- Spionagefall in München zeigt Verwundbarkeiten im Wissenschaftssystem
- Nationale Plattform für Forschungssicherheit soll 2026 starten
- Grüne fragen 22 Details zum Schutz vor ausländischer Einflussnahme ab
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6448 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Am 20. Mai 2026 wurden in München zwei deutsche Staatsangehörige wegen des Verdachts der geheimdienstlichen Agententätigkeit für einen chinesischen Nachrichtendienst festgenommen. Die Bundesregierung hat im Dezember 2025 gemeinsam mit den Ländern und der Allianz der Wissenschaftsorganisationen ein Eckpunktepapier zur Einrichtung einer Nationalen Plattform für Forschungssicherheit verabschiedet. Diese soll deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen vor ausländischer Einflussnahme schützen.
Im Detail
Es liegt im nationalen Interesse, Forschungsvorhaben und Forschungsergebnisse wirksam vor ausländischer Einflussnahme und Spionage zu schützen.
— Vorbemerkung BT-Drs. 21/6448
Deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen sollen künftig besser vor ausländischer Spionage geschützt werden. Die Grünen-Fraktion im Bundestag erkundigt sich mit einer Kleinen Anfrage nach dem Stand des Aufbaus einer Nationalen Plattform für Forschungssicherheit. Anlass sind Festnahmen von zwei deutschen Staatsangehörigen im Mai 2026 wegen Verdachts der Spionage für China.
Die Beschuldigten haben versucht, wissenschaftliche Informationen über militärisch nutzbare Hochtechnologien zu erlangen, teilt der Generalbundesanwalt mit. Dabei ist es insbesondere um die Bereiche Luft- und Raumfahrt, Informatik und Künstliche Intelligenz gegangen. Die Verdächtigen haben gezielt ihre Identität verschleiert. So wollten sie Zugang zu Forschenden und sensiblen Informationen erhalten.
Was gilt aktuell?
Einen zentralen Schutz für deutsche Forschungseinrichtungen vor ausländischer Einflussnahme gibt es bislang nicht. Die Bundesregierung hat jedoch im Dezember 2025 gemeinsam mit den Ländern und der Allianz der Wissenschaftsorganisationen ein Eckpunktepapier zur Einrichtung einer Nationalen Plattform für Forschungssicherheit verabschiedet. Diese soll ab Januar 2027 vollständig einsatzfähig sein.
In ihrer Anfrage vom 11. Juni 2026 stellten die Grünen-Abgeordneten insgesamt 22 Fragen. Sie wollten unter anderem wissen, welche Schlüsse die Bundesregierung aus dem Münchener Spionagefall zieht und ob die Risikobewertung angepasst worden ist. Auch Details zum Personal, Budget und Zeitplan der geplanten Plattform werden erfragt.
Geplante Schutzmaßnahmen
Deutsche Wissenschaftler sollen durch die Nationale Plattform für Forschungssicherheit vor Täuschungsversuchen und Einflussnahme durch ausländische Akteure geschützt werden. Laut Roadmap beginnt ab Januar 2026 die Feinkonzeptionierung. Für 2026 ist eine Konsultation im Nationalen Sicherheitsrat vorgesehen, ab Herbst 2026 finden die erste Sitzung des Lenkungsgremiums sowie das ‚Soft Opening‘ der Servicestelle statt.
Die Grünen fragten auch nach möglichen Meldepflichten für verdächtige Kontaktaufnahmen. Ein Transparenzregister für Forschungsfinanzierungen durch ausländische Staaten ist ebenfalls Thema. Welche konkreten Schutzwirkungen die Plattform entfaltet, bleibt bislang unklar. Offen ist auch, welche Risiken sie nicht adressieren kann, ohne die Freiheit von Forschung und internationaler Zusammenarbeit einzuschränken.
Der Münchener Spionagefall unterstreicht nach Ansicht der Grünen die Dringlichkeit des Themas. Aus ihrer Sicht ist davon auszugehen, dass der bekannt gewordene Fall nur einen Ausschnitt eines größeren Sachverhalts sichtbar macht. Die Anfrage zielt darauf ab, die Verwundbarkeiten im deutschen Wissenschaftssystem aufzudecken und den Stand der geplanten Schutzmaßnahmen zu bewerten.
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Betroffen sind deutsche Hochschulen, Forschungseinrichtungen, forschungsnahe Unternehmen und Wissenschaftler, die in sensiblen Bereichen wie Luft- und Raumfahrt, Informatik oder Künstlicher Intelligenz arbeiten.
Die Bundesregierung muss die Kleine Anfrage binnen 21 Tagen, also bis zum 2. Juli 2026, beantworten. Die Grünen-Fraktion will insbesondere Details zum Zeitplan und Budget der geplanten Forschungsschutz-Plattform erfahren.
- Forschungsspionage
- Systematische Beschaffung von Forschungsergebnissen und wissenschaftlichen Informationen durch ausländische Geheimdienste.
- Dual-Use-Technologien
- Technologien, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können, wie etwa bestimmte Software oder Materialien.
Was ist die Nationale Plattform für Forschungssicherheit?
Eine geplante zentrale Stelle zum Schutz deutscher Forschungseinrichtungen vor ausländischer Spionage und Einflussnahme, die ab Herbst 2026 operativ sein soll.
Welcher Spionagefall gab den Anlass für die Anfrage?
Im Mai 2026 wurden in München zwei Deutsche wegen Verdachts der Agententätigkeit für China festgenommen, die Informationen über Hochtechnologien beschaffen wollten.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6448 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.



































































