- 907.500 Euro BMZ-Förderung für Handwerksprojekt in 13 Ländern
- 715 Personen geschult, davon 378 Frauen (53 Prozent)
- Schlussrechnung fehlt — Kostenaufschlüsselung nicht möglich
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7089 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Das BMZ fördert über den Haushaltstitel ‚Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft‘ (Kapitel 2302, Titel 68701) Projekte, die staatliche Entwicklungszusammenarbeit durch privatwirtschaftliche Akteure ergänzen. Das Projekt ‚Handwerker ohne Grenzen‘ lief vom 1. Januar 2023 bis zum 1. Februar 2026 und zielte laut Projektbeschreibung auf die UN-Nachhaltigkeitsziele SDG 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum) sowie Geschlechtergleichstellung ab. Durchführungsorganisation war die SEQUA, eine Stiftung für wirtschaftliche Entwicklung und berufliche Qualifizierung. Eine externe Projektfortschrittskontrolle fand im Juli 2025 statt.
- 907.500 Euro — ausgewiesenes Finanzierungsvolumen des Projekts (Januar 2023 bis Februar 2026)
- 715 Personen — Gesamtzahl der durch das Projekt geschulten Handwerkerinnen und Handwerker
- 378 Frauen (ca. 53 %) — Anteil der weiblichen Teilnehmerinnen an allen Geschulten
- 35 Einsätze — Gesamtzahl der Schulungseinsätze durch 51 europäische Handwerkerinnen und Handwerker
- 13 Länder — Georgien, Madagaskar, Moldau, Namibia, Polen, Ruanda, Sambia, Togo, Tunesien, Uganda, Ukraine sowie Deutschland als Schulungsstandort für ukrainische und moldauische Handwerker
Im Detail
Das Projekt wurde noch nicht schlussgerechnet, sodass noch keine abschließenden Angaben zu den Kosten des Projekts vorliegen.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/7089
Mit einem Fördervolumen von 907.500 Euro hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zwischen Januar 2023 und Februar 2026 das Projekt „Handwerker ohne Grenzen“ finanziert. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (BT-Drs. 21/7089, datiert 10. Juli 2026) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Fördermittel verwendet wurden — eine vollständige Antwort bleibt das BMZ bislang schuldig.
Handwerker ohne Grenzen: Was das Projekt konkret umsetzte
Das Projekt „Handwerker ohne Grenzen“ ist ein Gemeinschaftsvorhaben deutscher und französischer Handwerksorganisationen, durchgeführt von der SEQUA (Stiftung für wirtschaftliche Entwicklung und berufliche Qualifizierung). Insgesamt absolvierten 51 europäische Handwerkerinnen und Handwerker im Projektzeitraum 35 Einsätze in verschiedenen Partnerländern. Dabei schulten sie Kolleginnen und Kollegen in Berufen wie Solartechnik, Orthopädietechnik, Kfz-Mechatronik, Schneiderei, Metallbau und Frisörhandwerk.
Die Einsätze fanden in zwölf Ländern statt: zwei in Georgien, sieben in Madagaskar, einen in Moldau, drei in Namibia, zwölf in Polen (für Handwerker aus der Ukraine und Moldau), einen in Ruanda, zwei in Sambia, einen in Togo, einen in Tunesien, zwei in Uganda sowie drei mit der Ukraine. Insgesamt wurden laut Bundesregierung 715 Personen geschult.
Frauenanteil über 50 Prozent
Ein Nebenziel des Projekts war laut Projektbeschreibung die Gleichberechtigung der Geschlechter. Die Bundesregierung teilt mit, dass 378 der geschulten Personen Frauen waren — das entspricht rund 53 Prozent aller Teilnehmenden. Bei verschiedenen Einsätzen arbeitete das Projekt zudem mit geflüchteten Personen zusammen. Weitergehende Aufschlüsselungen nach Zielgruppen liegen laut Bundesregierung nicht vor.
Schlussrechnung fehlt — Kosten unklar
Auf die zentralen Fragen der AfD-Fraktion nach einer Kostenaufschlüsselung sowie nach den Verwaltungskostenpauschalen und Management Fees, die an SEQUA gezahlt wurden, gibt die Bundesregierung keine konkrete Antwort: Das Projekt sei noch nicht schlussgerechnet, weshalb keine abschließenden Angaben zu den Kosten vorlägen. Damit bleibt offen, wie sich das Fördervolumen von 907.500 Euro auf Personal, Projektverwaltung, Beschaffungen oder Evaluierungen aufteilt.
Finanziert wurde das Projekt über den Haushaltstitel „Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft“, Kapitel 2302, Titel 68701. Es ist Teil der nicht-staatlichen Entwicklungszusammenarbeit und ergänzt nach Angaben des BMZ die bilaterale Zusammenarbeit im Schwerpunkt Berufsbildung und Beschäftigung. Eine Einbindung staatlicher Behörden der Partnerländer fand nicht statt; lokale Organisationen wurden auch nicht mit Sachmitteln gefördert.
Keine Mittelfehlverwendungen gemeldet
Die Bundesregierung bestätigt, dass bis zum Zeitpunkt der Antwort keine Mittelfehlverwendungen gemeldet wurden. Eine Projektfortschrittskontrolle durch eine externe Gutachterin fand im Juli 2025 statt; der entsprechende Bericht liegt dem BMZ vor. Zuständig für Evaluierungen des Projekts ist das BMZ selbst.
Das Projekt zielt darauf ab, Handwerkerinnen und Handwerker in den Partnerländern zu befähigen, ihren Betrieb effizienter zu führen und neue Fachkenntnisse anzuwenden. Damit sollen laut Bundesregierung verbesserter Marktzugang, gesteigerter Umsatz sowie höhere Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten erreicht werden — entsprechend dem UN-Nachhaltigkeitsziel SDG 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum).
Das Thema BMZ-Förderung von Stiftungen und Entwicklungsprojekten beschäftigt den Bundestag regelmäßig. Ähnliche Transparenzfragen stellten sich etwa bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung mit 23,4 Mio. Euro BMZ-Förderung in Afrika. Weitere aktuelle parlamentarische Vorgänge sind in der Übersicht der wichtigsten Drucksachen vom 21. Juli 2026 nachzulesen.
Weiterlesen:
- Rosa-Luxemburg-Stiftung: 23,4 Mio. Euro BMZ-Förderung in Afrika
- Bundestag 21.07.2026: Die wichtigsten Drucksachen
- Tiertransporte in Drittstaaten: 18 Fragen zum Tierschutz
Unmittelbar betroffen sind 715 Handwerkerinnen und Handwerker in 13 Ländern, die durch das Projekt Fachkenntnisse erhielten. Darunter befinden sich 378 Frauen (rund 53 Prozent) sowie bei verschiedenen Einsätzen geflüchtete Personen. Auf deutscher Seite war die SEQUA als Durchführungsorganisation eingebunden, auf europäischer Seite beteiligten sich 51 Handwerkerinnen und Handwerker an den 35 Einsätzen.
Bei den Fragen 1 und 2 zur Kostenaufschlüsselung und zu Verwaltungspauschalen verweist die Bundesregierung auf die noch ausstehende Schlussrechnung und macht keine konkreten Angaben. Alle übrigen Fragen werden inhaltlich beantwortet.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. Handwerker ohne Grenzen: 907.500 Euro BMZ-Förderung unter der Lupe →
- SEQUA
- Stiftung für wirtschaftliche Entwicklung und berufliche Qualifizierung; führt im Auftrag des BMZ Projekte der nicht-staatlichen Entwicklungszusammenarbeit durch.
- SDG
- Sustainable Development Goals — 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, auf die Entwicklungsprojekte ausgerichtet werden. SDG 8 steht für menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum.
- Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft
- BMZ-Förderinstrument, das staatliche Mittel mit privatwirtschaftlichem Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit kombiniert. Haushaltstitel Kapitel 2302, Titel 68701.
In welchen Ländern wurde das Projekt umgesetzt?
51 europäische Handwerkerinnen und Handwerker absolvierten 35 Einsätze in Georgien, Madagaskar, Moldau, Namibia, Polen, Ruanda, Sambia, Togo, Tunesien, Uganda und der Ukraine.
Wie hoch war das Fördervolumen des Projekts?
Das ausgewiesene Finanzierungsvolumen betrug 907.500 Euro, finanziert über Haushaltstitel Kapitel 2302, Titel 68701 (Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft).
Wurden Mittelfehlverwendungen gemeldet?
Nein, laut Bundesregierung wurden bis dato keine Mittelfehlverwendungen gemeldet.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7089 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.















































