- 2.500 Menschen starben 2025 an Hitzefolgen
- 35 Mrd. Euro Schäden durch Hitze und Dürre
- Verbindliche kommunale Hitzeschutzpläne gefordert
Hitzeschutz-Gesetz: Grüne fordern 2,5-Milliarden-Programm
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6343 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Hitzewellen haben in Deutschland dramatisch zugenommen. Tage mit gefährlichen Hitzewarnungen stiegen zwischen 2015-2024 um 318 Prozent gegenüber 1991-2000. Die Hitze- und Dürreextreme 2018/2019 verursachten bereits wirtschaftliche Schäden von 35 Milliarden Euro. Bei ungebremstem Klimawandel werden bis zu 15 zusätzliche heiße Tage pro Jahr erwartet.
- 2.500 Todesfälle — So viele Menschen starben 2025 in Deutschland an den Folgen von Hitze
- 318 Prozent Zunahme — Um so viel stiegen gefährliche Hitzewarnungen zwischen 2015-2024 gegenüber 1991-2000
- 35 Milliarden Euro — Wirtschaftliche Schäden durch Hitze- und Dürreextreme 2018/2019
- 99 Prozent — Anteil der Hitzeereignisse an allen extremwetterbedingten Todesfällen seit 2000
- 15 zusätzliche Heißtage — Erwartete Zunahme pro Jahr bei ungebremstem Klimawandel
Im Detail
Hitze tötet: 2025 starben in Deutschland nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts rund 2.500 Menschen an den Folgen von Hitze. Seit 2000 sind in Deutschland 99 Prozent aller extremwetterbedingten Todesfälle auf Hitzeereignisse zurückzuführen.
— Begründung BT-Drs. 21/6343
Hitze entwickelt sich zu einer unterschätzten Todesursache in Deutschland. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts starben 2025 rund 2.500 Menschen an den Folgen extremer Temperaturen. Die Grünen-Fraktion fordert mit einem umfassenden Antrag vom 9. Juni 2026 ein verbindliches Hitzeschutzprogramm mit Milliardeninvestitionen.
Die Zahlen zeigen das Ausmaß der Entwicklung. Seit 2000 gehen 99 Prozent aller extremwetterbedingten Todesfälle in Deutschland auf Hitzeereignisse zurück, womit sich Hitze als das tödlichste Extremwetter erweist. Tage mit Hitzewarnungen haben zwischen 2015 und 2024 um 318 Prozent gegenüber dem Zeitraum 1991 bis 2000 zugenommen.
Was gilt aktuell?
Deutschland verfügt bislang über kein flächendeckendes Hitzeschutzsystem. Kommunale Hitzeaktionspläne existieren nur vereinzelt. Diese unterscheiden sich stark in ihrer Qualität. Das Bundesgesundheitsministerium hat zwar Grundlagen wie Musterpläne für Krankenhäuser geschaffen, doch für eine Umsetzung fehlen oft klare Zuständigkeiten und ausreichende Finanzierung.
Milliardenprogramm für Krankenhäuser gefordert
Kernstück des Grünen-Antrags ist ein „Green Hospitals“-Programm für Investitionen in Klimaanpassungsmaßnahmen. Krankenhäuser, Pflegeheime und Gesundheitszentren sollen Verschattung, Lüftung, Kühlung und Begrünung erhalten. Die Förderrichtlinie „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ (AnpaSo) muss aufgestockt werden, um die hohe Anzahl an Anträgen bewilligen zu können.
Besonders betroffen sind vulnerable Gruppen: ältere und pflegebedürftige Menschen, Säuglinge, Schwangere sowie Menschen mit Vorerkrankungen. Sozioökonomisch benachteiligte Menschen in städtischen Verdichtungsräumen leben häufig in schlecht isolierten Wohnungen. Möglichkeiten zur angemessenen Klimatisierung fehlen.
Wirtschaftliche Folgen steigen
Die volkswirtschaftlichen Kosten sind erheblich. Allein die Hitze- und Dürreextreme 2018 und 2019 haben Schäden von rund 35 Milliarden Euro verursacht. Eine Studie prognostiziert bis 2035 jährliche Produktivitätsverluste von 2,4 Billionen US-Dollar durch Hitzewellen weltweit. Für Deutschland können sich bei einer Wiederholung der Hitzewellen des vergangenen Jahrzehnts wirtschaftliche Verluste von 112,5 Milliarden Euro bis 2030 ergeben.
Verbindliche Standards gefordert
Die Grünen fordern verbindliche Hitzeschutzstandards für alle Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen. Kommunen sollen „Cool Zones“ als klimatisierte, öffentlich zugängliche Räume schaffen. Kostenloses Trinkwasser muss bereitstehen. Hitzebusse und mobile Kühlteams sollen wohnungslose Menschen während Hitzeperioden versorgen.
Der Arbeitsschutz muss gestärkt werden – bestehende Regelungen zum Hitzeschutz am Arbeitsplatz sind konsequent durchzusetzen. Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Polizei benötigen spezifische hitzeadaptierte Einsatzkonzepte.
Weiterlesen:
- Klimaschutz für Städte: 5 Milliarden Euro für grüne Revolution
- Infrastruktur-Debatte: Milliardenkosten für marode Brücken und Bahnsicherheit
Besonders gefährdet sind ältere und pflegebedürftige Menschen, Säuglinge und Kleinkinder, Schwangere sowie Menschen mit Vorerkrankungen. Auch Outdoor-Arbeiter und Obdachlose tragen ein hohes Risiko. Sozioökonomisch benachteiligte Menschen in städtischen Gebieten leben oft in schlecht isolierten Wohnungen ohne Klimaschutz.
Der Antrag wird nun den zuständigen Bundestagsausschüssen zur Beratung zugewiesen. Nach der Ausschussberatung folgt die Abstimmung im Bundestag. Die Grünen fordern eine zügige Umsetzung angesichts der bevorstehenden Sommermonate.
- Hitzeaktionsplan
- Kommunale Notfallpläne mit Warnsystemen, Kühlräumen und Schutzmaßnahmen für vulnerable Gruppen bei extremer Hitze.
- Cool Zones
- Klimatisierte, öffentlich zugängliche Räume mit kostenlosem Trinkwasser als Zufluchtsort bei Hitzewellen.
Warum ist Hitze so gefährlich?
Hitze gilt als tödlichstes Extremwetter. 99 Prozent aller extremwetterbedingten Todesfälle in Deutschland gehen auf Hitzeereignisse zurück.
Was soll das Green Hospitals-Programm bewirken?
Es soll Krankenhäuser, Pflegeheime und Gesundheitszentren mit Klimaanlagen, Verschattung und Begrünung ausstatten.
Wer ist besonders gefährdet?
Ältere Menschen, Kleinkinder, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Outdoor-Arbeiter und Obdachlose.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6343 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.







































































