- Linke fordert 1. September als europaweiten Feiertag
- Datum erinnert an Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939
- Initiative soll alle europäischen Staaten einschließen, nicht nur EU
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6938 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Der 1. September markiert den Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen im Jahr 1939, mit dem der Zweite Weltkrieg begann. Dieser Krieg kostete laut Antragsbegründung über 70 Millionen Menschenleben. In mehreren europäischen Ländern, insbesondere in Polen, wird dieser Tag bereits als Gedenktag begangen. Einen gesamteuropäisch anerkannten gesetzlichen Feiertag gibt es bislang nicht. Vor dem Hintergrund des anhaltenden Krieges in der Ukraine und weiterer Konflikte weltweit plädiert Die Linke für eine stärkere gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung mit Frieden und Krieg in Europa.
Im Detail
Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, sich dafür einzusetzen, den Weltfriedenstag, den 1. September, als europäischen Feiertag in ganz Europa zu begehen.
— Antrag BT-Drs. 21/6938, Die Linke
Am 1. September 1939 begann mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg – ein Datum, das über 70 Millionen Menschenleben kostete und Europa bis heute prägt. Die Fraktion Die Linke hat am 7. Juli 2026 mit der Bundestagsdrucksache 21/6938 einen Antrag eingebracht, der die Bundesregierung auffordert, diesen Tag europaweit als gesetzlichen Feiertag zu etablieren: den Weltfriedenstag.
Was der Antrag zum Weltfriedenstag fordert
Der Antrag ist in seiner Kernforderung knapp formuliert: Die Bundesregierung soll sich bei anderen europäischen Regierungen dafür einsetzen, den 1. September als gemeinsamen europäischen Feiertag einzuführen. Ausdrücklich soll die Initiative nicht auf EU-Mitgliedsstaaten beschränkt bleiben – alle Staaten Europas sollen einbezogen werden. Als Austragungsort offizieller Feierlichkeiten schlägt die Antragsbegründung ein rotierendes Prinzip vor: Jedes Jahr könnte ein anderes Land den Rahmen stellen.
Hinter der Forderung steht eine politische Diagnose: Laut Begründung finden Gespräche über Krieg und Frieden in Europa zu oft nur zwischen Regierungen und Beamten statt, zu selten zwischen Bürgerinnen und Bürgern verschiedener Länder. Ein gemeinsamer Feiertag soll spontane und organisierte grenzüberschreitende Begegnungen ermöglichen und den öffentlichen Diskurs über Frieden beleben.
Aktuelle Konflikte als Rahmen der Initiative
Die Antragsbegründung verweist auf eine Reihe aktueller Konflikte: den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, Waffenlieferungen europäischer Unternehmen in Krisenregionen sowie den in der Begründung als völkerrechtswidrig bezeichneten Angriff der USA und Israels auf den Iran. Die Linke sieht Europa in diesen Konflikten als logistisches Drehkreuz und plädiert für eine stärkere demokratische Kontrolle kriegsbezogener Entscheidungen. Diese Positionierungen sind Aussagen der Antragsteller und geben die Perspektive der Fraktion wieder.
Weltfriedenstag: Was gilt aktuell?
Einen gesamteuropäischen gesetzlichen Feiertag am 1. September gibt es bislang nicht. In Polen wird der Tag als nationaler Gedenktag an den Beginn des Zweiten Weltkriegs begangen. Der von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Tag des Friedens liegt auf dem 21. September – ebenfalls kein gesetzlicher Feiertag in Europa. Der bekannteste europäische Gedenktag, der 9. Mai (Europatag), ist zwar in EU-Institutionen gefeierter Jahrestag der Schuman-Erklärung, jedoch in den meisten Mitgliedsstaaten kein gesetzlicher Feiertag.
Die Einführung eines neuen gesetzlichen Feiertags fällt in Deutschland in die Zuständigkeit der Länder. Auf europäischer Ebene gibt es keinen Mechanismus, der einen einheitlichen Feiertag verbindlich vorschreiben könnte – die Bundesregierung könnte daher nur diplomatisch für die Idee werben, nicht gesetzgeberisch handeln.
Parlamentarischer Kontext
Der Antrag trägt die Unterschriften der gesamten Fraktion Die Linke mit über 60 namentlich genannten Abgeordneten, darunter Fraktionsvorsitzende Heidi Reichinnek und Sören Pellmann. Als Oppositionsantrag ist die Zustimmung der Regierungskoalition Voraussetzung für eine Annahme im Plenum. Vergleichbare Initiativen für europäische Gedenk- oder Feiertage hatten im Deutschen Bundestag in der Vergangenheit selten Erfolg, da die diplomatische und rechtliche Umsetzbarkeit komplex ist.
Thematisch reiht sich der Antrag in eine breitere Debatte über Europas Rolle in internationalen Konflikten ein. So haben Die Grünen zuletzt verstärkte Unterstützung für die Ukraine gefordert, während die Ukraine-Unterstützung durch Taurus-Lieferungen ebenfalls im Bundestag debattiert wird. Fragen nach der Ausgestaltung von Sicherheit und Frieden in Europa sind derzeit ein zentrales Thema im Parlament.
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Der Antrag richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger Europas, die an einem gemeinsamen Gedenk- und Dialogtag teilnehmen sollen. Konkret betroffen wären Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Institutionen und Organisationen in allen europäischen Staaten, die bei einer Umsetzung einen zusätzlichen gesetzlichen Feiertag erhielten.
Der Antrag wurde am 7. Juli 2026 eingebracht und muss nun zunächst an die zuständigen Ausschüsse überwiesen werden. Nach Abschluss der Ausschussberatungen stimmt das Plenum des Deutschen Bundestages über den Antrag ab. Da Die Linke in der Opposition ist, gilt eine Mehrheit als unwahrscheinlich, sofern keine anderen Fraktionen zustimmen.
- Weltfriedenstag
- Der 1. September erinnert an den Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 und wird in einigen Ländern als Gedenktag begangen. Von der UN wurde der 21. September als Internationaler Tag des Friedens ausgerufen.
- Europäischer Feiertag
- Ein von allen oder möglichst vielen europäischen Staaten gemeinsam begangener gesetzlicher Feiertag, der durch Beschlüsse der jeweiligen nationalen Gesetzgeber eingeführt werden müsste.
Was ist der Weltfriedenstag und wann wird er begangen?
Der Weltfriedenstag fällt auf den 1. September, den Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen im Jahr 1939, mit dem der Zweite Weltkrieg begann.
Was soll die Bundesregierung konkret tun?
Laut Antrag soll die Bundesregierung bei anderen europäischen Regierungen dafür werben, den 1. September gesamteuropäisch als gesetzlichen Feiertag einzuführen – auch über die EU-Grenzen hinaus.
Gibt es bereits einen europäischen Feiertag dieser Art?
Einen gemeinsamen gesetzlichen Feiertag am 1. September gibt es in Europa bislang nicht. Der 9. Mai ist als Europatag bekannt, jedoch kein einheitlicher gesetzlicher Feiertag.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6938 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.



































































