- 21 Fragen zu Verwaltungskosten bei GIZ und KfW in 6 Jahren
- Overhead-Anteil an Entwicklungshilfe-Milliarden soll offengelegt werden
- Doppelstrukturen zwischen GIZ und KfW im Fokus der Anfrage
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7399 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit wird institutionell vor allem durch zwei Organisationen getragen: die GIZ als Implementierungsagentur für technische Zusammenarbeit und die KfW Entwicklungsbank für finanzielle Zusammenarbeit. Beide erhalten erhebliche Haushaltsmittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Im Bundeshaushalt 2025 waren für den BMZ-Einzelplan rund 10 Milliarden Euro vorgesehen. Die Frage, welcher Anteil dieser Mittel in Verwaltungsstrukturen statt in Projekte fließt, ist haushalts- und entwicklungspolitisch relevant.
Im Detail
Neben den unmittelbar projektwirksam eingesetzten Mitteln entstehen umfangreiche Verwaltungs-, Steuerungs-, Prüf- und indirekte Kosten auf zentraler und dezentraler Ebene.
— Vorbemerkung, BT-Drs. 21/7399
Wie viel von deutschen Entwicklungshilfe-Geldern kommt tatsächlich in Projekten an — und wie viel bleibt in Verwaltungsstrukturen hängen? Diese Frage stellt die AfD-Fraktion in der Kleinen Anfrage BT-Drs. 21/7399 vom 29. Juli 2026. Mit insgesamt 21 Einzelfragen richtet sie sich an die Bundesregierung und verlangt Auskunft über die Kostenstrukturen der beiden zentralen Organisationen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit: der GIZ und der KfW Entwicklungsbank.
Verwaltungskosten bei GIZ und KfW im Fokus
Die GIZ und die KfW Entwicklungsbank setzen gemeinsam den Großteil der deutschen öffentlichen Entwicklungshilfe um. Neben den unmittelbar projektwirksamen Mitteln — also den Geldern, die tatsächlich in Ländern des Globalen Südens ankommen — entstehen erhebliche Aufwendungen für Verwaltung, Steuerung, interne Kontrolle und Prüfung. Sowohl auf zentraler Ebene in Deutschland als auch in Auslandsbüros und Projektbüros vor Ort fallen diese indirekten Kosten an. Die Anfrage will diesen Bereich für den Zeitraum 2020 bis 2025 vollständig durchleuchten.
Konkret fragt die Fraktion nach den jährlichen Gesamtausgaben beider Organisationen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit sowie nach dem jeweiligen Anteil der Verwaltungskosten daran. Ebenso soll offengelegt werden, wie sich die Verteilung auf zentrale und dezentrale Strukturen gestaltet — also etwa auf die Hauptsitze in Eschborn und Frankfurt einerseits sowie auf Auslandsbüros und lokale Projektsteuerung andererseits.
Doppelstrukturen als zentrales Thema
Ein besonderes Augenmerk legt die Anfrage auf mögliche Doppelstrukturen zwischen GIZ und KfW. Beide Organisationen unterhalten eigene Verwaltungs-, Monitoring- und Evaluierungsapparate. Die Fraktion fragt, welche parallelen Strukturen konkret bestehen und welche Maßnahmen im Zeitraum 2020 bis 2025 ergriffen wurden, um diese zu reduzieren. Zudem sollen messbare Effizienzgewinne beziffert werden, sofern entsprechende Schritte unternommen wurden.
Die Anfrage erkundigt sich auch nach den Kosten für Projektprüfung, Risikoanalyse, Monitoring und Evaluierung im Verhältnis zum Gesamtvolumen der zugesagten oder ausgezahlten Mittel — ein Indikator dafür, wie viel Aufwand die Qualitätssicherung bei GIZ und KfW verursacht. Darüber hinaus steht der Anteil der Personalkosten an den Verwaltungskosten auf der Frageliste.
Was gilt aktuell?
Einheitliche gesetzliche Vorgaben für das Verhältnis von Verwaltungskosten zu Projektmitteln gibt es bei GIZ und KfW nicht. Beide Organisationen verwenden eigene Definitionen und Abgrenzungssystematiken, was einen direkten Vergleich erschwert. Genau diese fehlende Vergleichbarkeit thematisiert die Anfrage in Frage 3: Die Fraktion will wissen, ob überhaupt eine einheitliche Abgrenzungssystematik existiert. Internationale Organisationen wie die OECD und der Entwicklungsausschuss DAC setzen zwar Standards für die Entwicklungshilfestatistik, eine verbindliche Obergrenze für Verwaltungskosten gibt es jedoch nicht.
Die Bundesregierung hat nun bis zum 19. August 2026 Zeit, auf alle 21 Fragen zu antworten. Wie umfangreich die Antwort ausfällt, hängt auch davon ab, ob die Angaben als unternehmensinterne Informationen der GIZ und KfW eingestuft werden — was eine vollständige Beantwortung erschweren könnte. Vergleichbare Anfragen in der Vergangenheit zeigen, dass die Bundesregierung bei Fragen zu internen Kostenstrukturen staatseigener Unternehmen gelegentlich auf eingeschränkte Auskunftspflichten verweist.
Politischer Kontext: Entwicklungshilfe und Haushaltseffizienz
Die Anfrage steht im größeren Kontext der Haushaltsdebatte: Angesichts knapper werdender Haushaltsmittel steht die Entwicklungszusammenarbeit politisch unter Druck. Das BMZ-Budget wurde in den vergangenen Jahren wiederholt Kürzungsdebatten ausgesetzt. Fragen nach der Effizienz von GIZ und KfW sind damit nicht nur parteipolitisch motiviert, sondern berühren eine grundlegende haushaltsrechtliche Fragestellung: Wie viel öffentlicher Euro erreicht den eigentlichen Förderzweck? Ähnliche Effizienzdebatten zeigen sich auch in anderen Politikbereichen, etwa bei der Bundesagentur für Arbeit, deren Haushaltsentwicklung ebenfalls parlamentarisch intensiv begleitet wird.
Die Antwort der Bundesregierung auf diese Anfrage wird zeigen, wie transparent GIZ und KfW ihre Kostenstrukturen offenlegen können und ob die Regierung selbst Handlungsbedarf bei der Effizienzsteuerung der beiden Organisationen sieht.
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Betroffen sind indirekt alle Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, deren Beiträge die Entwicklungszusammenarbeit finanzieren. Direkt betroffen sind GIZ und KfW, die mit der Anfrage zur Transparenz über ihre internen Kostenstrukturen aufgefordert werden. Empfängerländer von Entwicklungshilfe sind mittelbar betroffen, da ein hoher Verwaltungsanteil die tatsächliche Projektmittelausstattung mindert.
Die Bundesregierung hat ab dem Eingang der Kleinen Anfrage am 29. Juli 2026 21 Tage Zeit, schriftlich zu antworten — die Frist läuft bis zum 19. August 2026. Nach Eingang der Antwort wird diese als gesonderte Drucksache veröffentlicht.
- GIZ
- Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit — bundeseigene GmbH, die im Auftrag der Bundesregierung Entwicklungsprojekte weltweit durchführt.
- Overhead-Kosten
- Indirekte Kosten wie Verwaltung, Steuerung und Controlling, die nicht direkt einem Projekt zugeordnet werden können.
- Projektwirksame Mittel
- Der Teil von Entwicklungshilfe-Geldern, der unmittelbar in Projekte vor Ort fließt — im Gegensatz zu Verwaltungskosten.
Was ist GIZ und was macht sie?
Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist eine bundeseigene GmbH, die im Auftrag der Bundesregierung Entwicklungsprojekte weltweit umsetzt.
Warum fragt die AfD nach Verwaltungskosten?
Die Fraktion will prüfen, welcher Anteil öffentlicher Entwicklungshilfe-Gelder in Verwaltung statt in direkte Projektarbeit fließt und ob Einsparpotenziale bestehen.
Was sind Doppelstrukturen zwischen GIZ und KfW?
Gemeint sind parallele Verwaltungs-, Monitoring- oder Steuerungsapparate beider Organisationen, die ähnliche Aufgaben erfüllen und damit Kosten doppeln könnten.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7399 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
































































