- 229.000 Personen zur Wehrerfassung angeschrieben
- Über 90 Prozent der Männer füllten Fragebogen aus
- Deutlich über die Hälfte soll 2026 einberufen werden
Wehrdienst-Reform 2026: 229.000 junge Menschen erfasst
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6256 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Mit dem Wehrdienst-Modernisierungsgesetz hat die Bundesregierung am 1. Januar 2026 wieder Elemente der 2011 ausgesetzten Wehrpflicht eingeführt. Das Gesetz sieht eine flächendeckende Erfassung und verpflichtende Musterung aller nach dem 31. Dezember 2007 geborenen Männer vor. Während der Wehrdienst formal freiwillig bleibt, enthält das neue System durchaus Pflichtelemente wie die obligatorische Teilnahme an der Erfassung und Musterung.
- 229.000 Anschreiben — Etwa die Hälfte davon an männliche Personen im ersten Quartal 2026 versendet
- Über 90 Prozent Rücklaufquote — Männer haben den Fragebogen ausgefüllt, deutlich höher als übliche behördliche Umfragen
- 14 Rückmeldungen per Post — Großteil erfolgte digital über das Online-Portal der Bundeswehr
- 1.650 abgelehnte KDV-Anträge — Von 2022 bis März 2026, mit stark steigender Tendenz seit 2024
- 8 Standorte — Aktuelle Musterungskapazitäten in Berlin, Düsseldorf, Erfurt, Hannover, Mainz, München, Stuttgart und Wilhelmshaven
Im Detail
Deutlich über die Hälfte der Personen, die ihr Assessment mit Musterung erfolgreich durchlaufen haben, sind für einen Dienstantritt in 2026 eingeplant.
— Antwort der Bundesregierung BT-Drs. 21/6256
Die Bundesregierung hat im ersten Quartal 2026 eine umfassende Erfassung wehrpflichtiger junger Menschen gestartet. Rund 229.000 Personen erhielten Anschreiben des Bundesamts für Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw). Davon waren etwa die Hälfte männliche Personen. Die Rücklaufquote liegt bei über 90 Prozent der angeschriebenen Männer.
Das am 1. Januar 2026 in Kraft getretene Wehrdienst-Modernisierungsgesetz führt wieder Elemente der 2011 ausgesetzten Wehrpflicht ein. Alle nach dem 31. Dezember 2007 geborenen Männer müssen einen Fragebogen ausfüllen. Außerdem müssen sie ihre Bereitschaft zum Wehrdienst erklären. Wer dieser Aufforderung nicht nachkommt, kann polizeilich vorgeführt oder nach Aktenlage gemustert werden.
Was gilt aktuell?
Mit dem neuen Gesetz hat Deutschland ein System eingeführt, das formal auf Freiwilligkeit basiert, aber Pflichtelemente enthält. Die flächendeckende Erfassung gilt zunächst nur für Männer. Ebenso die verpflichtende Musterung. Ab Mitte 2027 werden alle Wehrpflichtigen des Geburtsjahrgangs 2008 zur Musterung geladen.
Die Musterungen finden derzeit an acht Standorten statt: Berlin, Düsseldorf, Erfurt, Hannover, Mainz, München, Stuttgart und Wilhelmshaven. Das Verteidigungsministerium plant den Ausbau weiterer Musterungszentren. Konkrete Standortentscheidungen wurden am 7. Mai 2026 bekanntgegeben.
Bereitschaft zum Wehrdienst
Alle Personen, die im ersten Quartal 2026 zu einer Musterung eingeladen wurden, haben ihre Bereitschaft für einen freiwilligen Wehrdienst erklärt. Über die Hälfte der bereits gemusterten Personen wird noch 2026 zum Dienst einberufen.
Bislang wurde kein Bußgeld verhängt, weil Fragebögen nicht ausgefüllt wurden. Die Erfassung der Informationen erfolgt vollständig automatisiert. Personal wird erst für die Einladung zum Assessment benötigt.
Kriegsdienstverweigerung nimmt zu
Die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung steigt: von 80 abgelehnten Anträgen im Jahr 2022 auf 1.050 im Jahr 2025. Im ersten Quartal 2026 wurden bereits 110 Anträge abgelehnt. Von den im ersten Quartal 2026 zur Musterung geladenen Wehrpflichtigen hat jedoch niemand einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung gestellt.
Einfach erklärt: Deutschland hat wieder eine Art Wehrpflicht eingeführt. Alle jungen Männer müssen sich registrieren lassen und können dann freiwillig Wehrdienst leisten. Die meisten machen mit.
Die Bundesregierung hält mehrere Antworten aus Geheimschutzgründen zurück. Insbesondere zu konkreten Zahlen über Musterungsergebnisse und Kriegsdienstverweigerer. Diese Informationen können nach Ansicht des Verteidigungsministeriums Rückschlüsse auf die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands zulassen.
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Betroffen sind alle nach dem 31. Dezember 2007 geborenen Männer, die ein Anschreiben des Bundesamts für Personalmanagement der Bundeswehr erhalten. Diese müssen den Fragebogen ausfüllen und zu ihrer Bereitschaft für den Wehrdienst Stellung nehmen.
Die Bundesregierung verweigert bei mehreren Fragen die Antwort aus Geheimschutzgründen, beantwortet aber die meisten statistischen Fragen vollständig.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 02.06.2026)
- Wehrdienst-Modernisierungsgesetz
- Gesetz vom 1. Januar 2026, das wieder Elemente der Wehrpflicht einführt, insbesondere die verpflichtende Erfassung und Musterung junger Männer.
- Assessment mit Musterung
- Verfahren zur Überprüfung der Tauglichkeit und Eignung für den Wehrdienst, das alle erfassten Wehrpflichtigen durchlaufen müssen.
- Kriegsdienstverweigerung
- Antrag auf Befreiung vom Wehrdienst aus Gewissensgründen, der beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben gestellt wird.
Wie viele junge Menschen wurden angeschrieben?
Rund 229.000 Personen, davon etwa die Hälfte Männer, erhielten ein Anschreiben des Bundesamts für Personalmanagement der Bundeswehr.
Wie hoch ist die Rücklaufquote?
Mehr als 90 Prozent der angeschriebenen Männer haben den Fragebogen ausgefüllt. Nur 14 Rückmeldungen erfolgten per Post.
Wurden bereits Bußgelder verhängt?
Nein, bislang wurde kein Bußgeldbescheid wegen nicht ausgefüllter Fragebögen erlassen.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6256 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.



































































