- Bundeswehr soll auf mindestens 260.000 aktive Soldaten wachsen
- Feldjägertruppe muss Militärpolizei-Aufgaben für wachsende Streitkräfte leisten
- Drohnenabwehr, Reserve und Ausbildungskapazitäten der Feldjäger ungeklärt
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7470 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Bundesregierung plant, die Bundeswehr mittelfristig auf mindestens 260.000 aktive Soldaten zu vergrößern und den Aufbau der Reserve zu fördern. Gleichzeitig verpflichtet der OPLAN Deutschland die Streitkräfte zur Vorbereitung auf Landes- und Bündnisverteidigung, was verstärkte Truppenbewegungen alliierter Kräfte durch Deutschland — sogenannten Host Nation Support — einschließt. Diese Entwicklungen erhöhen nach Ansicht der Fragesteller den Bedarf an militärpolizeilicher Unterstützung durch die Feldjägertruppe erheblich. Hinzu kommt die politische Debatte über eine mögliche Wiedereinführung des Wehrdienstes, die laut Anfrage zusätzliche Anforderungen an die Feldjäger stellen würde.
Im Detail
Die Feldjäger werden künftig nicht nur eine größere Zahl von Soldaten militärpolizeilich unterstützen müssen, sondern auch bei der Sicherung militärischer Infrastruktur, der Regelung umfangreicher Marschbewegungen sowie bei Schutz- und Sicherungsaufgaben im Spannungs- und Verteidigungsfall eine Schlüsselrolle einnehmen.
— Vorbemerkung BT-Drs. 21/7470, Fragesteller AfD-Fraktion
Die Bundeswehr plant einen erheblichen Personalaufwuchs auf mindestens 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten. Diese Wachstumspläne stellen eine besondere Truppengattung vor neue Herausforderungen: die Feldjägertruppe, die militärische Militärpolizei der Bundeswehr. Mit der Kleinen Anfrage BT-Drs. 21/7470 vom 4. August 2026 beleuchten die AfD-Abgeordneten Prof. Dr. Daniel Zerbin und Jan Ralf Nolte, ob die Feldjägertruppe personell und materiell auf diese wachsenden Aufgaben vorbereitet ist.
Was die Feldjägertruppe leistet
Die Feldjägertruppe übernimmt als militärpolizeiliche Einheit der Bundeswehr ein breites Aufgabenspektrum: Sie sichert militärische Bewegungen und Einrichtungen, gewährleistet Ordnung und Disziplin in den Streitkräften und unterstützt nationale wie multinationale Einsätze. Im Verteidigungsfall — etwa bei großflächigen Truppenbewegungen alliierter NATO-Kräfte durch Deutschland im Rahmen des Host Nation Support — kommt der Feldjägertruppe nach Einschätzung der Fragesteller eine Schlüsselrolle zu. Auch die mögliche Wiedereinführung eines Wehrdienstes würde nach Ansicht der Antragsteller den militärpolizeilichen Bedarf erheblich steigern, unter anderem bei der Zuführung unerlaubt abwesender Soldaten.
Feldjägertruppe: Sieben Fragenblöcke an die Bundesregierung
Die Anfrage umfasst sieben detaillierte Fragenkomplexe. Zunächst fragt sie nach dem aktuellen Personalstand: Wie viele Dienstposten sind ausgebracht, wie viele besetzt, wie viele unbesetzt — und wie verteilen sich Lücken auf Dienstgradgruppen und Laufbahnen? Im zweiten Block geht es um Bedarfsanalysen: Welchen mittel- und langfristigen Personalbedarf sieht die Bundesregierung, und welche Zielrelation von Feldjägern je 1.000 Soldaten hält sie für erforderlich?
Ein weiterer Fragenkomplex befasst sich mit den Auswirkungen einer möglichen Wiedereinführung des Wehrdienstes auf die Feldjägertruppe. Besonderes Gewicht legen die Fragesteller auf die Drohnenabwehr: Die Anfrage erkundigt sich nach den aktuellen Befugnissen der Feldjäger in diesem Bereich, der vorhandenen Ausrüstung, der Zahl qualifizierter Feldjäger und dem weiteren Fähigkeitsbedarf. Drohnen gelten als wachsende Bedrohung für militärische Einrichtungen — die Frage, welche Rolle die Feldjägertruppe bei ihrer Abwehr spielen soll, ist sicherheitspolitisch zunehmend relevant.
Ausbildungskapazitäten und Reserve der Feldjägertruppe
Die Anfrage thematisiert auch die Ausbildungsinfrastruktur: Bestehen Engpässe bei der Nachwuchsgewinnung und im Lehrgangswesen? Wie viele Bewerber konnten in den vergangenen fünf Jahren mangels Ausbildungskapazitäten nicht berücksichtigt werden? Zudem fragt sie nach dem Stand der Reserve: Wie viele Reservisten der Feldjägertruppe gibt es, wie viele Reservistendienstposten sind beorderungsfähig, und wie hoch ist die Auffüllungsquote?
Schließlich geht es um strukturelle Planungen: Plant die Bundesregierung die Neuaufstellung zusätzlicher Feldjägerkompanien, Feldjägerregimenter oder Feldjägerdienstkommandos, und wenn ja, an welchen Standorten? Die Antwort der Bundesregierung steht noch aus. Der Debatte um den Bundeswehr-Aufwuchs und die damit verbundenen Personalfragen widmen sich auch andere Drucksachen der laufenden Wahlperiode — etwa zur nuklearen Abschreckungsdebatte sowie zu den Militärhilfen für die Ukraine, die ebenfalls Fragen der Kontrolle und Transparenz bei Verteidigungsausgaben aufwerfen.
Feldjägertruppe im sicherheitspolitischen Wandel
Der Hintergrund der Anfrage ist die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa. Deutschland nimmt als zentrales NATO-Transitland eine wichtige Rolle bei der Verlegung alliierter Kräfte ein. Der OPLAN Deutschland sieht vor, dass die Bundeswehr auch im Inland Verteidigungsaufgaben übernimmt. Für die Feldjägertruppe bedeutet das: mehr Soldaten zu betreuen, mehr Bewegungen zu sichern und möglicherweise neue Aufgaben wie die Drohnenabwehr zu übernehmen — all das bei einer Personalstruktur, deren konkreter Zustand durch die Anfrage erst transparent gemacht werden soll. Vergleichbare Fragen zur Ausstattung und Planung staatlicher Sicherheitsbehörden stellen sich auch auf anderen Ebenen, etwa bei der Bundespolizei-Hochschule.
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Unmittelbar betroffen sind Soldatinnen und Soldaten der Feldjägertruppe sowie das gesamte Bundeswehr-Personal, das auf militärpolizeiliche Unterstützung angewiesen ist. Mittelbar betroffen sind alle potenziellen Wehrpflichtigen, da eine mögliche Wiedereinführung des Wehrdienstes laut Anfrage den Personalbedarf der Feldjäger direkt beeinflusst. Auch Kommunen und Bürger in der Nähe von Bundeswehrstandorten und NATO-Transitrouten sind vom Thema Host Nation Support berührt.
Die Kleine Anfrage BT-Drs. 21/7470 wurde am 4. August 2026 eingereicht. Die Bundesregierung hat gemäß parlamentarischer Praxis 21 Tage Zeit zur Beantwortung, die Antwortfrist läuft bis zum 25. August 2026. Die Antwort wird als eigene Drucksache veröffentlicht.
- Feldjägertruppe
- Die militärpolizeiliche Truppengattung der Bundeswehr. Feldjäger sichern militärische Bewegungen, gewährleisten Ordnung und Disziplin und übernehmen Schutzaufgaben im In- und Auslandseinsatz.
- Host Nation Support
- Unterstützungsleistungen, die Deutschland als Gastland für durchziehende oder stationierte NATO-Verbündete erbringt — zum Beispiel Logistik, Infrastruktur und Sicherung von Transportrouten.
- OPLAN Deutschland
- Operationsplan des Bundesministeriums der Verteidigung zur Vorbereitung Deutschlands auf mögliche Landes- und Bündnisverteidigung, einschließlich Aufgaben im Spannungs- und Verteidigungsfall.
Was sind Feldjäger in der Bundeswehr?
Feldjäger sind die militärpolizeiliche Truppengattung der Bundeswehr. Sie gewährleisten militärische Ordnung und Disziplin, sichern militärische Bewegungen und übernehmen Schutzaufgaben im nationalen und multinationalen Einsatz.
Warum ist die Feldjägertruppe im Kontext des Bundeswehr-Aufwuchses relevant?
Mit einem geplanten Anstieg auf 260.000 aktive Soldaten und möglicher Wiedereinführung eines Wehrdienstes steigt auch der Bedarf an militärpolizeilicher Unterstützung — die Feldjägertruppe muss entsprechend mitwachsen.
Welche Rolle spielen Feldjäger bei der Drohnenabwehr?
Die Anfrage fragt konkret nach Befugnissen, Ausrüstung und Qualifikationsstand der Feldjäger im Bereich der Drohnenabwehr — eine Antwort der Bundesregierung liegt noch nicht vor.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7470 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.



































































