den Wert zum Zeitpunkt der Übertragung von DB Vertrieb auf DB Fernverkehr am 1. April 2023. Diese Frage zielt auf die Transparenz bei konzerninternen Vermögensverschiebungen innerhalb des Bundesunternehmens Deutsche Bahn.
Das Thema Digitalisierung im Schienenverkehr beschäftigt den Bundestag in dieser Wahlperiode gleich in mehreren Anfragen. Die Frage nach Echtzeit-Daten und verlässlicher Kundeninformation ist dabei eng verknüpft mit dem Zustand der Bahninfrastruktur insgesamt. Auch Fragen zu IT-Infrastruktur und staatlicher Verantwortung gewinnen im digitalen Zeitalter zunehmend politische Relevanz.
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Betroffen sind alle Fahrgäste der Deutschen Bahn, die den DB Navigator oder bahn.de für Reiseplanung, Echtzeit-Auskünfte und Ticketkauf nutzen. Darüber hinaus sind Wettbewerber der DB im Schienenpersonenverkehr betroffen, da die Anfrage die neutrale Darstellung aller Eisenbahnunternehmen in der Plattform thematisiert.
Die Kleine Anfrage BT-Drs. 21/7451 ist am 3. August 2026 beim Deutschen Bundestag eingegangen. Die Bundesregierung hat gemäß parlamentarischer Gepflogenheiten 21 Tage Zeit für eine schriftliche Antwort — die Frist läuft bis zum 24. August 2026.
- DB InfraGO
- Die DB InfraGO AG ist eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn, die das Schienennetz betreibt und gemeinwohlorientiert ausgerichtet sein soll.
- Pönale
- Vertraglich festgelegte Strafzahlung, die fällig wird, wenn vereinbarte Ziele oder Leistungswerte nicht erreicht werden.
- Gleichwechsel
- Kurzfristiger Austausch einer Zuggarnitur auf einer Strecke, der häufig nicht rechtzeitig in Echtzeitauskunftssystemen abgebildet wird.
Was ist der DB Navigator?
Der DB Navigator ist die offizielle App und das Buchungsportal der Deutschen Bahn für Verbindungsauskünfte, Echtzeit-Informationen und den Ticketkauf.
Was ist das Sofortprogramm 'Bessere Kundenkommunikation'?
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und DB-Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla kündigten das Programm am 8. Juli 2025 an, um Fahrgäste schneller und zuverlässiger über Ausfälle und Verspätungen zu informieren.
Was meint die Anfrage mit 'Wettbewerbsneutralität'?
Die Grünen fragen, ob der DB Navigator alle Eisenbahnunternehmen gleichberechtigt darstellt und ob Fahrgäste auch Tickets für andere Anbieter dort buchen können.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7451 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.


































































