Antrag eingereicht
- AfD fordert Evidenz-Kennzeichnung für Ernährungsempfehlungen
- Bundeszentrums-Veröffentlichungen sollen Studienbasis transparent machen
- Methodische Standards für Ernährungsforschung sollen verschärft werden
Ernaehrungsempfehlungen: AfD fordert Transparenz-Standards beim BZfE
Hintergrund
In der Ernährungsforschung basieren viele Empfehlungen auf Beobachtungsstudien, die nur Zusammenhänge, aber keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen zeigen können. Hochwertige randomisierte Studien sind im Ernährungsbereich schwer durchführbar. International etablierte Standards wie GRADE unterscheiden bereits zwischen verschiedenen Evidenzgraden und deren Vertrauenswürdigkeit.
Ernährungskommunikation staatlicher Stellen beeinflusst alltägliche Gesundheitsentscheidungen, wie Einkauf, Verzehr oder Vorsorge in der Breite der Bevölkerung.
— Begründung BT-Drs. 21/6031
Die AfD-Fraktion hat am 20. Mai 2026 einen Antrag zur staatlichen Ernährungskommunikation im Bundestag eingereicht (BT-Drs. 21/6031). Verbindliche Transparenz- und Evidenzstandards für Veröffentlichungen des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) sind erforderlich.
Kennzeichnungspflicht für Studienbasis
Künftig soll jede Ernährungsempfehlung oder gesundheitsbezogene Aussage für die Allgemeinbevölkerung sichtbar ausweisen, auf welcher Art von Studien sie basiert. Dies ist bemerkenswert, da bislang keine einheitlichen Kennzeichnungsstandards existierten. Die Kennzeichnung umfasst die Evidenzgrundlage, den Evidenzgrad nach einem standardisierten Bewertungsverfahren wie GRADE sowie die Stärke der Aussage – ob „Hinweise auf Assoziation“ oder „wahrscheinliche kausale Zusammenhänge“ vorliegen.
Verbraucher sollen auf einen Blick erkennen können, ob eine Ernährungsempfehlung wissenschaftlich gesichert ist oder nur auf Beobachtungen beruht.
Zusätzlich sieht der Antrag die Ausweisung zentraler Limitationen und Unsicherheiten in verständlicher Form vor. Empfehlungen, die überwiegend auf Beobachtungsdaten beruhen, dürfen nicht als gesicherte Ursache-Wirkungs-Beziehungen dargestellt werden.
Stärkung der Interventionsforschung
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der gezielten Förderung methodisch hochwertiger Interventionsstudien im Ernährungsbereich. Hintergrund ist die bisherige Dominanz von Beobachtungsstudien in der Ernährungsforschung. Die AfD schlägt pragmatische randomisierte Studien in alltagsnahen Settings wie Schulen oder Betrieben vor. Replikationsstudien sollen unterstützt werden. Auch Forschungsvorhaben, die Evidenz aus verschiedenen methodischen Ansätzen systematisch kombinieren, sind zu fördern.
Bei Beobachtungs- und Fall-Kontroll-Studien will die Fraktion strenge Qualitätskriterien einführen. Diese umfassen die Vorregistrierung der Fragestellung sowie nachvollziehbare Strategien gegen Störfaktoren. Größtmögliche Datentransparenz unter Beachtung des Datenschutzes wird gefordert.
Die AfD begründet den Antrag damit, dass staatliche Ernährungskommunikation als „amtlich“ wahrgenommen wird und deshalb methodisch eingeordnet werden muss. Bei der Bildungspolitik oder Vereinsförderung setzt die Partei ebenfalls auf evidenzbasierte Standards und Transparenz.
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Weitere Anträge der AfD zu wissenschaftlichen Standards: EU-Emissionshandel stoppen und Nord Stream-Untersuchungsausschuss.
Betroffen sind alle Verbraucher, die sich an staatlichen Ernährungsempfehlungen orientieren. Das Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) erreicht mit seinen Publikationen breite Bevölkerungsschichten bei Einkaufs- und Ernährungsentscheidungen.
Der Antrag durchläuft nun das parlamentarische Verfahren. Zunächst wird er einem Fachausschuss zugewiesen, wo über die Forderungen beraten wird. Eine erste Lesung im Plenum steht noch aus, ebenso die Position der Bundesregierung zu den vorgeschlagenen Transparenzstandards.
- GRADE-System
- Internationaler Standard zur Bewertung der Qualität wissenschaftlicher Evidenz und Stärke von Empfehlungen in der Medizin.
- Beobachtungsstudien
- Studien, die Zusammenhänge zwischen Faktoren beobachten, aber keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen beweisen können.
- Interventionsstudien
- Kontrollierte Studien, bei denen Teilnehmer gezielt einer bestimmten Behandlung zugewiesen werden.
Was soll sich bei Ernährungsempfehlungen ändern?
Staatliche Empfehlungen sollen künftig sichtbar kennzeichnen, auf welcher Art von Studien sie basieren und wie sicher die Erkenntnisse sind.
Welche Standards fordert die AfD konkret?
Empfehlungen sollen Evidenzgrad, Stärke der Aussage und zentrale Unsicherheiten ausweisen, ähnlich wie in der Medizin üblich.























































