- 3.392 Dienstposten im Kommandobereich Feldjäger Bundeswehr ausgebracht
- Besetzungsgrad, Reservistenzahlen und Drohnenabwehr bleiben geheim
- Strukturanpassungen der Militärpolizei werden derzeit geprüft
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7656 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Deutschland richtet seine Streitkräfte verstärkt auf Landes- und Bündnisverteidigung aus. Die Bundeswehr soll laut Regierungsplänen auf mindestens 260.000 aktive Soldaten anwachsen. Parallel trat im Januar 2026 das Gesetz zur Stärkung der militärischen Sicherheit in der Bundeswehr in Kraft (BGBl. 2026 I Nr. 7), das auch die Befugnisse der Feldjäger im Bereich der Drohnenabwehr neu regelt. Der OPLAN Deutschland sowie die Funktion Deutschlands als NATO-Drehscheibe für Truppentransit erhöhen die Anforderungen an die militärpolizeiliche Leistung.
- 3.392 — umfangsrelevante Dienstposten im Kommandobereich Feldjäger Bundeswehr (Stand August 2026)
- 260.000 — angestrebte Mindest-Sollstärke der Bundeswehr insgesamt, auf die die Planung ausgerichtet wird
- 16. Januar 2026 — Inkrafttreten des Gesetzes zur Stärkung der militärischen Sicherheit in der Bundeswehr, das Feldjäger-Befugnisse bei der Drohnenabwehr neu regelt
Im Detail
Mit Stand August 2026 sind 3.392 umfangsrelevante Dienstposten im Kommandobereich Feldjäger Bundeswehr ausgebracht.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/7656, S. 3
Die Feldjägertruppe der Bundeswehr — die militärische Polizei der deutschen Streitkräfte — umfasst laut Bundesregierung mit Stand August 2026 genau 3.392 umfangsrelevante Dienstposten im Kommandobereich Feldjäger Bundeswehr. Das ist eine der wenigen konkreten Zahlen, die die Bundesregierung in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (BT-Drs. 21/7656, übermittelt am 18. August 2026) öffentlich preisgibt. Wie viele dieser Stellen tatsächlich besetzt sind, bleibt ebenso geheim wie Angaben zu Reservisten, Ausbildungskapazitäten und Drohnenabwehrfähigkeiten.
Was die Feldjägertruppe leistet
Feldjäger übernehmen in der Bundeswehr militärpolizeiliche Aufgaben: Sie gewährleisten militärische Ordnung und Disziplin, regeln Truppenbewegungen, sichern Einrichtungen und unterstützen sowohl nationale als auch multinationale Einsätze. Im Kontext der wachsenden NATO-Aktivitäten und der Funktion Deutschlands als Transitland für alliierte Kräfte — Stichwort Host Nation Support — wächst die Bedeutung dieser Truppengattung. Feldjäger fahnden auf Ersuchen von Disziplinarvorgesetzten auch nach unerlaubt abwesenden Soldaten, um die personelle Einsatzbereitschaft zu sichern.
Feldjägertruppe: Personalbedarf bleibt intransparent
Zentrale Fragen der Anfrage — etwa wie viele der 3.392 Dienstposten besetzt oder vakant sind und wie sich Vakanzen auf Dienstgradgruppen und Laufbahnen verteilen — beantwortet das Bundesministerium der Verteidigung nur in einer eingestuften Anlage (VS-NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH). Gleiches gilt für Angaben zu Ausbildungskapazitäten, Nachwuchsgewinnung und Lehrgangsplätzen sowie für die Lage bei der Reserve der Feldjägertruppe — Reservistenzahlen, Beorderungsquoten und Auffüllungsstand bleiben damit für die Öffentlichkeit vollständig unbekannt.
Zur Drohnenabwehr — einem zunehmend relevanten Einsatzfeld angesichts der Bedrohungslage in Europa — gibt die Bundesregierung immerhin öffentlich an, dass die rechtliche Grundlage für Feldjäger-Befugnisse in § 9 Nr. 1 und 2 UZwGBw sowie im Gesetz zur Stärkung der militärischen Sicherheit in der Bundeswehr vom 9. Januar 2026 (in Kraft seit 16. Januar 2026) geregelt ist. Wie viele Feldjäger für Drohnenabwehr qualifiziert sind und welche Ausrüstung dabei zur Verfügung steht, verweigert die Regierung vollständig — nicht einmal als Verschlusssache mit eingeschränktem Zugang, sondern grundsätzlich. Die Begründung: Eine Offenlegung, selbst sukzessive durch Kombination mit anderen Informationen, könnte potenziellen Störern ermöglichen, Abwehrmaßnahmen gezielt zu umgehen.
Personalbedarf im Aufwuchs-Kontext
Die Bundeswehr soll auf mindestens 260.000 aktive Soldaten anwachsen. Die Feldjägertruppe wird dabei nicht isoliert betrachtet, sondern in die ganzheitliche Streitkräfteplanung eingebunden, die sich an der Gesamtkonzeption der Bundeswehr orientiert. Konkrete Zielrelationen — etwa wie viele Feldjäger je 1.000 Soldaten angestrebt werden — nennt die Regierung nicht öffentlich. Mögliche strukturelle Anpassungen, einschließlich neuer Kompanien oder Regimenter, werden laut Antwort im Rahmen des Fähigkeitsprofils derzeit geprüft; konkrete Standortentscheidungen gibt es nicht.
Zur möglichen Wiedereinführung eines Wehrdienstes hält die Regierung fest, dass qualitative Auswirkungen auf die Aufgabenwahrnehmung der Feldjägertruppe nicht zu erwarten sind. Quantitative Folgen für den Personalbedarf seien derzeit nicht belastbar einzuschätzen. Dieser Befund verweist auf eine grundlegende Planungslücke: Die Bundeswehr befindet sich noch mitten in der konzeptionellen Neuausrichtung auf Landes- und Bündnisverteidigung.
Parlamentarisches Informationsrecht und seine Grenzen
Für zwei Teilfragen zur Drohnenabwehr (4c und 4e) verweigert die Bundesregierung die Auskunft gänzlich — auch nicht als eingestufte Anlage. Sie begründet dies damit, dass das Staatswohl das parlamentarische Informationsrecht ausnahmsweise überwiege. Das Fragerecht der Abgeordneten müsse in diesem Fall zurückstehen. Eingestufte Antworten zu anderen Fragen liegen im Parlamentssekretariat des Deutschen Bundestages und können dort von berechtigten Abgeordneten eingesehen werden. Dieser Umgang mit der parlamentarischen Kontrolle bei sicherheitsrelevanten Themen ist nicht ungewöhnlich, zeigt aber die engen Grenzen öffentlicher Transparenz im Bereich der Bundeswehr-Fähigkeiten.
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Betroffen sind unmittelbar die rund 3.392 Dienstposten umfassende Feldjägertruppe der Bundeswehr sowie potenziell alle aktiven Soldaten und Reservisten, die auf militärpolizeiliche Unterstützung angewiesen sind. Im Verteidigungsfall könnten auch Zivilisten in der Nähe militärischer Infrastruktur und Marschrouten von der Arbeit der Feldjäger betroffen sein.
Die Bundesregierung beantwortet den überwiegenden Teil der Fragen nicht öffentlich: Fragen zu Besetzungsstand, Ausbildungskapazitäten, Reservistenzahlen und Drohnenabwehr-Kapazitäten werden als VS-NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH eingestuft oder als VS-VERTRAULICH hinterlegt; die Fragen zu Drohnenabwehrkräften und deren Weiterentwicklung werden gänzlich verweigert.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. Feldjägertruppe: Bundeswehr-Aufwuchs auf 260.000 Soldaten →
- VS-NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH
- Niedrigster Geheimhaltungsgrad für Verschlusssachen der Bundeswehr. Informationen dieser Stufe dürfen nur von autorisiertem Personal eingesehen werden und werden nicht öffentlich veröffentlicht.
- Host Nation Support
- Unterstützungsleistungen, die Deutschland als Gastgebernation für NATO-Verbündete erbringt, etwa beim Transit von Truppen und Material durch deutsches Territorium.
- UZwGBw
- Gesetz über die Anwendung unmittelbaren Zwanges durch Soldaten der Bundeswehr — regelt unter anderem die Befugnisse der Feldjäger beim Einschreiten gegen Unbefugte und beim Umgang mit Drohnen.
Was sind Feldjäger?
Feldjäger sind die Militärpolizei der Bundeswehr. Sie sichern militärische Einrichtungen, regeln Truppenbewegungen, sorgen für Ordnung und Disziplin und unterstützen auch alliierte Kräfte beim Transit durch Deutschland.
Wie viele Feldjäger-Dienstposten gibt es?
Laut Bundesregierung sind mit Stand August 2026 genau 3.392 umfangsrelevante Dienstposten im Kommandobereich Feldjäger Bundeswehr ausgebracht. Wie viele davon besetzt sind, ist als Verschlusssache eingestuft.
Warum werden so viele Fragen nicht beantwortet?
Das Verteidigungsministerium stuft detaillierte Angaben zu Stärke, Besetzungsgrad, Drohnenabwehrkapazitäten und Reservisten als VS-NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH oder VS-VERTRAULICH ein, da eine Veröffentlichung Rückschlüsse auf konkrete Fähigkeiten ermöglichen und die Sicherheitsinteressen Deutschlands beeinträchtigen könnte.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7656 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
































































