Anfrage eingegangen
AfD fragt nach psychischen Vorerkrankungen bei Trans-Jugendlichen
Hintergrund
Die Zahl der Diagnosen zu Störungen der Geschlechtsidentität bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist in Deutschland von 2013 bis 2022 um das Achtfache auf über 24.600 Fälle gestiegen. Nach den zitierten Daten weisen 72,4 Prozent der Betroffenen mindestens eine weitere psychiatrische Diagnose auf. Die AfD bezieht sich auf internationale Studien wie die britische Cass Review, die hohe Komorbiditätsraten und niedrige Persistenzraten der Dysphorie dokumentieren.
Die AfD-Fraktion hat am 31. März 2026 eine umfassende Kleine Anfrage (BT-Drs. 21/5111) zu psychischen Vorerkrankungen bei Jugendlichen mit Geschlechtsdysphorie eingereicht. Insgesamt 25 Fragen wurden gestellt. Diese zielten auf eine detaillierte Erfassung von Komorbiditäten, Screening-Verfahren und Langzeitfolgen von Transitionsmaßnahmen ab.
Dramatischer Anstieg der Diagnosen
Ausgangspunkt der Anfrage ist der dokumentierte Anstieg der F64.x-Diagnosen (Störungen der Geschlechtsidentität) um das Achtfache zwischen 2013 und 2022 bei 15- bis 24-Jährigen auf über 24.600 Fälle. Dies ist bemerkenswert, da es einen deutlich steileren Verlauf zeigt als bei anderen psychiatrischen Diagnosen. Laut den von der AfD zitierten Quellen weisen 72,4 Prozent der Betroffenen mindestens eine weitere psychiatrische Diagnose auf. Darunter finden sich Depressionen (50-58 Prozent). Angststörungen kommen bei 23-34 Prozent vor, während Persönlichkeitsstörungen zwischen 12-18 Prozent der Fälle betreffen.
Die Fraktion fragt nach präzisen Zahlen zu Personen mit Geschlechtsdysphorie-Diagnose im Alter von 12 bis 25 Jahren, die eine Transition durchgeführt haben. Hintergrund ist wohl die derzeit lückenhafte Datenlage in Deutschland. Die Aufschlüsselung soll nach Jahr, Geschlecht bei Geburt und Bundesland erfolgen. Besonders interessiert sich die AfD für den Anteil transitionierter Personen mit psychischen Vorerkrankungen wie Borderline-Persönlichkeitsstörungen.
Internationale Studien als Referenz
Die AfD bezieht sich auf internationale Entwicklungen. Insbesondere die britische Cass Review von 2024 und Analysen aus Schweden und Finnland werden zitiert. Diese zeigten nach Angaben der Fragesteller hohe Komorbiditätsraten. Niedrige Persistenzraten der Dysphorie unter 50 Prozent nach fünf Jahren sind dokumentiert. Die Anfrage erkundigt sich auch nach deutschen Langzeitdaten zur Persistenz der Dysphorie-Diagnose nach Transition.
Weitere Schwerpunkte der Anfrage umfassen die Erfassung von Detransitionierungsraten und obligatorische psychiatrische Voruntersuchungen vor Hormonbehandlungen. Die Rolle von Screening-Instrumenten in deutschen Trans-Ambulanzen wird ebenfalls thematisiert. Zudem erfragt die AfD die Existenz eines nationalen Registers zur Erfassung psychischer Vorerkrankungen vor Transition.
Auch rechtliche Aspekte berührt die Anfrage. Österreichische Gesetzentwürfe zu Strafen für Ärzte, die vor Operationen warnten, werden thematisiert. Abschließend erkundigt sich die Fraktion nach geplanten evidenzbasierten Studien. Nach möglichen gesetzlichen Änderungen für eine obligatorische psychotherapeutische Behandlung vor Hormontherapien wird ebenfalls gefragt.
Betroffen sind Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 25 Jahren mit Geschlechtsdysphorie-Diagnose sowie deren Familien. Auch medizinische Fachkräfte in Trans-Ambulanzen und Beratungsstellen könnten von möglichen Änderungen der Behandlungsrichtlinien betroffen sein.
Die Bundesregierung hat in der Regel zwei Monate Zeit für die Beantwortung der 25 detaillierten Fragen. Die Antwort wird voraussichtlich Ende Mai 2026 vorliegen und könnte Auswirkungen auf die gesundheitspolitische Debatte über Behandlungsstandards haben.
- Geschlechtsdysphorie
- Medizinischer Begriff für das anhaltende Unwohlsein einer Person mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht (F64.x nach ICD-10/11).
- Komorbiditäten
- Zusätzliche Erkrankungen oder psychische Störungen, die neben der Hauptdiagnose auftreten.
- Transition
- Medizinische Maßnahmen wie Hormontherapie oder chirurgische Eingriffe zur Geschlechtsangleichung.























































