- 11.000 Bundesbrücken deutschlandweit sanierungsbedürftig
- 29 Mio. Euro jährlich für Schleswig-Holstein bis 2032
- Konkrete Standorte als Verschlusssache eingestuft
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6305 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Nach dem Einsturz der Carolabrücke in Dresden 2024 und anhaltenden Sperrungen wie der Ringbahnbrücke in Berlin steht der Zustand deutscher Brücken im Fokus. Studien warnen vor einem alarmierenden Sanierungsstau. Beim Brückengipfel 2022 wurde die Priorisierung auf ein Kernnetz besonders wichtiger Autobahnabschnitte geändert.
- 11.000 Brücken-Teilbauwerke — benötigen deutschlandweit Modernisierung oder Ersatzneubau
- 4.000 Brücken — liegen im prioritären Kernnetz und sollen zuerst saniert werden
- 29 Mio. Euro jährlich — Mittelbedarf für Brückenerhaltung in Schleswig-Holstein bis 2032
- 2 Teilbauwerke — wurden in Schleswig-Holstein durchschnittlich pro Jahr in den letzten fünf Jahren modernisiert
Im Detail
In Anbetracht der sich in den letzten Jahren sowohl global als auch in Deutschland zunehmend verschärfenden Sicherheitslage würde durch die Veröffentlichung der Daten ein Sicherheitsrisiko entstehen, weil dadurch gezielte Sabotagen und Angriffe auf diese Infrastrukturen ermöglicht würden.
— Bundesregierung BT-Drs. 21/6305
Die deutsche Verkehrsinfrastruktur steht vor einer Herausforderung. Etwa 11.000 Brücken-Teilbauwerke im Bundesstraßen- und Autobahnnetz benötigen Modernisierung oder Ersatzneubau. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion zu Schleswig-Holstein hervor (BT-Drs. 21/6305).
Für die Brückenerhaltung in Schleswig-Holstein hat die Bundesregierung einen Mittelbedarf von 29 Millionen Euro jährlich bis 2032 ermittelt. Diese Summe wird aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität finanziert. EU-Förderprogramme oder andere externe Finanzierungsquellen sind für die Brückenerhaltung nicht vorgesehen.
Geheimhaltung aus Sicherheitsgründen
Konkrete Details zu den sanierungsbedürftigen Brücken in Schleswig-Holstein bleiben unter Verschluss. Die Bundesregierung stuft diese Informationen als „VS-Vertraulich“ ein und hat sie in der Geheimschutzstelle des Bundestages hinterlegt. Zur Begründung führt sie die „zunehmend verschärfende Sicherheitslage“ an.
„Durch die Veröffentlichung der Daten würde ein Sicherheitsrisiko entstehen, weil dadurch gezielte Sabotagen und Angriffe auf diese Infrastrukturen ermöglicht würden“, heißt es in der Antwort. Diese Einschätzung stützt sich auf einen Bundestagsbeschluss vom Januar 2026, der verschärfte Transparenzregeln zum Schutz Kritischer Infrastrukturen vorsieht.
Was gilt aktuell?
Das Bundesverkehrsministerium hat 2022 seine Prioritäten bei der Brückenmodernisierung geändert. Seitdem konzentriert sich die Regierung auf ein „Kernnetz“ von etwa 4.000 Brücken. Diese werden zuerst saniert. Anschließend wird die Modernisierung außerhalb des Kernnetzes systematisch fortgeführt.
In Schleswig-Holstein sind in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich zwei Brücken-Teilbauwerke pro Jahr modernisiert oder instandgesetzt worden. Bei einem geschätzten Bestand von über 1.000 Brücken im Bundesland würde es bei diesem Tempo mehrere Jahrhunderte dauern, bis alle sanierungsbedürftigen Bauwerke erneuert sind.
Carolabrücke als Wendepunkt
Der Einsturz der Carolabrücke in Dresden im September 2024 hat bundesweit die Diskussion über den Zustand der Verkehrsinfrastruktur verstärkt. Auch anhaltende Sperrungen wie die der Berliner Ringbahnbrücke verdeutlichen die Dringlichkeit. Studien von Transport & Environment weisen auf einen Sanierungsstau hin.
Seit Januar 2021 ist die Autobahn GmbH des Bundes für Planung, Bau, Betrieb und Erhaltung der Autobahnen zuständig. Die Brückenmodernisierung steht seitdem im Fokus ihrer Aufgaben. Die Gesellschaft informiert online über Bauprojekte und stellt eine „Baustellenkarte“ mit aktuellen Sperrungen zur Verfügung.
Verkehrsbehinderungen während der Bauarbeiten werden durch innovative Bauverfahren mit verkürzten Bauzeiten und optimierte Verkehrsführungen reduziert. Für Pendler und die Wirtschaft bleiben längere Bauphasen jedoch unvermeidbar.
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Betroffen sind Pendler, Wirtschaft und Logistikunternehmen in Schleswig-Holstein, die auf intakte Autobahnbrücken angewiesen sind. Verkehrsbehinderungen während Bauarbeiten können erhebliche volkswirtschaftliche Kosten verursachen.
Die Bundesregierung hat wesentliche Fragen zu konkreten Brückenstandorten und Details als Verschlusssache eingestuft und verweist auf andere Dokumente, ohne spezifische Antworten zu geben.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 04.06.2026)
- Brücken-Teilbauwerk
- Einzelne Abschnitte einer Brücke, die separat bewertet und saniert werden können.
- VS-Vertraulich
- Verschlusssache mit mittlerem Geheimhaltungsgrad zum Schutz vor unbefugter Kenntnisnahme.
- Kernnetz
- Besonders wichtige Autobahnabschnitte, die prioritär mit leistungsfähigen Brücken ausgestattet werden sollen.
Warum werden die Brückenstandorte geheim gehalten?
Die Bundesregierung befürchtet Sicherheitsrisiken durch mögliche Sabotagen und Angriffe auf die Verkehrsinfrastruktur.
Wie viele Brücken in Deutschland sind sanierungsbedürftig?
Etwa 11.000 Brücken-Teilbauwerke benötigen Modernisierung oder Ersatzneubau.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6305 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.




































































