Antrag eingereicht
Die Linke will Kryptowerte schärfer regulieren und besteuern
Die Fraktion Die Linke hat einen umfassenden Antrag zur Regulierung und Besteuerung von Kryptowerten vorgelegt. Die Bundestagsdrucksache 21/5824 vom 7. Mai 2026 fordert grundlegende Änderungen bei der steuerlichen Behandlung digitaler Währungen.
Der zentrale Kritikpunkt der Fraktion: Die derzeitige Haltefristregelung bevorzugt Kryptowerte unfair gegenüber anderen Anlageklassen wie Aktien. Nach aktueller Rechtslage bleiben Gewinne aus Kryptoinvestitionen nach einem Jahr steuerfrei. Dies ist bemerkenswert, da Aktiengewinne dagegen der Kapitalertragsteuer unterliegen.
Milliardenschwere Steuerlücken
Laut Studien von Blockchain-Analyseunternehmen haben deutsche Anleger 2024 rund 47,3 Milliarden Euro Gewinne aus Kryptohandel realisiert. Zwei Drittel davon sind aufgrund der Haltefristregelung unbesteuert geblieben. Hintergrund ist die mangelnde Compliance: Nur drei Prozent der Krypto-Investoren zahlen nach Branchenschätzungen ordnungsgemäß Steuern.
Die Linke sieht hierin eine „ungerechtfertigte steuerliche Bevorzugung“ besonders Vermögender, da die obersten 20 Prozent der Krypto-Besitzer im Schnitt über 230.000 Euro halten.
Der Antrag schlägt vor, Kryptowerte künftig wie Kapitalerträge zu besteuern und die Haltefrist abzuschaffen. Zusätzlich sollen Kryptobörsen Steuerdaten automatisch an Finanzbehörden weiterleiten.
EU-weite Verschärfung gefordert
Auf europäischer Ebene fordert Die Linke eine zentrale Kryptoaufsicht unter dem Dach der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA). Diese soll direkte Durchgriffsrechte erhalten. Handelsverbote für bestimmte Kryptowerte kann sie aussprechen. Dies gilt etwa bei massiven Umweltschäden durch energieintensive Mining-Verfahren oder bei systemischen Risiken für die Finanzstabilität.
Hintergrund sind Sorgen um Geldwäsche: Blockchain-Analysefirmen schätzen das über Kryptonetzwerke gewaschene Geld 2025 auf mindestens 82 Milliarden US-Dollar. Der Antrag sieht auch Identitätsfeststellungspflichten für selbstverwaltete Krypto-Wallets vor.























































