- 19.080 Menschen in Bremen beziehen 2025 Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung
- Frauenrenten bei Neuzugang 2025 in Bremen im Schnitt 323 Euro unter Männerrenten
- Bundesweit 1,28 Millionen Grundsicherungsempfänger — Anstieg seit 2016 um rund 25 Prozent
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7357 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Altersarmut ist in Deutschland ein wachsendes Problem. Laut dem Paritätischen Armutsbericht, auf den die Fragesteller Bezug nehmen, stieg die Zahl der Armutsbetroffenen 2025 auf über 13,3 Millionen. Personen über 65 Jahre sind demnach überdurchschnittlich oft betroffen. Die Bundesregierung hat im Neunten Altersbericht (BT-Drs. 20/14450) selbst festgestellt, dass Einkommensunterschiede im Alter aus der traditionellen Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit resultieren. Bremen weist mit einer Grundsicherungsquote von rund 3,2 Prozent der über-65-Jährigen einen deutlich höheren Wert als der Bundesdurchschnitt von 4,1 Prozent auf.
- 19.080 — Grundsicherungsempfänger in Bremen Ende 2025 (2016: 15.281)
- 1.283.860 — Grundsicherungsempfänger in Deutschland Ende 2025
- 1.271 Euro / 948 Euro — Durchschnittliche Altersrente im Rentenzugang 2025 in Bremen (Männer / Frauen)
- 262.858 — Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung in Bremen am 31.12.2024 gegenüber 147.624 Rentnern (Verhältnis 1,78)
- 3,2 % — Anteil der Bevölkerung ab Regelaltersgrenze in Bremen, die Grundsicherung bezieht (2024)
Im Detail
Der beste Schutz gegen Altersarmut sind eine gute Ausbildung, durchgehende Erwerbsbiografien mit anständigen Löhnen und die Absicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung flankiert durch betriebliche Altersversorgung und private Zusatzvorsorge.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/7357, S. 7
Altersarmut in Deutschland nimmt messbar zu — und Bremen gehört zu den Bundesländern mit überdurchschnittlich hoher Betroffenheit. Die Bundesregierung hat am 27. Juli 2026 auf die Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (BT-Drs. 21/7097) mit umfangreichen Statistiktabellen geantwortet und damit ein detailliertes Bild der Alterssicherungslage für Bremen und alle Bundesländer gezeichnet (BT-Drs. 21/7357).
Altersarmut in Bremen: Grundsicherung auf Rekordhoch
Ende 2025 bezogen in Bremen 19.080 Menschen Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung — davon 8.950 Männer und 10.125 Frauen. Im Vergleich zu 2016 (15.281 Personen) ist das ein Anstieg von rund 25 Prozent. Bezogen auf die Bevölkerung ab Regelaltersgrenze beträgt die Grundsicherungsquote in Bremen rund 8,7 Prozent für Männer und Frauen — und liegt damit deutlich über dem Bundesschnitt. Bundesweit bezogen Ende 2025 insgesamt 1.283.860 Menschen Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, gegenüber 1.025.903 im Jahr 2016.
Besonders auffällig ist die Lage in Bremen beim Anteil der Grundsicherungsempfänger ab Regelaltersgrenze: Laut den vorgelegten Tabellen lag dieser Anteil für Bremen 2024 bei 8,7 Prozent — bundesweit bei 4,1 Prozent. Nur Hamburg (10,5 Prozent) und Berlin (8,8 Prozent) übertrafen diesen Wert.
Rentenunterschiede zwischen Männern und Frauen
Die Daten zur Rentenhöhe verdeutlichen die Geschlechterlücke bei der Alterssicherung. Im Rentenzugang 2025 erhielten Männer in Bremen durchschnittlich 1.271 Euro monatliche Altersrente, Frauen dagegen nur 948 Euro — eine Differenz von 323 Euro. Im Rentenbestand zum 31. Dezember 2025 lagen die Werte bei 1.437 Euro (Männer) und 960 Euro (Frauen). Bundesweit betrug die Rentenlücke im Bestand 506 Euro (1.531 Euro bei Männern gegenüber 1.025 Euro bei Frauen).
Die Regierung erklärt diese Unterschiede mit der traditionellen geschlechtsspezifischen Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit. Teilzeitarbeit und Erwerbsunterbrechungen wegen Kindererziehung schlagen sich vor allem in westdeutschen Bundesländern deutlich in niedrigeren Renten nieder. In Ostdeutschland sind die Rentenunterschiede zwischen den Geschlechtern historisch geringer, was auf die höhere Vollzeitbeschäftigungsquote von Frauen in der DDR-Zeit zurückgeführt wird.
Was gilt aktuell?
Wer im Alter oder bei Erwerbsminderung seinen Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mitteln bestreiten kann, hat Anspruch auf Grundsicherung nach dem 4. Kapitel SGB XII. Die Bundesregierung betont in ihrer Antwort, dass aus einer niedrigen gesetzlichen Rente nicht automatisch auf ein niedriges Gesamtalterseinkommen geschlossen werden kann, da weitere Einkommen und der Haushaltskontext nicht berücksichtigt sind. Bundeslandspezifische Maßnahmen gegen Altersarmut seien seitens der Bundesregierung grundsätzlich nicht vorgesehen.
Geringfügige Beschäftigung und Rentenvorsorge
Zum Stichtag 30. Juni 2025 arbeiteten in Bremen 71.237 geringfügig Beschäftigte. Von diesen zahlten 54.829 nur den Pauschalbeitrag für geringfügige Beschäftigung, der keinen nennenswerten Rentenanspruch aufbaut, und 1.022 Personen leisteten gar keinen Beitrag zur Rentenversicherung. Bundesweit belief sich die Zahl der geringfügig Beschäftigten auf 7,9 Millionen, davon zahlten rund 6,1 Millionen nur den Pauschalbeitrag.
Das Verhältnis von Pflichtversicherten zu Rentnern lag in Bremen am 31. Dezember 2024 bei 1,78 — also kamen auf jeden Rentner und jede Rentnerin knapp 1,8 Beitragszahler. Bundesweit betrug dieses Verhältnis 1,74. Besonders ungünstig ist die Relation in ostdeutschen Bundesländern: In Mecklenburg-Vorpommern lag sie nur bei 1,19, in Brandenburg und Sachsen bei je 1,35.
Rentenkommission und offene Reformfragen
Auf die Frage nach den Auswirkungen einer Kopplung der Regelaltersgrenze an die Lebenserwartung — wie von der Alterssicherungskommission vorgeschlagen — antwortete die Bundesregierung ausweichend: Eine pauschale Abschätzung sei nicht möglich, da die konkrete Ausgestaltung noch offen sei. Die Fragesteller hatten darauf hingewiesen, dass die fernere Lebenserwartung 65-jähriger Männer und Frauen in Bremen in den letzten zehn Jahren gesunken ist — ein Umstand, der bei einer Lebenserwartungskopplung der Regelaltersgrenze besonders nachteilig wäre. Zum Thema Alterssicherung gibt es auf drucksachlich.de weitere Hintergrundberichte, etwa zur KfW-Klimastrategie und zur Kostenkontrolle bei Bundesinstitutionen. Die umfangreichen Tabellen der Drucksache 21/7357 sind auf der Internetseite des Deutschen Bundestages abrufbar.
Weiterlesen:
- KI und Arbeitsmarkteinstieg: 9 Fragen an die Bundesregierung
- Kinder-Psychotherapie: 34 Fragen zur Versorgungslage 2026
- Entwicklungszusammenarbeit: GIZ und KfW unter Kostenkontrolle
Betroffen sind vor allem Rentnerinnen und Rentner in Bremen und bundesweit, insbesondere Frauen mit unterbrochenen Erwerbsbiografien oder Teilzeitgeschichten. In Bremen bezogen Ende 2025 rund 19.080 Menschen Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung. Zudem sind geringfügig Beschäftigte betroffen, die keine oder nur geringe Rentenansprüche aufbauen.
Die Bundesregierung hat die meisten Fragen mit detaillierten Statistiktabellen vollständig beantwortet. Bei Fragen zu Bundesländer-spezifischen Armutsgefährdungsquoten (Fragen 12/13) und zur Kumulation von Alterssicherungsleistungen (Fragen 7, 15) verwies die Regierung auf bestehende Berichte und externe Statistikportale, ohne eigene länderspezifische Auswertungen vorzulegen. Bundeslandspezifische Maßnahmen gegen Altersarmut lehnte die Bundesregierung grundsätzlich ab.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. Altersarmut in Bremen: 21,3 % Armutsquote bei Frauen ab 65 →
- Grundsicherung im Alter
- Staatliche Leistung nach dem 4. Kapitel SGB XII für Menschen ab Regelaltersgrenze, die ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mitteln bestreiten können.
- Armutsrisikoquote (ARQ)
- Anteil der Bevölkerung mit einem Nettoäquivalenzeinkommen unter 60 Prozent des mittleren Einkommens. Sie misst relative Einkommensverteilung, nicht absolute Bedürftigkeit.
- Rentenzugang
- Statistischer Begriff für Renten, die in einem bestimmten Jahr neu bewilligt wurden — im Gegensatz zum Rentenbestand, der alle laufenden Renten umfasst.
Wie viele Menschen in Bremen beziehen Grundsicherung im Alter?
Ende 2025 bezogen in Bremen 19.080 Menschen Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung — 8.950 Männer und 10.125 Frauen. Das entspricht einer Grundsicherungsquote von etwa 3,2 Prozent der Bevölkerungsgruppe (Stand 2024).
Warum sind Frauen stärker von Altersarmut betroffen?
Laut Drucksache führen geringere Erwerbseinkommen, Teilzeitarbeit und Unterbrechungen des Erwerbslebens wegen Kindererziehung zu niedrigeren Rentenansprüchen — insbesondere in Westdeutschland.
Wie hoch ist die durchschnittliche Altersrente im Rentenzugang 2025?
Bundesweit lag der durchschnittliche Rentenzahlbetrag im Rentenzugang 2025 bei 1.415 Euro für Männer und 1.039 Euro für Frauen. In Bremen betrug er 1.271 Euro (Männer) und 948 Euro (Frauen).
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7357 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

































































