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Home Themen Recht & Inneres

Rechtsextreme Immobilien: 261 Objekte bundesweit erfasst

durch Redaktion Bundestag
13. Juli 2026
in Recht & Inneres
0
Illustration: Bundestagsdrucksache 21/6813

KI-generiertes Titelbild zur Bundestagsdrucksache 21/6813

2
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VerfahrensstandAntwort
Beantwortet
✓
Anfrage eingereicht
Die parlamentarische Anfrage wurde eingereicht.
2
Antwort veröffentlicht
Die Bundesregierung hat schriftlich geantwortet.
Vorgang VO335913 →
⏱ 6 Min. Lesezeit
⚖️ Verfahrensstand
✅Beantwortet
📅 01.07.2026
⚡ Auf einen Blick

  • 261 rechtsextrem genutzte Immobilien bundesweit erfasst (Stand Juni 2025)
  • Sachsen-Anhalt führt mit 52 Objekten, gefolgt von Sachsen mit 36
  • 154 Objekte bleiben aus Geheimhaltungsgründen unbenannt

Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6813 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

Die Fraktion Die Linke hatte mit der Kleinen Anfrage BT-Drs. 21/6378 einen umfassenden Überblick über rechtsextremistisch genutzte Immobilien in Deutschland erfragt. Das Thema hat seit Jahren Relevanz: Immobilien dienen rechtsextremen Netzwerken als Treffpunkte, Schulungsorte und Finanzierungsquellen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) erfasst solche Objekte systematisch, sofern Rechtsextremisten über uneingeschränkte Zugriffsmöglichkeiten verfügen. Das Bundesprogramm ‚Demokratie leben!‘ fördert Beratungsstrukturen, die Kommunen und Bürger beim Umgang mit rechtsextremen Immobilienprojekten unterstützen. Das ‚Königreich Deutschland‘, eine der größten Reichsbürger-Organisationen, wurde am 13. Mai 2025 verboten.

📊 Zahlen auf einen Blick

  • 261 Objekte — Gesamtzahl bundesweit erfasster rechtsextremistisch genutzter Immobilien (Stand: 12. Juni 2025)
  • 97 Objekte (37 %) — Immobilien, bei denen Rechtsextremisten als Eigentümer Zugriff haben
  • 74 Objekte (29 %) — Immobilien, die über Miete oder Pacht genutzt werden
  • 154 Objekte — Zu diesen Immobilien verweigert die Bundesregierung aus Geheimhaltungsgründen jede Auskunft
  • 52 Objekte in Sachsen-Anhalt — Bundesland mit den meisten erfassten rechtsextrem genutzten Immobilien, gefolgt von Sachsen (36) und Mecklenburg-Vorpommern (34)

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Infografik BT-Drs. 21/6813
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Im Detail

Die Bundesregierung bewertet die Arbeit der im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ geförderten Beratungsstrukturen als sehr relevant für die Prävention gegen die Verankerung extrem rechter Netzwerke über Immobilien.

— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/6813, S. 9

Bundesweit sind 261 Immobilien als rechtsextremistisch genutzte Objekte erfasst — von Parteibüros über Szenekneipen bis hin zu Wohnprojekten völkischer Gruppen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (BT-Drs. 21/6813) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hervor, die am 1. Juli 2026 veröffentlicht wurde. Die Zahlen beziehen sich auf den Stand vom 12. Juni 2025 und dokumentieren das Ausmaß der räumlichen Verankerung rechtsextremer Netzwerke in Deutschland.

Rechtsextreme Immobilien: Verbreitung und Zugriff

Bei 97 der 261 Objekte (37 Prozent) sind Rechtsextremisten als Eigentümer eingetragen, bei weiteren 74 Objekten (29 Prozent) verfügen sie als Mieter oder Pächter über die Nutzungsrechte. In den übrigen Fällen beruht der Zugang auf Kenn- oder Vertrauensverhältnissen. Als Erfassungskriterien gelten laut Bundesregierung die uneingeschränkte Zugriffsmöglichkeit sowie die politisch ziel- und zweckgerichtete, wiederkehrende Nutzung durch Rechtsextremisten.

Die regionalen Schwerpunkte liegen deutlich in Ostdeutschland: Sachsen-Anhalt führt mit 52 Objekten, gefolgt von Sachsen (36) und Mecklenburg-Vorpommern (34). In Brandenburg sind es 24, in Thüringen und Baden-Württemberg je 22 Objekte. In den westlichen Flächenländern liegt Nordrhein-Westfalen mit 17 Objekten am höchsten. Bremen ist mit null Objekten das einzige Bundesland ohne erfasste rechtsextreme Immobilien.

Geheimhaltung bei 154 Objekten

Zu 107 der 261 Immobilien hat die Bundesregierung eine öffentlich einsehbare Liste (Anlage 1) veröffentlicht, in der Ort, Bundesland, Art des Zugriffs und — sofern bekannt — Nutzerorganisationen aufgeführt sind. Namen von Eigentümern oder Mietern werden jedoch auch hier nicht genannt, um das Recht auf informationelle Selbstbestimmung zu schützen. Zu weiteren 154 Immobilien verweigert die Regierung jede Auskunft — auch auf dem Geheimschutzweg. Begründung: Eine Offenlegung könnte Rückschlüsse auf V-Leute des Verfassungsschutzes ermöglichen, Ermittlungen gefährden und die Funktionsfähigkeit des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) nachhaltig beeinträchtigen.

Bekannte Szenetreffpunkte und laufende Ermittlungen

Unter den öffentlich benannten Objekten finden sich Immobilien namhafter rechtsextremer Organisationen: die Bundesgeschäftsstelle der Partei „Die Heimat“ in Berlin, mehrere Stützpunkte der Partei „Der III. Weg“ in Bayern und Sachsen sowie Objekte, die den „Freien Sachsen“ zugerechnet werden. Der Generalbundesanwalt führt ein Ermittlungsverfahren gegen 31 Beschuldigte wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in der kriminellen Vereinigung „Deutsche Jugend Voran“ (DJV). Am 6. Mai 2026 fanden zeitgleich Durchsuchungen in 47 Objekten in zwölf Bundesländern statt. Einzelne DJV-Beschuldigte nutzten nach Regierungsangaben auch die Bundesgeschäftsstelle der Partei „Die Heimat“ für Vereinigungstreffen.

Im Zuge des Verbots des „Königreichs Deutschland“ am 13. Mai 2025 wurden drei Immobilien beschlagnahmt: das Kanzleihlehngut Halsbrücke in Sachsen, das Kneipp-Kurhotel Wiesenbeek in Bad Lauterberg im Harz sowie der Käseturm in Gera (Thüringen). Das Verbot hat nach Regierungsangaben die Veranstaltungsaktivitäten dieser Reichsbürger-Organisation effektiv gestoppt.

Identitäre Bewegung und Prävention

Zur Identitären Bewegung Deutschland (IBD) benennt die Bundesregierung zwei Objekte: ein gemeinschaftliches Wohnprojekt in Schkopau (Sachsen-Anhalt, seit 2021) und das im November 2023 eingeweihte „Zentrum Chemnitz“. Letzteres wird als Ort neurechter Zusammenkünfte mit regelmäßigen öffentlichen Veranstaltungen genutzt. Zum Thema Prävention verweist die Regierung auf das Bundesprogramm „Demokratie leben!“, das Mobile Beratungsangebote gegen Rechtsextremismus fördert, und bewertet deren Arbeit als „sehr relevant für die Prävention gegen die Verankerung extrem rechter Netzwerke über Immobilien“.

Ein Handlungsleitfaden der Sicherheitskooperation Ost (SiKoop) mit dem Titel „Rechtsextremistisch genutzte Immobilien in Ostdeutschland — Lagebild und Handlungsempfehlungen für Kommunen und Immobilienbesitzer“ wurde bereits am 17. Juni 2014 vom Ministerium für Inneres und Sport Sachsen-Anhalt veröffentlicht und ist frei im Internet zugänglich. Zu Fragen nach vergleichbaren Veranstaltungen wie dem Potsdamer Treffen vom November 2023, nach Auslandsfinanzierungen rechtsextremer Immobilien sowie nach Baugenehmigungen für Szeneangehörige erklärt die Bundesregierung, über keine einschlägigen Erkenntnisse zu verfügen.

Weiterlesen:

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👥 Wen betrifft das?

Betroffen sind vor allem Gemeinden in ostdeutschen Bundesländern, insbesondere in Sachsen-Anhalt (52 Objekte), Sachsen (36) und Mecklenburg-Vorpommern (34). Aber auch Baden-Württemberg (22) und Brandenburg (24) verzeichnen eine erhebliche Zahl rechtsextrem genutzter Immobilien. Menschen in betroffenen Nachbarschaften — darunter Anwohner, lokale Vereine und kommunale Behörden — stehen vor der Herausforderung, gegen die Verankerung rechtsextremer Strukturen in ihrem Sozialraum vorzugehen.

⚖️ Antwortverhalten der Bundesregierung

😠😕😐😊

😕 Teilweise beantwortet

Die Bundesregierung beantwortet einen Teil der Fragen vollständig, verweigert jedoch zu 154 von 261 Immobilien jede Auskunft — auch über den Geheimschutzweg — mit Verweis auf das Staatswohl, den Schutz von V-Leuten und nachrichtendienstliche Methoden des BfV. Zu Fragen über Baugenehmigungen, Auslandsfinanzierung und vergleichbare Veranstaltungen wie das Potsdamer Treffen erklärt die Regierung, keine Erkenntnisse zu besitzen.

Parlamentarischer Fahrplan

Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 01.07.2026) Deutschland unter der Lupe: So gefährlich sind rechte Immobilien-Netzwerke →

⚖️ Erwähnte Gesetze

  • Vereinsgesetz (VereinsG)
  • Geldwäschegesetz (GwG)
📖 Begriffe erklärt

BfV
Bundesamt für Verfassungsschutz — Inlandsnachrichtendienst, der extremistische Bestrebungen beobachtet und dem Bundesinnenministerium untersteht.
V-Leute
Vertrauensleute — Personen, die für Nachrichtendienste Informationen aus extremistischen Organisationen liefern und deren Identität streng geheimgehalten wird.
Reichsbürger
Anhänger einer Ideologie, die die Legitimität der Bundesrepublik Deutschland ablehnen und sich als Bürger eines fortbestehenden 'Deutschen Reiches' betrachten.
❓ Häufige Fragen

Wie viele rechtsextreme Immobilien gibt es in Deutschland?

Laut Bundesregierung sind bundesweit 261 Objekte als rechtsextremistisch genutzte Immobilien eingestuft (Stand: 12. Juni 2025). Sachsen-Anhalt hat mit 52 Objekten die meisten, gefolgt von Sachsen (36) und Mecklenburg-Vorpommern (34).

Warum werden nicht alle Immobilien öffentlich benannt?

Zu 154 der 261 Objekte liegen geheimhaltungsbedürftige Informationen vor. Die Bundesregierung verweigert die Auskunft, um nachrichtendienstliche Methoden des Verfassungsschutzes zu schützen und keine Rückschlüsse auf V-Leute zuzulassen.

Welche Organisationen werden mit diesen Immobilien in Verbindung gebracht?

Unter anderem werden Objekte den Parteien 'Die Heimat' und 'Der III. Weg', der Identitären Bewegung sowie den 'Freien Sachsen' zugerechnet. Das 'Königreich Deutschland' nutzte mehrere Immobilien, bevor es am 13. Mai 2025 verboten wurde.

Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6813 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

📄 Quelle: Deutscher Bundestag / DIP — BT-Drs. 21/6813 | Antwort | Original-PDF | dip.bundestag.de

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  • Nukleare Steuerungsgruppe: Bundesregierung verweigert Details
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