- 42.000 Bundesbeschäftigte erreichen bis 2030 Rentenalter
- Geplanter Stellenabbau um 8% bis 2029 trotz Personalmangel
- Modernisierungsagenda mit 21 Maßnahmen läuft bereits
Hintergrund der Modernisierung
Die Bundesregierung hat im Oktober 2025 eine umfassende Modernisierungsagenda beschlossen. Auslöser sind der demografische Wandel, Digitalisierung und die angespannte Haushaltslage. Bereits jetzt herrscht in Teilen der Verwaltung Personalmangel — beim Zoll fehlen laut Beamtenbund 6.000 Personen. Die Grünen-Fraktion hinterfragt kritisch, ob der geplante Stellenabbau mit den gleichzeitigen Herausforderungen vereinbar ist.
- 42.000 Personen — erreichen bis 2030 das Rentenalter, das entspricht 12% aller Bundesbeschäftigten
- 8% Stellenabbau — geplante Personalreduzierung bis 2029 in der Bundesverwaltung
- 21 Maßnahmen — umfasst die Modernisierungsagenda mit verschiedenen Umsetzungsständen
- 150 Teilnehmer — haben bisher an fünf Kompetenztrainings für Projekt-, Digital- und Management-Skills teilgenommen
- 3.000 Personen — umfassen die Netzwerke des TransformationsHub aus Bund, Ländern und Kommunen
Im Detail
So waren zum Stichtag 30. Juni 2024 rund zwölf Prozent der Bundesbeschäftigten (ohne Streitkräfte) älter als 60 Jahre. Bei insgesamt etwa 359.000 Bundesbeschäftigten entspricht dies ungefähr 42.000 Personen.
— Antwort der Bundesregierung BT-Drs. 21/6314
Die Bundesverwaltung steht vor einer demografischen Herausforderung: Bis 2030 gehen etwa 42.000 Beschäftigte in den Ruhestand. Gleichzeitig plant die Bundesregierung einen Stellenabbau von acht Prozent bis 2029. Die Grünen-Fraktion fragt in einer umfangreichen Kleinen Anfrage nach dem Umsetzungsstand der im Oktober 2025 beschlossenen Modernisierungsagenda.
Was gilt aktuell?
Die Bundesverwaltung beschäftigt derzeit etwa 359.000 Personen ohne Streitkräfte. In wichtigen Bereichen fehlt bereits Personal. Beim Zoll sind nach Angaben des Beamtenbundes 6.000 Stellen unbesetzt, was sich auf die Bekämpfung von Steuerbetrug und Mindestlohnkontrollen auswirkt. Beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle führt der Personalmangel zu längeren Wartezeiten bei Fördermittelanträgen.
Demografische Entwicklung: Zum Stichtag 30. Juni 2024 waren rund zwölf Prozent aller Bundesbeschäftigten älter als 60 Jahre. Hochgerechnet erreichen bis 2030 etwa 42.000 Personen das Rentenalter. Der Koalitionsvertrag sieht parallel dazu eine Stellenreduzierung um acht Prozent vor. Ausgenommen sind nur die Sicherheitsbehörden.
Stand der Modernisierung
Die Bundesregierung hat 21 verschiedene Personalmaßnahmen eingeleitet. Vier sind bereits abgeschlossen. Darunter die Novelle der Bundeslaufbahnverordnung und ein Trainingsprogramm für Projekt-, Digital- und Management-Kompetenzen. 17 Maßnahmen befinden sich noch in der Umsetzung — von der Vereinheitlichung des Beurteilungsrechts bis hin zur Förderung von Frauen in Führungspositionen.
Für die geplante Personalreduzierung sind für 2026 bereits 2,2 Prozent weniger Stellen vorgesehen. Die Bundesregierung setzt dabei auf Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Automatisierung als Kompensation. Konkrete Zahlen darüber, welcher Anteil des Stellenabbaus durch Effizienzgewinne ausgeglichen werden kann, liegen nicht vor.
Kompetenzaufbau läuft bereits
Seit Oktober 2025 haben fünf Kompetenztrainings mit 150 Teilnehmern aus 21 Ressorts und Behörden stattgefunden. Die Trainings vermitteln Fähigkeiten in Projektmanagement, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Die Termine sind bereits bis November 2026 ausgebucht.
Der TransformationsHub vernetzt 3.000 Personen aus Bund, Ländern und Kommunen. In Transformations-Werkstätten werden Praxiserfahrungen gesammelt und Verbesserungsvorschläge entwickelt. Eine erste Evaluation der Wirksamkeit ist für das dritte Quartal 2026 geplant.
Diversität als Aufgabenfeld
Ein Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Vielfalt in der Bundesverwaltung. Das Ziel der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen in Führungspositionen wurde bis Ende 2025 nicht erreicht. Eine im Januar 2025 beschlossene Diversitätsstrategie soll Menschen mit Migrationshintergrund, Behinderungen oder LGBTIQ*-Personen bessere Aufstiegschancen ermöglichen.
Die Bewerberzahlen für den öffentlichen Dienst gehen zurück. An der Hochschule des Bundes sind die Bewerbungen im Studiengang Verwaltungsmanagement von 1.051 (2024) auf 980 (2026) gesunken. Nur der neue Studiengang Digital Administration and Cyber Security verzeichnet steigende Zahlen — von 570 auf 818 Bewerbungen.
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Betroffen sind alle Bundesbeschäftigten außer den Sicherheitsbehörden. Besonders relevant für Bürger sind mögliche längere Wartezeiten bei Behördengängen, Fördermittelbeantragungen und staatlichen Dienstleistungen durch weniger Personal.
Die Bundesregierung beantwortet die meisten Fragen vollständig, verweist jedoch bei konkreten Zieldaten laufender Maßnahmen auf den "Kernbereich exekutiver Eigenverantwortung" und verweigert teilweise die Auskunft.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 05.06.2026) Personalabbau Bundesverwaltung: Grüne fordern Transparenz zu 8%-Reduktion bis 2029 →
- Modernisierungsagenda
- Umfassendes Reformprogramm der Bundesregierung zur Digitalisierung und Effizienzsteigerung der Verwaltung.
- Demografische Welle
- Massenhafte Verrentung der geburtenstarken Babyboomer-Generation in den kommenden Jahren.
- TransformationsHub
- Koordinierungsstelle für die Vernetzung verschiedener Modernisierungsnetzwerke der Bundesverwaltung.
Wie viele Bundesbeschäftigte gehen bis 2030 in Rente?
Etwa 42.000 Personen, das entspricht 12% aller Bundesbeschäftigten ohne Streitkräfte.
Wie hoch ist der geplante Stellenabbau?
8% bis 2029, wobei 2,2% bereits für 2026 festgelegt sind.
Welche Bereiche sind vom Stellenabbau ausgenommen?
Sicherheitsbehörden sind von der Personalreduzierung ausgenommen.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6314 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.



































































