- WDModG seit Januar 2026: Männer ab Jahrgang 2008 müssen Fragebogen ausfüllen
- Ab Juli 2027 wird verpflichtende Musterung für diese Jahrgänge eingeführt
- 35 Fragen zu Fragebögen, Musterungen, KDV-Anträgen und Bußgeldern im Q2 2026
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7467 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz (WDModG) ist am 1. Januar 2026 in Kraft getreten und führt nach der Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011 erstmals wieder verpflichtende Elemente ein. Alle nach dem 31. Dezember 2007 geborenen Männer erhalten Anschreiben des Bundesamts für Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBW) mit der Aufforderung, einen Fragebogen zu ihrer Bereitschaft zum Wehrdienst auszufüllen. Ab Juli 2027 folgt die verpflichtende Musterung. Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) hatte laut Anfrage am 24. Juni 2026 eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der der Start des neuen Wehrdienstes als erfolgreich bewertet wurde.
Im Detail
Vor dem Hintergrund, dass das neue Gesetz durchaus Pflichtelemente enthält und so Freiheitsrechte von jungen Menschen einschränkt, möchte die fragestellende Fraktion Einblick in den Umsetzungsstand des neuen so genannten freiwilligen Wehrdienstes erlangen.
— Vorbemerkung BT-Drs. 21/7467, Fraktion Die Linke
Seit dem 1. Januar 2026 gilt in Deutschland das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz (WDModG) — ein Gesetz, das nach 15 Jahren die Wehrpflicht in abgewandelter Form zurückbringt. Alle nach dem 31. Dezember 2007 geborenen Männer erhalten Anschreiben des Bundesamts für Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBW) und müssen einen Fragebogen zu ihrer Bereitschaft zum Wehrdienst ausfüllen. Ab Juli 2027 wird darüber hinaus die verpflichtende Musterung eingeführt. Wer Aufforderungen ignoriert, riskiert Bußgelder oder sogar eine polizeiliche Vorführung.
Wehrdienst-Modernisierungsgesetz: Was gilt aktuell?
Im laufenden Jahr 2026 liegt der Schwerpunkt auf der Fragebogenerhebung: Das BAPersBW schreibt sukzessive alle männlichen Jahrgänge ab 2008 an. Die Betroffenen geben auf einer Skala von 1 bis 10 an, wie bereit sie zu einem freiwilligen Wehrdienst wären. Wer Interesse signalisiert, kann zur Musterung eingeladen werden. Wer bereits Soldat oder Soldatin ist, soll das im Fragebogen angeben. Die Musterung selbst wird nach derzeitigem Stand erst ab Juli 2027 für alle Betroffenen verpflichtend — unabhängig davon, ob sie sich freiwillig gemeldet haben oder nicht. Wer einer Aufforderung wiederholt nicht nachkommt, dem drohen Bußgelder; Eskalationsstufen sind im Gesetz vorgesehen.
35 Fragen zur Umsetzung im zweiten Quartal 2026
Die Fraktion Die Linke richtet mit BT-Drs. 21/7467 vom 4. August 2026 insgesamt 35 detaillierte Fragen an die Bundesregierung. Sie verlangen Auskunft darüber, wie viele Personen im zweiten Quartal 2026 angeschrieben wurden, wie viele Fragebögen ausgefüllt zurückgekommen sind — aufgeschlüsselt nach digitalem Eingang, postalischem Versand und Abgabe in Karrierecentern — und wie die Verteilung auf der Bereitschaftsskala von 1 bis 10 aussieht. Besonders konkret fragt die Anfrage, wie viele Personen bereits bis zum 30. Juni 2026 ihren freiwilligen Wehrdienst angetreten haben und wie viele des Jahrgangs 2008 die Bundeswehr bis Jahresende einzuberufen plant.
Kriegsdienstverweigerung im neuen System
Ein weiterer Schwerpunkt der Anfrage gilt der Kriegsdienstverweigerung (KDV). Die Linke fragt, wie viele KDV-Anträge seit dem 1. April 2026 gestellt wurden, wie lange die Bearbeitungsdauer beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben beträgt und wie viele Anträge abgelehnt wurden. Auch die Frage, ob anerkannte Kriegsdienstverweigerer ab Juli 2027 trotzdem zur Musterung verpflichtet werden, ist Teil der Anfrage. Für Doppelstaatler fragt die Fraktion zusätzlich, welche im Ausland abgeleisteten Wehr- oder Ersatzdienste Deutschland anerkennt.
Musterungskapazitäten und Personalaufwuchs
Die Anfrage thematisiert auch die administrative Infrastruktur: Acht neue Musterungszentren in Bielefeld, Braunschweig, Dortmund, Jena, Kempten, Offenburg, Regensburg und Würzburg sollen entstehen. Gefragt wird, wann diese fertiggestellt werden und welche Personalzielgrößen angestrebt sind. Zudem erkundigt sich die Fraktion nach dem geplanten Personalaufwuchs für Musterungen und Erstuntersuchungen in den kommenden vier Jahren sowie nach dem finanziellen Mehrbedarf, den die Bundesregierung für die Erfassung und Musterung der wachsenden Rekrutenzahl veranschlagt.
Hintergrund der Anfrage ist laut Fraktion die Einschätzung, dass das WDModG trotz seiner Bezeichnung als Gesetz zum „freiwilligen Wehrdienst“ erhebliche Pflichtelemente enthält und damit Freiheitsrechte junger Menschen einschränkt. Das BMVg hatte den Start des neuen Wehrdienstes in einer Pressemitteilung vom 24. Juni 2026 als erfolgreich bewertet — die parlamentarische Kontrolle durch die Anfrage soll diese Einschätzung mit konkreten Zahlen unterlegen oder überprüfen lassen. Ähnliche Debatten um Sicherheitspolitik und staatliche Eingriffsbefugnisse finden sich auch in der Diskussion um neue Eingriffsbefugnisse des Verfassungsschutzes.
Die Bundesregierung hat nun bis zum 25. August 2026 Zeit, die 35 Fragen zu beantworten. Vergleichbare Beobachtungen zu Altersgruppen und staatlichen Pflichten finden sich auch in der Debatte um den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Schulkinder sowie zur Frage gesellschaftlicher Pflichten und staatlicher Leistungen insgesamt.
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Unmittelbar betroffen sind alle nach dem 31. Dezember 2007 geborenen Männer in Deutschland. Darüber hinaus stellt die Anfrage Fragen zu Personen, die ihren Geschlechtseintrag auf männlich geändert haben, zu Doppelstaatlern sowie zu bestehenden Soldatinnen und Soldaten, die ebenfalls angeschrieben wurden. Auch Kriegsdienstverweigerer und deren rechtliche Situation im neuen System werden thematisiert.
Die Linke: Aus Sicht der Fraktion enthält das WDModG trotz der Bezeichnung als ‚freiwilliger Wehrdienst‘ erhebliche Pflichtelemente, die Freiheitsrechte junger Menschen einschränken. Die Anfrage zielt darauf ab, den tatsächlichen Umsetzungsstand transparent zu machen. Pressemitteilung zu atomarer Abrüstung lesen →
Die Kleine Anfrage wurde am 4. August 2026 beim Deutschen Bundestag eingereicht (BT-Drs. 21/7467). Die Bundesregierung hat nun 21 Tage Zeit, die 35 Fragen schriftlich zu beantworten — die Antwortfrist läuft bis zum 25. August 2026. Die Antwort wird als eigenständige Drucksache veröffentlicht.
- WDModG
- Das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz, in Kraft seit 1. Januar 2026, führt verpflichtende Elemente des Wehrdienstes für Männer der Jahrgänge ab 2008 wieder ein.
- Kriegsdienstverweigerung (KDV)
- Verfassungsrechtlich garantiertes Recht, den Wehrdienst aus Gewissensgründen zu verweigern; Anträge werden beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben bearbeitet.
- BAPersBW
- Das Bundesamt für Personalmanagement der Bundeswehr ist die Behörde, die Anschreiben an wehrpflichtige Jahrgänge versendet und Fragebögen auswertet.
Was ist das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz?
Das WDModG trat am 1. Januar 2026 in Kraft und führt Pflichtelemente des Wehrdienstes wieder ein: Männer der Jahrgänge ab 2008 müssen einen Fragebogen ausfüllen und ab Juli 2027 zur Musterung erscheinen.
Was passiert, wenn jemand den Fragebogen nicht ausfüllt?
Laut Anfrage können Bußgelder verhängt werden; bei Nichtreaktion auf die Musterungsaufforderung droht polizeiliche Vorführung oder Musterung nach Aktenlage.
Wann müssen die Jahrgänge ab 2008 zur Musterung?
Ab Juli 2027 sind alle nach dem 31. Dezember 2007 geborenen Männer zur Musterung verpflichtet, unabhängig von einer freiwilligen Meldung.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7467 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.



































































