- Universitäre Gartenbauwissenschaften schrumpfen deutschlandweit
- Hannover stellte bedeutendsten Standort bereits ein
- Maßnahmenpaket Zukunft Gartenbau soll Erosion stoppen
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6435 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Der Wissenschaftsrat hatte bereits 2024 seine Sorge über die Entwicklung in den Gartenbauwissenschaften zum Ausdruck gebracht. Besonders der Wegfall des Standorts Hannover, der 2006 noch als bedeutendste gartenbauwissenschaftliche Einrichtung Deutschlands galt, verdeutlicht die Erosion. Im Koalitionsvertrag wurde als Reaktion das Maßnahmenpaket Zukunft Gartenbau verankert, das den Erhalt und die Stärkung der finanziellen Unterstützung an Hochschulen vorsieht.
Im Detail
Ein deutliches Negativbeispiel dafür ist der gartenbauwissenschaftliche Standort an der Leibniz-Universität Hannover, über den der Wissenschaftsrat im Jahr 2006 noch festgestellt hat, dass er der letzte breit aufgestellte und die bedeutendste gartenbauwissenschaftliche Einrichtung in Deutschland sei.
— Vorbemerkung BT-Drs. 21/6435
Die Gartenbauwissenschaften in Deutschland verzeichnen einen Rückgang ihrer Forschungskapazitäten. Die Grünen-Fraktion hat mit einer Kleinen Anfrage die Bundesregierung aufgefordert, Auskunft über den Zustand und die Zukunft dieser Wissenschaftsdisziplin zu geben.
Die Anfrage behandelt die Entwicklung der universitären Kapazitäten in den Gartenbauwissenschaften. Diese Disziplin trägt zu Klimaschutz, Biodiversität und nachhaltiger Ernährung bei. Dennoch schrumpfen die universitären Kapazitäten kontinuierlich. Die Leibniz-Universität Hannover, die früher als bedeutende gartenbauwissenschaftliche Einrichtung Deutschlands galt, hat ihre Studiengänge eingestellt.
Was gilt aktuell?
Die Gartenbauwissenschaften sind an deutschen Universitäten nur noch fragmentiert vertreten. Nach Angaben des Wissenschaftsrats aus dem Jahr 2024 ist der Rückgang dieser Disziplin weit fortgeschritten. Gleichzeitig wächst der Bedarf an Forschung zu nachhaltiger Lebensmittelproduktion. Auch die Klimaanpassung in der Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle.
Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag das Maßnahmenpaket Zukunft Gartenbau verankert, das die finanzielle Unterstützung der Gartenbauwissenschaften an Hochschulen stärken soll. Teil des Pakets ist auch der Erhalt von mindestens zwei universitären Standorten.
21 Fragen zur Forschungslandschaft
Die Grünen-Abgeordneten Karl Bär, Dr. Ophelia Nick und weitere Fraktionsmitglieder haben 21 detaillierte Fragen gestellt. Diese beleuchten verschiedene Aspekte der gartenbauwissenschaftlichen Landschaft. Sie fragen nach der Entwicklung der Anzahl der Professuren in den vergangenen 20 Jahren. Auch nach Lehraufträgen und Studierendenzahlen wird gefragt.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Bereich Weinbau und Oenologie. Die Anfrage erkundigt sich nach dem prognostizierten Bedarf an Absolventen bis 2035. Geplante Maßnahmen zur Sicherung der Ausbildungskapazitäten stehen ebenfalls im Fokus. Auch die institutionelle Förderung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen ist Thema.
Praxisnahe Forschung unter Druck
Die Gartenbauwissenschaften zeichnen sich durch ihre praxisnahe, transdisziplinäre Ausrichtung aus. Forscher arbeiten direkt mit Obstbauern und Gemüsegärtnern zusammen. So bearbeiten sie Herausforderungen wie die Reduzierung von Pestiziden oder die Anpassung an den Klimawandel. Diese partizipativen Forschungsansätze sind jedoch in der Bundesförderung unterrepräsentiert.
Die Anfrage behandelt auch die internationale Dimension: Wie unterstützt die Bundesregierung die Sichtbarkeit deutscher Forschungsstandorte im internationalen Kontext? Die Kooperation spielt dabei eine wichtige Rolle. Im Weinbau sehen die Grünen Forschungsbedarf, um die Anpassung an den Klimawandel ohne Ertragsverluste sicherzustellen.
Zeitplan und finanzielle Bedarfe
Ein zentraler Punkt der Anfrage ist die konkrete Umsetzung des Maßnahmenpakets. Die Grünen fragen, wie viele Gespräche die Bundesregierung bereits mit den zuständigen Landesministerien geführt hat. Welche konkreten Angebote von den Ländern vorliegen, ist ebenfalls Thema. Auch nach dem finanziellen Bedarf für die kommenden zehn Jahre wird gefragt.
Die Drucksache 21/6435 zeigt, dass die Gartenbauwissenschaften trotz ihrer gesellschaftlichen Relevanz um ihre Zukunft kämpfen müssen. Die Antwort der Bundesregierung wird zeigen, ob das Maßnahmenpaket Zukunft Gartenbau den Rückgang stoppen kann.
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Betroffen sind Obst- und Gemüsebauern, Winzer, Gärtner und die Verbraucher, die auf nachhaltig produzierte Lebensmittel angewiesen sind. Auch Studierende und Forscher in diesem Bereich leiden unter den schrumpfenden Kapazitäten.
Die Bundesregierung hat 21 Tage Zeit, um die Anfrage zu beantworten. Anschließend wird die Antwort veröffentlicht und kann Grundlage für weitere parlamentarische Initiativen werden. Die Grünen hoffen auf konkrete Angaben zur Umsetzung des Maßnahmenpakets Zukunft Gartenbau.
- Gartenbauwissenschaften
- Wissenschaftsdisziplin, die sich mit dem Anbau von Obst, Gemüse, Zierpflanzen und deren nachhaltiger Produktion beschäftigt.
- Maßnahmenpaket Zukunft Gartenbau
- Im Koalitionsvertrag verankertes Programm zur Stärkung der gartenbauwissenschaftlichen Forschung und Lehre an deutschen Hochschulen.
Was sind Gartenbauwissenschaften?
Forschung zu Obst-, Gemüse- und Zierpflanzenanbau, die wichtige Beiträge zu nachhaltiger Ernährung, Klimaschutz und Biodiversität leistet.
Warum ist der Rückgang problematisch?
Weniger Forschung bedeutet weniger Innovation für nachhaltige Lebensmittelproduktion und Klimaanpassung in der Landwirtschaft.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6435 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.








































































