- 150 Mio. Euro für ersten Rohstofffonds bewilligt
- Sieben neue Rohstoffpartnerschaften seit 2021
- Geheimer Aktionsplan wegen Versorgungsrisiken erstellt
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/5977 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat die Abhängigkeit Deutschlands von einzelnen Rohstofflieferanten deutlich gemacht. Bereits 2023 veröffentlichte das Bundeswirtschaftsministerium ein Eckpunktepapier für eine nachhaltige Rohstoffversorgung. Der Critical Raw Materials Act der EU trat 2024 in Kraft und definiert strategische Richtwerte: Bis 2030 sollen 10 Prozent der kritischen Rohstoffe aus EU-Gewinnung, 40 Prozent durch EU-Verarbeitung und 25 Prozent durch Recycling gedeckt werden.
- Sieben Partnerschaften — Neue oder erneuerte Rohstoffkooperationen seit 2021 mit Australien, Brasilien, Chile, Indien, Kanada, Usbekistan und Québec
- 17 strategische Rohstoffe — Von Aluminium bis Wolfram nach EU-Definition des Critical Raw Materials Act
- 65 Prozent Maximalanteil — Höchste erlaubte Abhängigkeit von einem Drittland bei strategischen Rohstoffen laut EU-Vorgaben
- 18 Beschwerdefälle — Eingänge beim BAFA seit 2023 zu Lieferkettensorgfaltspflichten im Rohstoffsektor
Im Detail
Die Bundesregierung unterstützt die deutschen Unternehmen bei der Diversifizierung ihrer Rohstoffversorgung mit unterschiedlichen Instrumenten, wie dem UFK und dem Rohstofffonds.
— Antwort BT-Drs. 21/5977
Deutschland hat seine Rohstoffstrategie seit 2021 erheblich ausgebaut. Neue internationale Partnerschaften wurden geschlossen. Wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken hervorgeht, werden sieben neue oder erneuerte Rohstoffpartnerschaften vereinbart und der erste nationale Rohstofffonds mit 150 Millionen Euro Eigenkapital gestartet.
Die Bundesregierung reagiert damit auf die durch den Ukraine-Krieg veränderte Situation bei kritischen Rohstoffen. Ein Aktionsplan des Nationalen Sicherheitsrats soll Unternehmen dabei helfen, Rohstoffversorgung zu diversifizieren und Lieferengpässe zu minimieren. Details werden aus sicherheitspolitischen Gründen nicht veröffentlicht.
Neue Rohstoffpartnerschaften seit 2021
Deutschland hat Kooperationsvereinbarungen mit Australien, Brasilien, Chile, Indien, Kanada, Usbekistan und Québec abgeschlossen oder erneuert. Die Partnerschaften konzentrieren sich auf kritische und strategische Rohstoffe wie Lithium, Kupfer, Seltene Erden und Wolfram. Mit Argentinien laufen derzeit Verhandlungen über eine weitere Partnerschaft.
Die Vereinbarungen enthalten unterschiedliche Schwerpunkte. Während die Kooperation mit Chile auf Lithiumgewinnung und -verarbeitung fokussiert, umfasst die Partnerschaft mit Kanada Technologien für Recycling und CO2-arme Veredelung. Usbekistan steht für Austausch zu Umweltstandards im Bergbau.
Was gilt aktuell bei der Rohstoffversorgung?
Deutschland importiert vor allem Rohstoffe der unteren Wertschöpfungsstufen. Erze, Konzentrate und Zwischenprodukte. Der Critical Raw Materials Act der EU definiert seit Mai 2024 verbindliche Ziele: Bis 2030 sollen 10 Prozent der kritischen Rohstoffe aus EU-Gewinnung stammen. 40 Prozent durch EU-Verarbeitung und 25 Prozent durch Recycling. Ein strategischer Rohstoff darf maximal zu 65 Prozent aus einem einzigen Drittland kommen.
Rohstofffonds startet operative Phase
Ende 2025 hat der von der KfW verwaltete Rohstofffonds seine erste Beteiligung getätigt: 150 Millionen Euro fließen an Vulcan Energy für die Lithiumgewinnung aus Thermalwässern am Oberrheingraben. Das Gesamtprojektvolumen beträgt rund 2,2 Milliarden Euro. Die geplante Bauzeit umfasst vier Jahre.
Weitere Projekte befinden sich laut Bundesregierung in vertiefter Prüfung. Der Fonds kann Eigenkapitalbeteiligungen an Rohstoffprojekten sowohl im In- als auch Ausland eingehen und soll die Versorgungssicherheit deutscher Unternehmen stärken.
Entwicklungshilfe mit Rohstoffbezug
Die Linke hat auch nach entwicklungspolitischen Aspekten der deutschen Rohstoffstrategie gefragt. Seit 2021 laufen über 40 Projekte der Entwicklungszusammenarbeit mit Rohstoffbezug in Afrika, Lateinamerika und Asien. Schwerpunkte sind verantwortungsvolle Lieferketten, lokale Wertschöpfung und Umweltstandards im Bergbau.
Allein für die Region der Großen Seen in Afrika engagiert sich Deutschland mit mehreren Projekten zur Eindämmung des Handels mit Konfliktrohstoffen. In der Demokratischen Republik Kongo unterstützt die Bundesregierung wirtschaftliche Entwicklung. Auch verantwortungsvolle Lieferketten im Bergbausektor stehen im Fokus.
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Betroffen sind deutsche Unternehmen aus Automobil-, Elektronik- und Energiebranche, die auf kritische Rohstoffe wie Lithium, Seltene Erden oder Kupfer angewiesen sind. Indirekt wirkt sich die Rohstoffsicherung auf Verbraucher bei Elektroautos, Handys und Energiewende-Technologien aus.
Die Bundesregierung beantwortet die meisten Fragen vollständig, verweigert aber Details zum geheimen Aktionsplan des Nationalen Sicherheitsrats aus sicherheitspolitischen Gründen.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 15.05.2026)
- Critical Raw Materials Act (CRMA)
- EU-Verordnung von 2024, die strategische und kritische Rohstoffe definiert und Diversifizierungsziele bis 2030 festlegt.
- Rohstofffonds
- Von der KfW verwalteter Fonds für Eigenkapitalbeteiligungen an Rohstoffprojekten zur Versorgungssicherung.
- Strategische Rohstoffe
- 17 EU-definierte Rohstoffe mit hoher Bedeutung für grünen und digitalen Wandel sowie Verteidigung, darunter Lithium, Kupfer und Seltene Erden.
Welche neuen Rohstoffpartnerschaften hat Deutschland geschlossen?
Seit 2021 wurden Partnerschaften mit Australien, Brasilien, Chile, Indien, Kanada, Usbekistan und Québec abgeschlossen oder erneuert.
Wie funktioniert der deutsche Rohstofffonds?
Die KfW verwaltet den Fonds mit Eigenkapitalbeteiligungen an Rohstoffprojekten. Ende 2025 erfolgte die erste Beteiligung bei Vulcan Energy für Lithiumgewinnung.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/5977 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.








































































