Vollständig beantwortet
- 30,2% der Beamten kommen aus Berlin/Ostdeutschland
- BND-Daten bleiben aus Sicherheitsgründen geheim
- Detaillierte Aufschlüsselung nach 16 Bundesländern
AfD fragt Landsmannschaften in Bundesbehörden bis Ende 2025
Hintergrund
Die AfD-Fraktion hatte bereits mit BT-Drs. 21/1844 ähnliche Daten zum Stand 30. Juni 2025 erfragt. Mit dieser Anfrage sollten die Zahlen auf den aktuellen Stand 31. Dezember 2025 gebracht werden. Die Erhebung dient der Überwachung der regionalen Verteilung bei der Besetzung von Bundesbeamtenstellen.
Die Beantwortung der Fragen kann aus Gründen des Staatswohls nicht in offener Form erfolgen. Die erbetenen Auskünfte zu der Anzahl der Beamtinnen und Beamten in den verschiedenen Ländern betreffen wesentliche Strukturelemente des BND.
— Antwort der Bundesregierung zu BND-Daten
Die Bundesregierung hat auf eine AfD-Kleine Anfrage umfassende Daten zur regionalen Herkunft der Bundesbeamten vorgelegt. Die Drucksache 21/5927 vom 12. Mai 2026 beantwortet detailliert die Fragen zur landsmannschaftlichen Zugehörigkeit in allen Bundesbehörden zum Stichtag 31. Dezember 2025.
Zentrale Ergebnisse der Erhebung
Aus den obersten Bundesbehörden stammten nach Regierungsangaben 30,2 Prozent der Beamten aus Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Ohne Berlin beträgt der Anteil der vier ostdeutschen Länder nur 13,5 Prozent. Dies ist bemerkenswert, da es eine deutliche Konzentration von Beamten aus der Hauptstadtregion bei gleichzeitig geringerer Beteiligung der ostdeutschen Flächenländer zeigt.
Die Verteilung variiert erheblich zwischen den einzelnen Ministerien. Das Verkehrsministerium weist mit 39,5 Prozent einen besonders hohen Berlin-Anteil auf, während andere Ressorts unterschiedliche regionale Verteilungen aufweisen. Die Erhebung umfasst dabei nicht nur die Ministerien selbst, sondern erstreckt sich auch auf nachgeordnete Behörden wie Bundesämter und Bundeszentralstellen.
Die AfD nutzt solche Anfragen regelmäßig, um die regionale Ausgewogenheit der Bundesverwaltung zu hinterfragen – ähnlich wie bei ihrer Kritik an Verteidigungsausgaben.
BND-Daten bleiben geheim
Eine komplette Ausnahme bildet der Bundesnachrichtendienst (BND). Hier hat die Bundesregierung jede Auskunft mit der Begründung verweigert, die Personalverteilung betrifft „wesentliche Strukturelemente des BND“. Hintergrund ist die Befürchtung, aus dem Bekanntwerden könnten staatliche und nichtstaatliche Akteure Rückschlüsse auf verdeckte Liegenschaften ziehen.
Dies würde die Aufgabenerfüllung beeinträchtigen. Die entsprechenden Informationen sind daher als Verschlusssache mit dem Grad „VS-Vertraulich“ eingestuft und an die Geheimschutzstelle des Bundestages übermittelt worden. Diese strikte Praxis der Sicherheitsbehörden zeigt sich auch bei statistischen Anfragen – ein Aspekt, der ebenso bei sicherheitspolitischen Anfragen relevant wird.
Weiterlesen: Ähnliche parlamentarische Kontrollversuche finden sich bei der AfD-Anfrage zu Bundeswehr-Standorten und der Kontrolle von Sicherheitsstrukturen.
Betroffen sind alle Beamtinnen und Beamten in den obersten Bundesbehörden, Bundesoberbehörden und Bundeszentralstellen. Dies umfasst Ministerien, Gerichtshöfe, nachgeordnete Behörden und weitere Bundeseinrichtungen mit insgesamt mehreren zehntausend Beschäftigten.
Die Bundesregierung hat alle Fragen umfassend beantwortet, nur bei den BND-Daten wurde aus Geheimhaltungsgründen verwiesen. Die Begründung ist nachvollziehbar und rechtlich fundiert.
Die Antwort ist vollständig vorgelegt. Die AfD könnte die Daten für weitere parlamentarische Initiativen oder Nachfragen nutzen. Eine erneute Aktualisierung der Zahlen zu einem späteren Zeitpunkt ist wahrscheinlich.
- Landsmannschaftliche Zugehörigkeit
- Bezeichnet die regionale Herkunft der Beamten nach ihrem Geburtsland oder dem Land ihrer Ausbildung.
- Oberste Bundesbehörde
- Die höchste Verwaltungsebene des Bundes, zu der Ministerien, Bundespräsidialamt und Bundeskanzleramt gehören.
Warum gibt es keine BND-Daten?
Die Angaben könnten Rückschlüsse auf verdeckte Liegenschaften und Fähigkeiten des BND ermöglichen, was sicherheitsrelevant ist.
Wie ist die Ost-West-Verteilung?
30,2 Prozent der Beamten in obersten Bundesbehörden stammen aus Berlin und den ostdeutschen Ländern Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.























































