- Nur 119 von 422 Hochschulen sind Partnerhochschulen des Spitzensports
- 13 Bundesländer haben bereits Vorabquoten für Spitzensportler
- NC-Fächer wie Medizin oft von Vorabquoten ausgenommen
Duale Karriere: AfD fordert bessere Studienquoten für Spitzensportler
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6358 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Mit der Reform der Spitzensportförderung soll der deutsche Sport international wettbewerbsfähiger werden. Das neue Sportfördergesetz sieht vor, dass Athleten ohne Sportförderstelle direkten Zugang zu staatlich unterstützten Ausbildungs- und Studienperspektiven erhalten. Eine Umfrage des Potenzialanalysesystems zeigt, dass sich viele Athleten um ihre berufliche Zukunft sorgen und häufig den Sport zugunsten der Ausbildung aufgeben.
- 119 Partnerhochschulen — von insgesamt 422 deutschen Hochschulen unterstützen offiziell Spitzensportler
- 13 Bundesländer — haben bereits Vorabquoten für Leistungssportler in ihren Hochschulgesetzen verankert
- 4 NC-Fächer — Medizin, Zahnmedizin, Pharmazie und Tiermedizin sind oft von Vorabquoten ausgenommen
Im Detail
Spitzensportler gelten als Vorbilder für gesellschaftliche Werte und übernehmen eine wichtige Repräsentationsfunktion. In der heutigen Zeit reicht es nicht aus, optimale Trainings- und Wettkampfbedingungen zu schaffen.
— Begründung BT-Drs. 21/6358
Spitzensportler in Deutschland stehen vor einem Dilemma: Entweder Vollzeit-Sport oder berufliche Ausbildung. Die AfD-Fraktion hat einen Antrag eingereicht, der die sogenannte Duale Karriere für Leistungssportler verbessern soll. Der Antrag mit der Drucksachennummer 21/6358 vom 9. Juni 2026 fordert bundeseinheitliche Standards und verbesserte Rahmenbedingungen.
Was gilt aktuell?
Derzeit haben 13 von 16 Bundesländern Vorabquoten für Spitzensportler in ihren Hochschulzulassungsgesetzen verankert. Diese ermöglichen es Athleten, auch mit schlechteren Abiturnoten einen Studienplatz zu erhalten. Allerdings sind die bundesweit zulassungsbeschränkten Studienfächer wie Medizin, Zahnmedizin, Pharmazie und Tiermedizin oft von diesen Quoten ausgenommen.
Von den 422 deutschen Hochschulen sind nur 119 als Partnerhochschulen des Spitzensports zertifiziert. Diese bieten flexible Studienstrukturen, individuelle Prüfungsregelungen und digitale Lehrangebote. Studierende Athleten sind jedoch oft vom Entgegenkommen einzelner Dozenten abhängig.
Kernforderungen der AfD
Der Antrag enthält sieben konkrete Forderungen an die Bundesregierung. Alle Bundesländer sollen verpflichtende Vorabquoten für Leistungssportler einführen. Eine bundesweite Vorabquote mit der Stiftung für Hochschulzulassung speziell für die NC-Fächer wird ebenfalls verlangt.
Weitere Punkte betreffen vereinfachte Regelungen beim Studienorts- und Studiengangwechsel sowie eine flächendeckende Kooperation mit mehr Partnerhochschulen. Die AfD fordert zudem ein Gesamtkonzept mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), das klare Standards und Abläufe festlegt.
Das Dilemma: Viele Athleten geben den Sport auf, weil sie keine berufliche Perspektive sehen. Nur wer zu Bundeswehr, Zoll oder Bundespolizei geht, hat eine sichere Laufbahn.
Wirtschaft soll mitziehen
Bei der beruflichen Ausbildung gibt es kaum Unternehmen, die bereit sind, Arbeitszeiten an Trainingspläne anzupassen oder Athleten für Wettkämpfe freizustellen. Die AfD schlägt Anreize für Firmen vor, die Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Leistungssportler schaffen.
Einige Bundesländer wie Baden-Württemberg zeichnen bereits Unternehmen als Partnerbetriebe des Spitzensports aus. Dies bringt den Betrieben Aufmerksamkeit. Es zeigt gesellschaftliche Verantwortung.
Standortfaktor Deutschland
Laut Antragsbegründung ist der Spitzensport ein relevanter Faktor für die Attraktivität des Standorts Deutschland. Spitzensportler vermitteln Werte wie Leistungsbereitschaft, Durchhaltevermögen und Teamgeist — Eigenschaften, die auch im Berufsleben gefordert sind.
Die hohen zeitlichen Belastungen im Leistungssport verstärken die Situation. Training und Wettkämpfe lassen sich nur dann mit Ausbildung vereinbaren, wenn Hochschulen und Ausbildungsbetriebe auf die Anforderungen des Sports ausgerichtet sind.
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Betroffen sind Leistungs- und Nachwuchsleistungssportler ohne staatliche Spitzensportförderung, die Studium oder Ausbildung mit ihrer Sportkarriere vereinbaren wollen. Anders als Athleten bei Zoll, Bundeswehr oder Bundespolizei haben sie keine gesicherte berufliche Laufbahn.
Der Antrag wird nun den zuständigen Ausschüssen zur Beratung zugeleitet. Nach der Ausschussberatung folgt die Abstimmung im Bundestag–Plenum. Die Umsetzung der Forderungen würde eine Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern erfordern, da Bildung Ländersache ist.
- Vorabquote
- Reservierte Studienplätze für bestimmte Zielgruppen wie Spitzensportler, unabhängig von Abiturnote oder Wartezeit.
- Numerus Clausus
- Zulassungsbeschränkung für Studienfächer mit mehr Bewerbern als verfügbaren Plätzen, Vergabe nach Abiturnote.
Was sind Partnerhochschulen des Spitzensports?
Hochschulen, die Spitzensportler mit flexiblen Studienstrukturen, individuellen Prüfungsregelungen und digitalen Lehrangeboten unterstützen.
Wie viele Partnerhochschulen gibt es derzeit?
Im Wintersemester 2024/2025 sind 119 von insgesamt 422 deutschen Hochschulen Partnerhochschulen des Spitzensports.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6358 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.




























































