- Ostdeutsches Medianentgelt lag 2023 um 569 Euro unter dem westdeutschen
- Fachkräfte in Sachsen verdienten kaum mehr als Westhelfer: nur 29 Euro Unterschied
- 48 Fragen zu Lohnlücken nach Region, Geschlecht und Qualifikationsniveau
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7183 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Lohnlücke zwischen Ost- und Westdeutschland ist ein seit der Wiedervereinigung 1990 anhaltender struktureller Befund. Laut der vorangegangenen Anfrage BT-Drs. 20/12571 betrug das bundesweite Medianentgelt 2023 insgesamt 3.796 Euro. Der Unterschied zwischen dem einkommensschwächsten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern (3.098 Euro) und dem einkommensstärksten Hamburg (4.304 Euro) belief sich auf 1.206 Euro oder 38,9 Prozent. Diese Datenlage bildet den Anlass für die neue Anfrage zu den Jahren 2024 und 2025.
- 3.796 Euro — bundesweites Medianentgelt 2023 laut Vorgänger-Drucksache 20/12571
- 569 Euro — Rückstand des ostdeutschen (3.329 Euro) gegenüber dem westdeutschen Medianentgelt (3.898 Euro) im Jahr 2023
- 38,9 Prozent — relativer Entgeltunterschied zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg im Jahr 2023
- 48 Einzelfragen — Umfang der Kleinen Anfrage zu Entgeltdaten für 2024 und 2025
Im Detail
So bleibt das ostdeutsche Medianentgelt (3 329 Euro) 569 Euro hinter dem westdeutschen Medianentgelt (3 898 Euro) zurück.
— Vorbemerkung der Fragesteller, BT-Drs. 21/7183
Mehr als drei Jahrzehnte nach der Deutschen Einheit verdienen Beschäftigte in Ostdeutschland im Median noch immer deutlich weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen im Westen. Der Lohnunterschied zwischen Ost und West betrug 2023 laut amtlicher Statistik 569 Euro pro Monat — ostdeutsches Medianentgelt 3.329 Euro, westdeutsches 3.898 Euro. Die AfD-Fraktion hat am 17. Juli 2026 mit der Kleinen Anfrage BT-Drs. 21/7183 aktualisierte Daten für die Jahre 2024 und 2025 verlangt.
Lohnlücke Ost-West: Fachkräfte verdienen kaum mehr als Westhelfer
Besonders augenfällig ist ein Vergleich, den die Fragesteller bereits in der Vorbemerkung hervorheben: Ausgebildete Fachkräfte in Sachsen erzielten 2023 ein Medianentgelt von 2.936 Euro — nur 29 Euro mehr als ungelernte Helfer in Baden-Württemberg (2.907 Euro). Die Lohnlücke Ost-West betrifft damit nicht nur das absolute Lohnniveau, sondern auch die Wertigkeit von Qualifikation auf dem Arbeitsmarkt. Zwischen den einkommensstärksten und -schwächsten Bundesländern — Hamburg (4.304 Euro) und Mecklenburg-Vorpommern (3.098 Euro) — betrug die Differenz 2023 sogar 1.206 Euro oder 38,9 Prozent.
48 Fragen zu Lohn, Geschlecht und Qualifikation
Die Anfrage umfasst 48 Einzelfragen und deckt ein breites Spektrum ab. Neben der regionalen Entgeltlücke zwischen Ost und West fragt die AfD-Fraktion nach der Entwicklung der Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen — aufgegliedert nach Qualifikationsniveau (Helfer, Fachkraft, Spezialist, Experte) und Beschäftigungsform (Vollzeit, Teilzeit, Minijob). Konkret wird gefragt, wie viele Frauen 2024 und 2025 mehr oder gleichviel verdienten wie der bundesweite Medianmann — differenziert nach West- und Ostdeutschland.
Weitere Fragen richten sich auf die Entwicklung von Niedriglöhnen, auf Tarifbindung nach Betriebsgröße, auf durchschnittliche Wochenarbeitszeiten und Überstunden sowie auf Medianentgelte in Ausbildungsverhältnissen. Zudem fragt die Fraktion nach dem Gini-Koeffizienten für Einkommens- und Vermögensungleichheit in Deutschland und im EU-Vergleich für 2024 und 2025.
Was gilt aktuell?
Aktuelle amtliche Daten für 2024 und 2025 liegen bislang nicht in vollständig aufbereiteter Form für alle gefragten Dimensionen vor — dies ist Gegenstand der Anfrage. Die Daten für 2023 stammen aus der Entgeltstatistik der Bundesagentur für Arbeit und wurden zuletzt in BT-Drs. 20/12571 parlamentarisch dokumentiert. Ob und in welchem Umfang sich die Lohnlücke zwischen Ost und West in den Jahren 2024 und 2025 verändert hat, ist politisch offen. Vor dem Hintergrund der Diskussion um die Entgelttransparenzrichtlinie, die auf EU-Ebene beschlossen wurde, aber in Deutschland noch nicht in nationales Recht umgesetzt ist, kommt aktuellen Lohndaten besondere politische Bedeutung zu.
Regionale und sektorale Tiefenanalyse verlangt
Die Anfrage verlangt zudem eine kleinräumige Auswertung: Die zehn Kreise und kreisfreien Städte mit den höchsten und niedrigsten Medianentgelten sollen benannt, die Wirtschaftsabteilungen nach WZ 2008 und Berufshauptgruppen nach KldB 2010 aufgeschlüsselt werden. Damit ist die Anfrage eine der umfangreichsten Lohn-Datenanfragen der laufenden Wahlperiode. Gleichzeitig fragt die AfD-Fraktion, ob die Bundesregierung konkrete Maßnahmen plant, um die bestehenden Entgeltunterschiede zwischen West- und Ostdeutschland zu verringern (Frage 46). Diese politische Dimension geht über reine Statistikabfragen hinaus und zielt auf eine Positionierung der Bundesregierung.
Thematisch schließt die Drucksache an die Debatte über die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie an, die ebenfalls Lohnunterschiede — dort primär zwischen Männern und Frauen — in den Blick nimmt. Die Antwort der Bundesregierung wird zeigen, wie vollständig aktuelle Daten zu den verschiedenen Entgeltdimensionen vorliegen.
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Betroffen sind alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland, insbesondere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den ostdeutschen Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Auch Frauen bundesweit sind adressiert, da die Anfrage Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern auf verschiedenen Qualifikationsniveaus und in verschiedenen Regionen untersucht.
Die Kleine Anfrage BT-Drs. 21/7183 wurde am 17. Juli 2026 eingereicht. Die Bundesregierung hat gemäß parlamentarischer Praxis 21 Tage Zeit zur Beantwortung — die Antwortfrist endet damit voraussichtlich am 7. August 2026. Nach Eingang der Antwort wird diese als separate Drucksache veröffentlicht.
- Medianentgelt
- Das Entgelt, das genau in der Mitte aller Löhne liegt: Die eine Hälfte der Beschäftigten verdient weniger, die andere Hälfte mehr. Es ist robuster gegenüber Extremwerten als der Durchschnitt.
- Gini-Koeffizient
- Statistisches Maß für Ungleichverteilung von Einkommen oder Vermögen, Werte zwischen 0 (vollständige Gleichheit) und 1 (maximale Ungleichheit).
- Anforderungsniveau
- Klassifikation von Tätigkeiten nach Komplexität: Helfer, Fachkraft, Spezialist und Experte — genutzt in der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit.
Wie groß ist der Lohnunterschied zwischen Ost und West?
Laut Vorbemerkung der Fragesteller lag das ostdeutsche Medianentgelt 2023 bei 3.329 Euro, das westdeutsche bei 3.898 Euro — eine Differenz von 569 Euro. Die Anfrage zielt darauf ab, ob sich daran 2024 und 2025 etwas geändert hat.
Was ist der Gini-Koeffizient, der in der Anfrage erwähnt wird?
Der Gini-Koeffizient misst Einkommens- und Vermögensungleichheit auf einer Skala von 0 (vollständige Gleichverteilung) bis 1 (maximale Ungleichheit). Die Anfrage fragt nach diesem Wert für Deutschland, West- und Ostdeutschland sowie alle EU-Länder.
Warum verdienten Fachkräfte in Sachsen kaum mehr als Westhelfer?
Nach Angaben der Fragesteller betrug das Medianentgelt von Fachkräften in Sachsen (2.936 Euro) 2023 nur 29 Euro mehr als das von ungelernten Helfern in Baden-Württemberg (2.907 Euro). Die Anfrage will wissen, ob sich diese Konstellation 2024 und 2025 fortgesetzt hat.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7183 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.




































































