Beantwortet
Fragte Die Linke nach Allianz-Aufsicht durch die BaFin?
Die Linke legte der Bundesregierung am 17. April 2026 eine umfangreiche Kleine Anfrage zur Aufsicht über die Allianz SE vor (BT-Drs. 21/5745). Mit 23 detaillierten Fragen stellt die Fraktion die Wirksamkeit der Finanzaufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Frage.
Komplexe Konzernstrukturen im Fokus
Aaron Valent, Clara Bünger und weitere Abgeordnete der Linken kritisierten die komplexen Strukturen der Allianz Gruppe. Die Allianz SE fungiert sowohl als Holdinggesellschaft als auch als konzerninterner Rückversicherer. Diese Doppelrolle wirft nach Darstellung der Fraktion „Fragen nach Transparenz, Verantwortlichkeit, tatsächlichem Risikotransfer und wirksamer Kontrolle“ auf. Dies ist bemerkenswert, da solche Strukturen bei großen Versicherungskonzernen zunehmend üblich werden.
Die Allianz ist wie ein riesiges Unternehmensnetz – Die Linke will wissen, ob die Aufseher alle Verbindungen im Blick haben.
Besonders interessiert sich die Fraktion für Matrix- und Shared-Service-Strukturen. Auch Personalunionen beschäftigen die Abgeordneten – diese können die Unabhängigkeit von Kontrollfunktionen beeinträchtigen. Die BaFin verlangt von Versicherungsunternehmen vier Schlüsselfunktionen: unabhängige Risikocontrolling-, Compliance-, interne Revisions- und versicherungsmathematische Funktion.
Rückversicherung und Rückstellungen
Mehrere Fragen zielen auf konzerninterne Rückversicherungsverträge ab. Die Linke fragt, ob diese einen tatsächlichen Risikotransfer darstellen oder nur buchhalterische Konstrukte sind. Dabei geht es um Schwankungsrückstellungen nach Handelsgesetzbuch. Außerdem um versicherungstechnische Rückstellungen nach Solvabilität II. Ähnlich kritisch hat sich Die Linke bereits bei anderen Finanzdienstleistern gezeigt.
Die Fraktion erkundigt sich auch nach bekannten Fällen, in denen Aufsichtsbehörden interne Rückversicherungsstrukturen wegen unzureichenden Risikotransfers beanstandet haben. Hintergrund ist, dass solche Gestaltungen Auswirkungen auf „Rückstellungen, Eigenmittelausstattung, Ausschüttungspolitik oder die Belastbarkeit interner Kontrollmechanismen“ haben können.
Governance und Structured-Alpha-Fonds
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Erkenntnissen aus den Structured-Alpha-Fonds von Allianz Global Investors. Die Linke fragt, welche Schlussfolgerungen Bundesregierung und BaFin aus diesen Verfahren für die gruppenweite Governance gezogen haben.
Weitere Fragen betreffen die institutionellen Sicherungen gegen Benachteiligung, Abberufung oder Kündigung von Mitarbeitern in Kontrollfunktionen. Auch der Anteil leitender Angestellter in großen Versicherungsunternehmen interessiert die Fraktion. Kontrolle und Transparenz sind wiederkehrende Themen in den Anfragen der Linken.























































