- GIZ plant feste Repräsentanz in Damaskus
- 16,5 Millionen Syrer brauchen humanitäre Hilfe
- Deutsche Journalistin war in Syrien inhaftiert
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6309 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Syrien befindet sich nach dem Ende des Assad-Regimes und der Machtübernahme durch die islamistische HTS-Bewegung in einer fragilen Übergangsphase. 16,5 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, viele Städte liegen in Trümmern. Die internationale Gemeinschaft diskutiert über die Bedingungen für den Wiederaufbau, während gleichzeitig Bedenken über Menschenrechtsverletzungen durch das neue Regime bestehen.
- 16,5 Millionen Menschen — sind in Syrien auf humanitäre Hilfe angewiesen
- 23. April 2026 — Deutsche Botschaft erhielt direkten Zugang zu inhaftierter Journalistin Eva Maria Michelmann
- Whole of Syria-Ansatz — Deutschland will alle Landesteile und ethnischen Gruppen erreichen
Im Detail
Die GIZ wird die Arbeit in Syrien ausweiten. Fokus liegt bei neuen Aufträgen auf guter Regierungsführung, Rechtsstaatlichkeit, Ausbildung und Beschäftigung, Aufbau des Gesundheitssystems.
— Antwort der Bundesregierung BT-Drs. 21/6309
Die deutsche Entwicklungsorganisation GIZ plant den Aufbau eines Büros in der syrischen Hauptstadt Damaskus. Dies bestätigt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion vom 4. Juni 2026 (BT-Drs. 21/6309). Die Erweiterung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit erfolgt vor dem Hintergrund des anhaltenden Wiederaufbaubedarfs in Syrien.
16,5 Millionen Menschen in Syrien sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Zahlreiche Städte liegen nach jahrelangen Konflikten in Trümmern. Viele Kinder haben seit Jahren keinen Zugang zu Bildung. Der Wiederaufbau grundlegender Infrastruktur steht im Mittelpunkt der Bemühungen – darunter Wasser- und Stromversorgung, aber auch Wohnraum. Schulen und Krankenhäuser sind besonders betroffen.
Neue Schwerpunkte der Entwicklungshilfe
Die GIZ will ihre Arbeit in Syrien deutlich ausweiten, heißt es. Bei neuen Aufträgen konzentriert sich die Organisation auf Regierungsführung und Rechtsstaatlichkeit. Ausbildung und Beschäftigung stehen ebenfalls im Fokus. Der Aufbau des Gesundheitssystems ist ein weiterer Schwerpunkt. Bereits jetzt verbessert die GIZ im Auftrag der Bundesregierung die Lebensgrundlagen der syrischen Bevölkerung, indem sie berufliche Bildungsangebote ausbaut und bei der medizinischen Versorgung hilft.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Sicherung von Wohn-, Land- und Eigentumsrechten von Geflüchteten. Die Organisation verfolgt einen „Whole of Syria-Ansatz“. Dadurch sollen alle Landesteile erreicht werden. Ethnische, religiöse und konfessionelle Gruppen werden einbezogen – Kurden, Drusen, Christen und Alawiten.
Was gilt aktuell?
Deutschland warnt weiterhin vor Reisen nach Syrien. Das Auswärtige Amt hat eine offizielle Reisewarnung ausgesprochen und veröffentlicht regelmäßig aktualisierte Sicherheitshinweise. Die politische Lage bleibt nach der Machtübernahme durch die islamistische HTS-Bewegung unbeständig.
Die GIZ arbeitet bereits in verschiedenen syrischen Regionen. Sie finanziert sich ausschließlich auf Projektbasis. Ein separates Budget für das geplante Damaskus-Büro gibt es nicht. Zu konkreten Zeitplänen macht die Bundesregierung aus Sicherheitsgründen keine Angaben – ebenso wenig zu Stellenzahlen oder Sicherheitsmaßnahmen.
Strenge Compliance-Regeln
Um eine Unterstützung islamistischer Strukturen zu verhindern, unterzieht die Bundesregierung alle Finanzierungsbeiträge einer außenpolitischen Unbedenklichkeitsprüfung. Eine kaufmännische Eignungsprüfung findet statt. Die GIZ arbeitet nach strengen Compliance-Richtlinien und führt EU- und UN-Sanktionslistenprüfungen durch. Alle Partnerorganisationen werden vor der Zusammenarbeit intensiv überprüft.
Das internationale Engagement Deutschlands in Krisenregionen steht unter verstärkter parlamentarischer Beobachtung. Die GIZ verfügt über ein weltweites Online-Hinweisgebersystem. Über dieses können Verstöße vertraulich und anonym gemeldet werden.
Journalistin aus Haft entlassen
Die Sicherheitslage für Deutsche in Syrien bleibt schwierig. Die deutsche Journalistin Eva Maria Michelmann ist mutmaßlich in syrischer Haft gewesen. Nach intensiven diplomatischen Bemühungen hat die Deutsche Botschaft am 23. April 2026 direkten Zugang zu ihr erhalten. Das Auswärtige Amt setzt sich weiterhin für konsularischen Zugang ein.
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit koordiniert ihre Aktivitäten eng mit anderen internationalen Gebern und Organisationen. In Prüfmissionen findet eine vorherige Abstimmung mit bereits tätigen Akteuren statt, um bestehende Ansätze wirksam zu flankieren.
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Betroffen sind die 16,5 Millionen hilfsbedürftigen Menschen in Syrien, darunter ethnische und religiöse Minderheiten wie Kurden, Drusen, Christen und Alawiten. Auch deutsche Entwicklungshelfer und Journalisten sind von den Sicherheitsrisiken betroffen.
Die Bundesregierung beantwortet die meisten Fragen vollständig, weicht aber bei konkreten Sicherheitsdetails und Zeitplänen aus Sicherheitsgründen aus.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 04.06.2026) Linke hinterfragt GIZ-Büro in Damaskus wegen HTS-Regime →
- GIZ
- Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit ist die zentrale Durchführungsorganisation der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
- HTS
- Haiʾat Tahrir asch-Scham ist die islamistische Bewegung, die nach dem Ende des Assad-Regimes die Kontrolle über weite Teile Syriens übernommen hat.
Welche Ziele verfolgt die GIZ in Syrien?
Schwerpunkte sind gute Regierungsführung, Rechtsstaatlichkeit, Ausbildung, Beschäftigung und der Aufbau des Gesundheitssystems.
Warum will die GIZ nach Damaskus?
Die GIZ arbeitet bereits in allen Regionen Syriens und will ihre Hilfe für den Wiederaufbau ausweiten.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6309 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.








































































