- 213 kg Verpackungsmüll pro Kopf und Jahr in Deutschland
- Grüne fordern bundesweite Abgabe auf To-go-Einwegverpackungen
- Verpflichtende Mehrwegangebote ab Januar 2027 gefordert
Verpackungsrecht: Grüne fordern Abgabe auf Einwegbecher
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6403 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die EU hat mit dem Green Deal die Weichen auf Kreislaufwirtschaft gestellt. Die europäische Verpackungsverordnung (PPWR) soll den Verbrauch von Verpackungen weiter verringern. Deutschland liegt mit 213 kg Verpackungsabfall pro Kopf europaweit vorne, Haupttreiber sind Onlinehandel und To-go-Produkte. Kommunale Stadtreiniger entsorgen 140 Liter Straßenmüll pro Einwohner und Jahr, über 40% davon sind Einwegplastik und Verpackungen.
- 213 Kilogramm — Verpackungsabfall pro Kopf und Jahr in Deutschland, europäischer Spitzenwert
- 140 Liter — Straßenmüll pro Einwohner jährlich, über 40% davon Einwegplastik und Verpackungen
- 0,5 Prozent — Anteil der Lizenzentgelte, den die Grünen für Abfallvermeidung und Mehrwegförderung verwenden wollen
- Januar 2027 — Gewünschter Starttermin für verpflichtende Mehrwegangebote in allen To-go-Bereichen
Im Detail
Mit rund 213 Kilogramm pro Kopf im Jahr 2023 liegt Deutschland europaweit weit vorne. Treiber dieser Entwicklung sind insbesondere der wachsende Onlinehandel, der anhaltende Trend zu To-go-Produkten und kleinere Füllgrößen.
— Begründung BT-Drs. 21/6403
Deutschland produziert 213 Kilogramm Verpackungsabfall pro Kopf und Jahr — ein europäischer Spitzenwert, der die Umwelt belastet und Kommunen vor wachsende Entsorgungsherausforderungen stellt. Die Grünen-Fraktion fordert mit einem Entschließungsantrag vom 10. Juni 2026 (BT-Drs. 21/6403) schärfere Maßnahmen zur Verpackungsreduktion.
Was gilt aktuell?
Deutschland setzt die europäische Verpackungsverordnung (PPWR) derzeit nur mit den Mindestanforderungen um, kritisieren die Antragsteller. Eine systematische Förderung von Mehrwegsystemen fehlt. Kommunale Stadtreiniger entsorgen bereits 140 Liter Straßenmüll pro Einwohner und Jahr. Über 40 Prozent davon sind Einwegplastik und Verpackungen.
Kernforderungen der Grünen
Die Fraktion verlangt eine bundesweite Abgabe auf To-go-Einwegverpackungen. Diese soll ökologische Kosten verursachergerecht umlegen und eine Lenkungswirkung entfalten. Gleichzeitig soll sie den Aufbau einer bundesweiten Mehrweginfrastruktur finanzieren. Die Mehrwegangebotspflicht muss bereits zum 1. Januar 2027 auf alle Verpackungsarten im To-go-Bereich ausgeweitet werden.
Das Verpackungsgesetz gehört erweitert, fordern die Grünen weiter. 0,5 Prozent der eingenommenen Lizenzentgelte sollen für Abfallvermeidung und Mehrwegförderung verwendet werden — analog zu österreichischen Regeln. Dies würde erstmals eine systematische Finanzierung von Präventionsmaßnahmen schaffen.
Recycling-Branche unter Druck
Der Antrag adressiert auch die angespannte Lage der heimischen Recyclingbranche. Klare „Recycled in Europe“-Anreize müssen her. Strengere Standards für importierte Rezyklate sind nötig. Verbindliche Rezyklateinsatzquoten sollen auf weitere Produktgruppen ausgeweitet werden, um die europäische Kreislaufwirtschaft zu stärken.
Bewertung des Regierungsentwurfs
Der vorliegende Gesetzentwurf der Bundesregierung ist unzureichend, bewerten die Grünen. Eine ursprünglich geplante Organisation zur gezielten Förderung von Reduktions- und Präventionsmaßnahmen wurde gestrichen. Übrig blieb nur eine „unbestimmte Verpflichtung“ zu Abfallvermeidungsmaßnahmen. Konkrete Ziele fehlen. Finanzierung und Evaluationskriterien sind unklar.
Einfach erklärt: Die Grünen wollen Einwegverpackungen teurer machen und Mehrwegsysteme fördern, damit weniger Müll entsteht. Wer seinen Kaffee im Einwegbecher kauft, soll mehr zahlen — wer zum Mehrwegbecher greift, wird belohnt.
Eine ökologische Abgabe soll den systematischen Aufbau einer bundesweiten Mehrweginfrastruktur finanzieren und faire Wettbewerbsbedingungen zwischen Ein- und Mehrwegsystemen schaffen. Konstanz und andere Kommunen haben bereits eigene Verpackungssteuern eingeführt. Sie können Beiträge zur Abfallreduktion vorweisen.
Weiterlesen:
Betroffen sind alle Verbraucher, die täglich Verpackungsmüll produzieren. Besonders relevant für Kunden von To-go-Anbietern, Onlinehändlern und Supermärkten. Kommunen müssen steigende Entsorgungskosten tragen, während die Recyclingbranche unter Importdruck steht.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Der Bundestag hat die Vorlage mittlerweile abgelehnt. (Stand: 11.06.2026)
- PPWR
- Packaging and Packaging Waste Regulation — EU-Verpackungsverordnung zur Reduzierung von Verpackungsabfällen.
- Mehrwegsystem
- Wiederverwendbare Verpackungen, die nach Gebrauch zurückgegeben und erneut befüllt werden können.
- Rezyklat
- Aus Abfällen gewonnener Sekundärrohstoff, der für neue Produkte verwendet wird.
Wie viel Verpackungsmüll produziert Deutschland?
213 Kilogramm pro Kopf und Jahr — damit liegt Deutschland europaweit an der Spitze.
Was fordern die Grünen konkret?
Eine bundesweite Abgabe auf To-go-Einwegverpackungen und verpflichtende Mehrwegangebote ab Januar 2027.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6403 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.


































































