- 199 antisemitische Straftaten in drei Monaten
- 154 Taten dem Rechtsextremismus zugeordnet
- Drei Personen verletzt, keine Todesopfer
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/5845 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Fraktion Die Linke fragt seit 2008 quartalsmäßig nach antisemitischen Straftaten. Verschiedene Studien wie die Mitte-Studie 2025 der Friedrich-Ebert-Stiftung und die Leipziger Autoritarismus-Studie zeigen, dass Antisemitismus in der gesamten deutschen Gesellschaft verbreitet ist — nicht nur in rechtsextremen Kreisen.
- 199 Straftaten — Gesamtzahl antisemitischer Delikte im ersten Quartal 2026
- 154 Fälle — Dem Rechtsextremismus zugeordnete Straftaten (77% aller Fälle)
- 104 Volksverhetzungen — Häufigste Deliktform unter den antisemitischen Straftaten
- 8 Gewalttaten — Schwere Straftaten mit körperlicher Gewalt
- 130 Tatverdächtige — Ermittelte Personen, keine Festnahmen
Im Detail
Antisemitische Straftaten bedrohen jüdische Menschen in Deutschland und stellen einen Angriff auf unsere Demokratie dar.
— Vorbemerkung der Fragesteller
Die Zahl antisemitischer Straftaten in Deutschland bleibt auf hohem Niveau. Im ersten Quartal 2026 registrierte das Bundeskriminalamt 199 Straftaten mit antisemitischem Hintergrund. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion hervor (BT-Drs. 21/5845 vom 7. Mai 2026).
Mit 154 Fällen stammten mehr als drei Viertel aller antisemitischen Straftaten aus dem rechtsextremen Spektrum. Weitere 17 Taten sind ausländischen Ideologien zuzuordnen. Acht religiösen Ideologien. Drei Straftaten haben einen linksextremen Hintergrund, 21 werden sonstigen Zuordnungen zugerechnet.
Was gilt aktuell?
Antisemitische Straftaten werden seit 2001 systematisch als politisch motivierte Kriminalität erfasst. Das Bundeskriminalamt unterscheidet dabei nach den Motivationsrichtungen der Täter, heißt es. Die Erfassung erfolgt über den kriminalpolizeilichen Meldedienst, wobei auch der Verdacht einer antisemitischen Motivation zur Meldung führt.
Volksverhetzung nach § 130 StGB dominiert mit 104 Fällen das Deliktspektrum. Dazu kommen acht Gewalttaten, darunter gefährliche Körperverletzung und Bedrohungen. Weitere häufige Delikte sind Sachbeschädigungen. Auch das Verwenden verfassungswidriger Kennzeichen spielt eine Rolle.
Wie hat sich das entwickelt?
Die aktuellen Zahlen zeigen einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Im ersten Quartal 2025 wurden 1.406 antisemitische Straftaten registriert — siebenmal mehr als 2026. Damals sind 33 Gewalttaten und 19 Verletzte gezählt worden, während 2026 acht Gewalttaten und drei Verletzte zu verzeichnen sind.
Die meisten Straftaten ereigneten sich in Thüringen (26), Brandenburg (38) und Nordrhein-Westfalen (27). In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wurde kein Fall gemeldet. Die detaillierte Aufschlüsselung nach Tatorten zeigt eine ungleichmäßige Verteilung über das Bundesgebiet.
Zu den 199 Straftaten sind bislang 130 Tatverdächtige ermittelt worden. Es hat weder Festnahmen noch Haftbefehle gegeben. Drei Personen sind bei antisemitischen Übergriffen verletzt worden — jeweils eine in Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Alle Verletzten haben leichte Blessuren erlitten.
Die Bundesregierung verweigert Auskünfte über spezielle Polizeioperationen gegen antisemitische Straftäter mit Verweis auf laufende Ermittlungsverfahren und den Schutz operativer Maßnahmen.
Weiterlesen:
Betroffen sind in erster Linie jüdische Menschen in Deutschland, die durch diese Straftaten bedroht werden. Die Bundesregierung sieht darin einen Angriff auf die Demokratie insgesamt.
Die Bundesregierung beantwortet alle Fragen vollständig mit konkreten Zahlen und detaillierten Tabellen.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 07.05.2026)
- UTF Antisemitisch
- Unterthemenfeld in der polizeilichen Erfassung politisch motivierter Kriminalität, das antisemitische Straftaten kategorisiert.
- PMK-rechts
- Politisch motivierte Kriminalität aus dem rechtsextremen Spektrum — die häufigste Kategorie bei antisemitischen Straftaten.
Wie viele antisemitische Straftaten gab es im ersten Quartal 2026?
Das Bundeskriminalamt registrierte 199 antisemitische Straftaten zwischen Januar und März 2026.
Welche Gruppen verüben die meisten antisemitischen Straftaten?
154 der 199 Straftaten werden dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet — das sind mehr als drei Viertel aller Fälle.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/5845 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.








































































