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- Tankrabatt kostete den Staat rund 1,6 Mrd. Euro
- Super E5 erreichte am 24. August 2026 wieder 2,25 Euro je Liter
- Zweite Energiesteuersenkung um 14 Cent geplant, Preisdeckel ab 2027
Hintergrund
Der geopolitische Konflikt im Nahen Osten hat die internationalen Energiemärkte 2026 stark belastet. Steigende Rohölpreise, reduzierte Kraftstoffexporte aus den Golfstaaten und Ausfälle von Raffineriekapazitäten trieben die Großhandelspreise für Benzin und Diesel in die Höhe. Die Bundesregierung reagierte mit einer befristeten Absenkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe um 14,04 Cent je Liter vom 1. Mai bis 30. Juni 2026. Zum 24. August 2026 erreichte Super E5 mit 2,25 Euro je Liter wieder den bisherigen Höchststand vom 6. April 2026. Das Bundeskartellamt führt auf Grundlage von § 29a GWB laufende Verfahren zur Prüfung von Kraftstoffpreisen.
- rund 1,6 Mrd. Euro — Veranschlagte Mindereinnahmen des Bundes durch den Tankrabatt vom 1. Mai bis 30. Juni 2026
- 7 bis 11 Cent je Liter — Tatsächliche Weitergabe in der letzten Woche des Tankrabatts laut Monopolkommission, statt der rechnerischen 17 Cent
- 2,25 Euro je Liter — Durchschnittspreis für Super E5 am 24. August 2026, entspricht dem Höchststand vom 6. April 2026
- 9,6 bzw. 10,4 Cent je Liter — Preisanstieg an Tankstellen vom 30. Juni auf den 1. Juli 2026 bei Benzin bzw. Diesel nach Auslaufen des Rabatts
- 3,15 Mrd. Euro — Von Greenpeace berechnete Übergewinne der Mineralölkonzerne im Zeitraum 1. Mai bis 7. Juli 2026
Im Detail
Es war eine teure Maßnahme, die den Staat rund 1,6 Mrd. Euro gekostet hat. Die unvollständige Weitergabe beim Diesel bedeutet, dass ein Teil davon bei den Mineralölkonzernen gelandet ist.
— ifo Institut, zitiert in der Vorbemerkung der Fragesteller, BT-Drs. 21/8180
Kraftstoffpreise in Deutschland haben im Sommer 2026 Höchststände erreicht. Der staatliche Tankrabatt, der vom 1. Mai bis 30. Juni 2026 galt und Benzin sowie Diesel rechnerisch um rund 17 Cent brutto je Liter verbilligte, hat die Lage nur vorübergehend entspannt. Am 24. August 2026 notierte Super E5 wieder bei 2,25 Euro je Liter — dem gleichen Höchststand wie Anfang April 2026. Die Bundesregierung hat nun auf 20 Fragen der Fraktion Die Linke zu Wirkung und Kosten des Tankrabatts geantwortet (BT-Drs. 21/8180, 24. September 2026).
Tankrabatt: 1,6 Mrd. Euro Kosten, unvollständige Weitergabe
Der Tankrabatt kostete den Staat nach Schätzungen rund 1,6 Mrd. Euro an entgangenen Energiesteuereinnahmen. Genaue Zahlen nach Kraftstoffart lagen der Bundesregierung zum Zeitpunkt der Antwort noch nicht vor — die detaillierte Energiesteuerstatistik ist erst mit Verzögerung verfügbar. Fest steht laut Monopolkommission: In der letzten Woche der Maßnahme kamen je nach Kraftstoffart nur noch 7 bis 11 Cent der rechnerischen Entlastung von 17 Cent tatsächlich bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern an. Zum Ende des Tankrabatts stiegen die Durchschnittspreise vom 30. Juni auf den 1. Juli um 9,6 Cent je Liter bei Benzin und um 10,4 Cent je Liter bei Diesel.
Zur Frage, wie viel von der staatlichen Entlastung bei Mineralölkonzernen, Raffinerien und Tankstellen verblieb, verweist die Bundesregierung auf modellbasierte Schätzungen externer Institutionen. Eine genaue Bezifferung nach Marktstufen sei nicht möglich. Auch über die Verteilung der Entlastung auf verschiedene Einkommensdezile oder auf Haushalte und Unternehmen lagen der Bundesregierung keine eigenen Erkenntnisse vor.
Was gilt aktuell?
Seit dem 1. Juli 2026 gilt wieder der reguläre Energiesteuersatz auf Kraftstoffe. Benzin und Diesel sind seither erheblich teurer als während der Rabattphase. Der Iran-Krieg und seine Folgen für die Weltenergiemärkte — reduzierte Kraftstoffexporte aus den Golfstaaten, Ausfälle von Raffineriekapazitäten — halten die Großhandelspreise für Benzin und Diesel weiterhin auf hohem Niveau. Die Bundesregierung weist darauf hin, dass Kraftstoffpreise eigenständig gehandelte Weltmarktprodukte sind und sich nicht zwingend parallel zu Rohölpreisen bewegen.
Zweiter Tankrabatt und Spritpreisdeckel angekündigt
Angesichts der erneut hohen Spritpreise kündigt die Bundesregierung konkrete Folgemaßnahmen an: Der Bund senkt die Energiesteuer auf Kraftstoffe bis Ende 2026 erneut um 14 Cent für Benzin und Diesel. Zusammen mit der Umsatzsteuer ergibt sich erneut eine Entlastung von 17 Cent je Liter. Zusätzlich plant die Bundesregierung einen nicht dauerhaften, krisenbedingten Spritpreisdeckel nach dem Vorbild Luxemburgs und Belgiens, der spätestens zum 1. Januar 2027 eingeführt werden soll. Zum Jahresbeginn 2027 sollen außerdem weitere zielgerichtete Maßnahmen für Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen identifiziert werden. Auch die Voraussetzungen für einen einkommensbezogenen Direktauszahlungsmechanismus will der Bund schaffen.
Übergewinnsteuer und Kartellrecht
Die Fraktion Die Linke hatte gefragt, ob die Bundesregierung eine Übergewinnsteuer für Mineralölunternehmen plane. Die Bundesregierung lehnt eine solche nationalen Steuer nicht grundsätzlich ab, verweist aber auf laufende Gespräche in der EU analog des EU-Energiekrisenbeitrages 2022. Zugleich stellt sie klar, dass durch den Tankrabatt keine Zusatzmargen subventioniert worden seien. Das Bundeskartellamt prüft auf Grundlage von § 29a GWB laufend, ob sich Kraftstoffpreise in unangemessener Weise von den Kosten der Anbieter entfernt haben. Mit dem Kraftstoffmaßnahmenpaket vom 1. April 2026 hat die Bundesregierung das Kartellverfahren nach § 32f GWB vereinfacht: Das zweistufige Verfahren zur Feststellung von Wettbewerbsstörungen wurde zu einem einstufigen zusammengefasst, was Abhilfemaßnahmen des Bundeskartellamts erleichtert.
Ob der zweite Tankrabatt diesmal stärker bei den Verbrauchern ankommen wird als der erste, hängt auch davon ab, ob die strukturellen Probleme auf der Großhandels- und Raffinerieebene bis dahin behoben sind. Das Bundeministerium für Wirtschaft und Energie hat die Antwort am 23. September 2026 übermittelt. Vergleichbare Debatten über staatliche Ausgaben ohne ausreichende Wirkungskontrolle zeigen sich auch in anderen Bereichen, etwa bei der Aufsichtsprüfung der Rentenversicherung.
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Direkt betroffen sind alle Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland, insbesondere Pendler und Haushalte, die auf das Auto angewiesen sind. Nach Einschätzung des DIW profitierten überproportional einkommensstärkere Vielfahrer. Auch Unternehmen mit hohem Transportaufwand sind von den gestiegenen Kraftstoffpreisen belastet. Die Bundesregierung kündigt für 2027 zielgerichtete Maßnahmen besonders für Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen an.
Bei mehreren zentralen Fragen weicht die Bundesregierung aus oder verweist auf externe Quellen: Die genauen Mindereinnahmen nach Kraftstoffart liegen laut Bundesregierung noch nicht vor (Frage 1), die Verteilung der Entlastung auf Einkommensdezile und Branchen ist ihr nicht bekannt (Fragen 7 und 8), und zur konkreten Weitergabe an einzelne Marktstufen verweist sie auf modellbasierte Schätzungen Dritter. Fragen zu Übergewinnen beantwortet die Regierung inhaltlich, bestreitet aber die methodische Grundlage der Greenpeace-Studie.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. Tankrabatt 2026: Kosten, Wirkung und Übergewinne im Fokus →
- Tankrabatt
- Befristete Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe. 2026 galt sie vom 1. Mai bis 30. Juni und senkte den Benzin- und Dieselpreis um rechnerisch rund 17 Cent brutto je Liter.
- § 32f GWB
- Paragraf im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen, der dem Bundeskartellamt erlaubt, nach einer Sektoruntersuchung Abhilfemaßnahmen bei fortwährenden Wettbewerbsstörungen zu erlassen.
- Raffineriemarge
- Differenz zwischen dem Preis, den eine Raffinerie für Rohöl zahlt, und dem Preis, zu dem sie fertige Kraftstoffe verkauft. Hohe Raffineriemargen bedeuten hohe Gewinne für Kraftstoffproduzenten.
Was hat der Tankrabatt 2026 den Staat gekostet?
Laut Schätzungen des ifo Instituts und der Fragesteller rund 1,6 Mrd. Euro an entgangenen Energiesteuereinnahmen. Genaue aufgeschlüsselte Zahlen nach Kraftstoffart lagen der Bundesregierung zum Zeitpunkt der Antwort noch nicht vor.
Wann gilt der zweite Tankrabatt?
Die Bundesregierung kündigt eine erneute Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe um 14 Cent je Liter bis Ende 2026 an. Zusammen mit der Umsatzsteuer ergibt sich eine Gesamtentlastung von 17 Cent je Liter.
Was ist ein Spritpreisdeckel und wann kommt er?
Nach dem Vorbild Luxemburgs und Belgiens plant die Bundesregierung einen nicht dauerhaften, krisenbedingten Preisdeckel für Kraftstoffe, der spätestens zum 1. Januar 2027 eingeführt werden soll.

































































