- 15,2% der Kinder in Deutschland leben in Armut
- Grüne fordern jährlich 1 Mrd. Euro mehr für Kita-Qualität
- 5 Mrd. Euro Investitionen in Ganztagsbetreuung geplant
Bildungschancen: Grüne fordern Milliarden für Kita-Qualität
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6336 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Ein aktueller UNICEF-Bericht zeigt, dass Deutschland beim Kindeswohl nur Platz 25 von 37 wohlhabenden Staaten erreicht. Vier von zehn Jugendlichen erreichen grundlegende Mindeststandards in Lesen und Mathematik nicht. Aus gut situierten Elternhäusern schaffen 90 Prozent der Jugendlichen die Grundkompetenzen, aus sozioökonomisch schwachen Familien nicht einmal jeder Zweite. Jährlich verlassen mehr als 64.000 junge Menschen die Schule ohne Abschluss.
- 15,2% — Kinderarmutsquote in Deutschland laut UNICEF
- 1 Milliarde Euro — Jährliche Mehrausgaben für Kita-Qualität gefordert
- 5 Milliarden Euro — Investitionen für Ganztagsbetreuung geplant
- 64.000 — Junge Menschen verlassen jährlich die Schule ohne Abschluss
- 25.000 — Mindestens so viele Kitas und Schulen sind sanierungsbedürftig
Im Detail
Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt und landet beim Kindeswohl dennoch nur auf Platz 25 von 37 wohlhabenden Staaten. Die Kinderarmutsquote stagniert laut UNICEF seit Jahren auf einem hohen Niveau von 15,2 Prozent.
— Antragsbegründung BT-Drs. 21/6336
Die Kinderarmutsquote in Deutschland stagniert seit Jahren auf 15,2 Prozent. Jedes fünfte Kind ist von Armut betroffen, so die Bertelsmann-Stiftung. Die Grünen-Fraktion fordert mit ihrer Drucksache 21/6336 vom 9. Juni 2026 eine nationale Bildungsoffensive zur Entkopplung der Bildungschancen vom Elterneinkommen.
Was gilt aktuell?
Deutschland erreicht beim Kindeswohl international nur Platz 25 von 37 wohlhabenden Staaten. Vier von zehn Jugendlichen verfehlen grundlegende Mindeststandards in Lesen und Mathematik. Besonders deutlich zeigt sich: Der Bildungserfolg hängt stark von der sozialen Herkunft ab. Während aus gut situierten Elternhäusern 90 Prozent der Jugendlichen die Grundkompetenzen erreichen, schafft dies aus sozioökonomisch schwachen Familien nicht einmal jeder Zweite.
Die Grünen-Fraktion macht die schwarz-rote Koalition für Verzögerungen bereits angekündigter Maßnahmen verantwortlich. Investitionen wie die Ausweitung des Startchancen-Programms stehen zwar im Koalitionsvertrag. Die Erhöhung der Ganztagsmittel ebenso. Umgesetzt werden sie aber nicht.
Milliardenschwere Forderungen
Der Antrag enthält konkrete Finanzforderungen. Eine Milliarde Euro mehr jährlich soll in die Qualität der frühkindlichen Bildung fließen, fordern die Grünen. Für Ganztagsbetreuung sind fünf Milliarden Euro Investitionen und zwei Milliarden Euro jährliche Betriebskosten bis 2030 nötig. Ein verpflichtend beitragsfreies letztes Kita-Jahr mit Sprachstandserhebung und individueller Förderung soll bundesweiter Qualitätsstandard werden.
Jährlich verlassen mehr als 64.000 junge Menschen die Schule ohne Abschluss. Dies bedeute für viele ein erhöhtes Risiko von Armut und prekärer Beschäftigung im späteren Leben, argumentieren die Grünen. Sie sehen hier einen direkten Zusammenhang zur Altersarmut. Deshalb fordern sie eine grundlegende Reform des Bildungssystems.
Soziale Entmischung der Schulen
In der sozialen Entmischung der Schulen sehen die Grünen einen zentralen Faktor. Wo Kinder aus armen und wohlhabenden Familien getrennt voneinander zur Schule gehen, sind die Bildungsergebnisse insgesamt schlechter. In Schulen mit vielen benachteiligten Kindern fehlt es häufiger an qualifiziertem Personal. Auch Lehrmaterial und intakte Infrastruktur sind oft Mangelware. Mindestens 25.000 Kitas und Schulen sind sanierungsbedürftig.
Der Antrag fordert auch die Einführung kostenfreier, gesunder Mahlzeiten aus biologischen und regionalen Lebensmitteln nach DGE-Qualitätsstandards – beginnend mit Startchancen-Schulen in sozial benachteiligten Lagen. Parallel diskutiert die AfD andere Entlastungsansätze wie Steuersenkungen.
Die Grünen betonen, dass bereits die frühen Lebensjahre entscheidend für Sprachentwicklung und die gesamte Bildungsbiografie seien. Kitas sind nicht nur Betreuungs-, sondern auch Bildungsorte. Der erste PISA-Schock liegt mittlerweile 25 Jahre zurück. Die grundlegenden Herausforderungen bestehen jedoch weiter.
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Betroffen sind besonders die 15,2 Prozent armutsgefährdeten Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Dies entspricht etwa jedem fünften Kind. Besonders benachteiligt sind Kinder aus Migrationsfamilien und sozioökonomisch schwachen Haushalten.
Der Antrag wird zunächst dem zuständigen Bildungsausschuss zugewiesen und dort beraten. Anschließend folgt die Abstimmung im Bundestag. Die Grünen-Fraktion drängt auf eine schnelle Umsetzung noch in dieser Legislaturperiode.
- Startchancen-Programm
- Förderprogramm des Bundes für Schulen in sozial benachteiligten Lagen mit zusätzlicher Ausstattung und Personal.
- QEG
- Qualitätsentwicklungsgesetz für Kitas – geplantes Gesetz zur dauerhaften Verbesserung der frühkindlichen Bildungsqualität.
Wie hoch ist die Kinderarmutsquote in Deutschland?
Laut UNICEF leben 15,2 Prozent der Kinder in Deutschland in Armut. Die Bertelsmann-Stiftung beziffert sogar jedes fünfte Kind als armutsbetroffen.
Was fordern die Grünen konkret?
Eine Milliarde Euro mehr jährlich für Kita-Qualität, fünf Milliarden Euro für Ganztagsbetreuung und ein verpflichtend beitragsfreies letztes Kita-Jahr mit Sprachförderung.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6336 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.




























































