Beantwortet
Grüne fordern Verbot von Ewigkeitschemikalien im Trinkwasser
Die Grünen-Fraktion hat am 5. Mai 2026 einen Antrag zur Bekämpfung der Trinkwasserverschmutzung durch sogenannte Ewigkeitschemikalien vorgelegt (BT-Drs. 21/5761). Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) stellen laut dem Antrag eine wachsende Bedrohung für Umwelt und Gesundheit dar.
PFAS werden als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet, weil sie praktisch nicht zerfallen und für immer in der Umwelt bleiben – sie sammeln sich in Grundwasser, Lebensmitteln und im menschlichen Körper an.
Mehr als 1500 Kontaminationen in Deutschland
Deutschland verzeichnet bereits über 1500 Boden- und Grundwasserkontaminationen mit PFAS. Besonders problematisch ist Trifluoressigsäure (TFA). Diese wird häufiger nachgewiesen als jedes andere PFAS. Deutsche Behörden stufen TFA als „wahrscheinlich fruchtbarkeitsschädigend bei Menschen“ ein.
Eine skandinavische Studie schätzt etwa 12.000 jährliche Todesfälle in der EU im Zusammenhang mit erhöhten PFAS-Werten. Dies ist bemerkenswert, da die gesundheitsbezogenen Folgekosten bei 50 bis 80 Milliarden Euro pro Jahr liegen. Mehr als 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland weisen signifikante PFAS-Mengen im Blut auf.
Umfassendes Maßnahmenpaket gefordert
Der Antrag unter Federführung von Karl Bär fordert die Bundesregierung zu acht konkreten Schritten auf. Dazu gehört die Anweisung an das Bundesamt für Verbraucherschutz, alle Pflanzenschutzmittel vom Markt zu nehmen, die zu TFA zerfallen. Zusätzlich soll klargestellt werden, dass PFAS-Einleitungen in Gewässer nicht genehmigungsfähig sind.
Die Grünen verlangen ein Verbot der Herstellung PFAS-behandelter Papiere. Stärkere Kontrollen von Importprodukten werden ebenfalls gefordert. Wie bereits die Linke bei Lebensmitteln fordern auch die Grünen die Durchsetzung des Verursacherprinzips: Hersteller und Importeure sollen für toxische Belastungen finanziell zur Verantwortung gezogen werden.
Hintergrund ist, dass als Hauptquellen für PFAS-Belastungen fluorierte Pestizide, Kühlmittelgase sowie Abwässer der chemischen Industrie und imprägnierte Textilien identifiziert werden. Die Grünen unterstützen zudem ein EU-weites Gruppenverbot von PFAS im Rahmen der REACH-Verordnung.























































