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- Neubaustrecke Hannover–Hamburg soll bis spätestens 2045 fertig sein
- Mindestens zwei zusätzliche Gleise statt dritter Gleise Lüneburg–Uelzen
- Regionalhalte in jedem Landkreis, Bund trägt Umweltkosten
Hintergrund
Laut Antrag ist die Strecke Hannover–Hamburg überlastet. Das ursprüngliche Projekt „Alpha-E“ mit einem dritten Gleis zwischen Lüneburg und Uelzen bringe nur etwa 25 Prozent mehr Kapazität. Der Bundesgutachter bezeichnete es beim Abschluss des Dialogforums Schiene Nord als „unbefriedigend für die Nord-Süd-Verkehre“.
- 2045 — Frist, bis zu der die Neubaustrecke laut Antrag fertig sein kann.
- 25 Prozent — Kapazitätsgewinn durch das dritte Gleis Lüneburg–Uelzen.
- 60 Prozent — Anteil des Bundes an den Regionalhalt-Maßnahmen.
- 4 Wildbrücken — zwei geplante plus zwei zusätzliche.
Im Detail
Der Bahnverkehr in Norddeutschland, insbesondere auf der Bahnstrecke Hannover – Hamburg, ist höchst unzuverlässig.
— Entschließungsantrag BT-Drs. 21/8447
Die Bahnstrecke Hannover–Hamburg gehört zu den am stärksten belasteten Verbindungen in Norddeutschland. In der Drucksache 21/8447 vom 7. Oktober 2026 fordert die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN deshalb eine Neubaustrecke, die bis spätestens 2045 fertig sein soll. Mit dem Entschließungsantrag reagiert sie auf den Bericht der Bundesregierung zur Vorplanung und frühen Öffentlichkeitsbeteiligung für die Aus- und Neubaustrecke.
Was gilt aktuell auf der Strecke?
Nach Darstellung der Fraktion sind die Strecken überlastet, Züge häufig unpünktlich und überfüllt. Ein Teil der Verspätungen entstehe durch Störungen an Signalen oder Weichen. Eine Sanierung des Bestands sei nötig, schaffe aber keine zusätzlichen Zugangebote. Auch das im Projekt „Alpha-E“ vorgesehene dritte Gleis zwischen Lüneburg und Uelzen bringe laut Antrag nur rund 25 Prozent mehr Kapazität und reiche nicht aus.
Neubaustrecke Hannover–Hamburg: Forderungen im Überblick
Die Fraktion verlangt mindestens zwei zusätzliche Gleise zwischen Hannover und Hamburg. Laut Antrag schneidet eine Neubaustrecke bei vielen Umweltaspekten besser ab als ein viergleisiger Ausbau der Bestandsstrecke und ist baulich schneller umsetzbar. Die Bundesländer Hamburg, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sowie die Europäische Kommission befürworten laut Antrag die Neubaustrecke. Als Gründe nennt die Fraktion die Verkehrsprognose 2040 und den erwarteten Anstieg der Zugzahlen nach Fertigstellung der Festen Fehmarnbeltquerung.
Für die Generalsanierung 2029 fordert der Antrag unter anderem die Ausrüstung mit ETCS L2 only, also ohne Doppelausrüstung mit dem nationalen Sicherungssystem. Bestandsfahrzeuge sollen mit der existierenden Bundesförderung nachgerüstet werden. Zusätzlich nennt der Antrag konkrete Maßnahmen an Bahnhöfen und Gleisen in Lüneburg, Uelzen, Bienenbüttel, Emmendorf, Bardowick und Winsen. Bis zur Generalsanierung soll zudem die Strecke Buchholz–Maschen für den Nahverkehr reaktiviert werden.
Regionalhalte und Finanzierung
In jedem betroffenen Landkreis soll mindestens ein Regionalhalt entstehen. Neben den zwei bereits geplanten Halten soll ein weiterer im Landkreis Harburg vorgesehen werden. Die Finanzierung der Bahnsteige und Zugangsanlagen soll über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz erfolgen; der Bund trägt demnach 60 Prozent. Einzelne Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen seien dann nicht nötig, heißt es im Antrag.
Lärmschutz, Seevetal und Mahnmal Rampe Bergen
Die Gemeinde Seevetal ist laut Antrag durch Autobahnen, die geplante Trasse und den Rangierbahnhof Maschen besonders belastet. Der Bund soll die Auswirkungen verringern, etwa durch niedrigere Schienenbrücken bei ohnehin geplanten Autobahnarbeiten, finanziert aus Mitteln für die Autobahnsanierung. Der Lärmschutz soll alle Verkehrsträger einbeziehen, insbesondere die Autobahn 7. Für das Mahnmal „Rampe Bergen“ soll die im Bericht genannte Alternativvariante umgesetzt und der Gedenkweg mit Bundesmitteln besser gestaltet werden. Den Neubau der Bundesstraße 3 im gleichen Korridor lehnt die Fraktion ab. Zusätzliche Tunnel hält sie nicht für notwendig.
Umweltmaßnahmen auf Bundeskosten
Der Bund soll laut Antrag die Kosten für Ausgleichsflächen nach der im Februar 2026 geltenden Gesetzeslage tragen, außerdem für vier Wildbrücken, verlängerte Brückenabschnitte an Landes- und Kreisstraßen, einen 25 Meter breiten Biotopverbund-Korridor und fischottergerechte Gewässerquerungen. Betroffene Moore sollen in doppelter Fläche in Niedersachsen neu angelegt werden. Zudem soll ein partnerschaftliches Bauen geprüft werden, wenn es das Projekt beschleunigt.
Am Ende steht die Aufforderung, das dritte Gleis zwischen Lüneburg und Uelzen nicht weiterzuverfolgen, weil es die Kapazitätsprobleme nicht löse und unwirtschaftlich sei.
Weiterlesen:
Betroffen sind Bahnreisende und Pendler in Norddeutschland, der Güterverkehr und Industrie, Anwohner entlang der geplanten Trasse sowie Gemeinden wie Seevetal und Bergen und die Landkreise in Niedersachsen.
Der Entschließungsantrag ist eingebracht. Er bezieht sich auf die Beratung der Unterrichtung der Bundesregierung. Über den Antrag stimmt der Bundestag im Plenum ab; ein Termin steht laut Drucksache noch nicht fest.
- ETCS L2
- Europäisches Zugsicherungssystem, das Züge per Funk statt über Signale am Streckenrand steuert und mehr Kapazität ermöglicht.
- Alpha-E
- Schienenprojekt in Norddeutschland mit einem dritten Gleis zwischen Lüneburg und Uelzen als Kompromiss des Dialogforums Schiene Nord.
- Biotopverbund
- Zusammenhängende Lebensräume, über die Tiere und Pflanzen zwischen Gebieten wandern können.
Was fordern die Grünen für Hannover–Hamburg?
Sie fordern die Weiterplanung der Neubaustrecke mit mindestens zwei zusätzlichen Gleisen und eine Fertigstellung bis spätestens 2045.
Was soll mit dem dritten Gleis Lüneburg–Uelzen geschehen?
Laut Antrag soll es nicht weiterverfolgt werden, weil es die Kapazitätsprobleme nicht ausreichend löse und nicht wirtschaftlich sei.
Wie sollen Regionalhalte finanziert werden?
Bahnsteige und Zugangsanlagen sollen über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz finanziert werden. Der Bund trägt laut Antrag 60 Prozent der Maßnahmen.




































































