- Digitaler Sportstättenatlas seit 2019 in Entwicklung
- Ursprünglich für 2022 geplante Plattform existiert nicht
- Millionenschwere Projekte noch ohne Endergebnis
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6471 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) erhielt bereits vor März 2019 den Auftrag zur Erstellung des Digitalen Sportstättenatlas Deutschland. Grund war das Fehlen valider Daten über Bestand und Zustand der Sportstätten in Deutschland. Für Anfang 2022 war der Launch einer digitalen Plattform vorgesehen, die bis heute nicht existiert. Verschiedene Vorbereitungsprojekte wurden an die Hochschule Koblenz vergeben, die IT-Umsetzung sollte über einen Vertrag mit KPMG erfolgen.
Im Detail
Statt sofort mit dieser Arbeit zu beginnen, wurden erst einmal verschiedene Projekte zur Vorbereitung der Erarbeitung eines DSD initiiert.
— Vorbemerkung BT-Drs. 21/6471
Ein Digitalisierungsprojekt der Bundesregierung verzögert sich seit Jahren: Der Digitale Sportstättenatlas Deutschland sollte alle Sportstätten des Landes erfassen und deren Zustand bewerten. Sieben Jahre nach Projektbeginn existiert die geplante Plattform nicht. Die AfD-Fraktion stellt nun Fragen zu den Verzögerungen und Kosten des Projekts.
Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) erhielt den Auftrag vor März 2019. Ziel war die Gewinnung verlässlicher Daten über Bestand und Zustand der deutschen Sportstätten gewesen. Eine digitale Plattform sollte ab Anfang 2022 verfügbar sein. Dieser Termin verstrich.
Was gilt aktuell?
Deutschland verfügt über keine zentrale, digitale Übersicht seiner Sportstätten. Kommunen, Länder und Sportverbände planen ohne diese Datengrundlage. Der Sanierungsstau bei Sportstätten wird auf mehrere Milliarden Euro geschätzt – genaue Zahlen fehlen mangels systematischer Erfassung.
Das BISp beauftragte zunächst verschiedene Vorbereitungsprojekte. 2019 ging ein Auftrag an Professor Lutz Thieme von der Hochschule Koblenz für eine Expertise zu ‚Grundlagen für einen Sportstättenatlas‘. Zwei Jahre später folgte das Projekt ‚Schätzverfahren zu Deutschen Sportstätten‘ an dieselbe Hochschule.
Externe Dienstleister ohne Endergebnis
Für die technische Umsetzung wurde die Beratungsgesellschaft KPMG über einen bestehenden Rahmenvertrag eingebunden. KPMG verfügte über die notwendigen IT-Kapazitäten für das sportwissenschaftliche Projekt.
Das Projekt ‚Schätzverfahren zu Deutschen Sportstätten‘ sollte ursprünglich Ende 2023 abgeschlossen werden. Laut AfD-Recherchen wurde es im Dezember 2024 beendet. Der Abschlussbericht erschien im März 2025. Ergebnis: Noch immer existiert keine einzige Seite des eigentlichen Sportstättenatlas.
Die Fragesteller sehen dieses Vorgehen kritisch. Nach ihrer Einschätzung hätte eine Datenerhebung über die Kreise und Sportbünde in kürzerer Zeit erfolgen können, auf deren Basis dann Detailinformationen zu Zustand und Sanierungsbedarf hätten ergänzt werden können.
Unklare Vertragslage
Der Rahmenvertrag mit KPMG könnte bereits ausgelaufen sein. Die AfD fragt, ob die Kooperation fortgesetzt wurde oder das Projekt ruht. Auch die Finanzierung des DSD aus dem BISp-Haushalt steht zur Diskussion.
Die 24 Einzelfragen der Anfrage zielen auf Transparenz über Projektkosten, Zeitplanung und Verantwortlichkeiten. Wie viele Millionen Euro wurden bereits ausgegeben, ohne dass ein nutzbares Ergebnis vorliegt?
Das Projekt zeigt eine typische Entwicklung der deutschen Digitalisierung. Planungsphasen und Vergabeverfahren verzögern benötigte digitale Infrastruktur. Während andere Länder bereits umfassende Sportstätten-Datenbanken betreiben, wartet Deutschland weiter auf den ersten funktionsfähigen Prototyp.
Weiterlesen:
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Betroffen sind Sportvereine, Kommunen und Länder, die auf verlässliche Daten zur Sportstätten-Infrastruktur angewiesen sind. Auch die Sportförderung des Bundes könnte ohne diese Datengrundlage weniger zielgenau erfolgen.
Die Bundesregierung hat 21 Tage Zeit, um die Anfrage zu beantworten. Die Antwort wird Aufschluss über den aktuellen Projektstand, die bisherigen Kosten und den weiteren Zeitplan geben.
- BISp
- Bundesinstitut für Sportwissenschaft – eine Bundesbehörde, die sportwissenschaftliche Forschung betreibt.
- ITZ-Bund
- IT-Zentrum Bund – zentrale IT-Dienstleister des Bundes für das Hosting von Daten und Anwendungen.
Was ist der Digitale Sportstättenatlas Deutschland?
Ein geplantes System zur digitalen Erfassung aller Sportstätten in Deutschland mit Informationen zu Zustand und Sanierungsbedarf.
Warum dauert das Projekt so lange?
Laut AfD wurden zunächst Vorbereitungsprojekte beauftragt, statt direkt mit der Datenerfassung zu beginnen.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6471 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.







































































