- Pilotprojekt Energyfish erzeugt Strom aus dem Rhein bei Sankt Goar
- Bund fördert das Projekt über Initiative 'Blaue Bioökonomie'
- 15 Fragen zu Haushaltsmitteln, Strategie und Skalierbarkeit offen
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7163 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Das Pilotprojekt Energyfish des Unternehmens Energyminer erzeugt Strom aus der Strömungsenergie des Rheins bei Sankt Goar. Das Projekt wird nach öffentlichen Angaben im Rahmen der Bundesinitiative ‚Blaue Bioökonomie‘ gefördert, die unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt steht. Die rheinland-pfälzische Landesregierung begleitet das Projekt nach eigenen Angaben positiv. Die Technologie gilt als potenziell umweltschonend, da sie ohne Staudamm auskommt — die tatsächliche Energieausbeute und Wirtschaftlichkeit sind jedoch noch nicht abschließend bewertet.
Im Detail
Die Nutzung von Strömungsenergie in Fließgewässern durch innovative Technologien wie die sogenannte „Energyfish“-Anlage stellt in den Augen der Fragesteller einen interessanten Ansatz dar, um das Spektrum erneuerbarer Energien zu erweitern.
— Vorbemerkung BT-Drs. 21/7163
Strom direkt aus dem fließenden Rhein gewinnen — ohne Staudamm, ohne massive Eingriffe in das Gewässer: Das ist das Versprechen der Energyfish-Technologie, die derzeit in einem Pilotprojekt bei Sankt Goar erprobt wird. Die AfD-Fraktion hat die Bundesregierung mit der Drucksache 21/7163 vom 16. Juli 2026 in einer Kleinen Anfrage um Auskunft über Förderung, Wirtschaftlichkeit und strategische Einordnung dieser und vergleichbarer Technologien gebeten.
Energyfish: Was die Technologie kann und was offen bleibt
Die Energyfish-Anlage des Unternehmens Energyminer nutzt die Strömungsenergie von Fließgewässern zur Stromerzeugung. Das Pilotprojekt am Rhein bei Sankt Goar gilt als weltweit erstes Schwarmkraftwerk dieser Art. Laut öffentlich verfügbaren Angaben liegt die Leistung einzelner Module im Kilowattbereich — damit ist das Potenzial für die Gesamtstromerzeugung selbst bei großflächigem Einsatz begrenzt. Die rheinland-pfälzische Landesregierung begleitet das Projekt nach eigenen Angaben positiv. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das Projekt im Rahmen der Initiative ‚Blaue Bioökonomie‘, die die nachhaltige Nutzung aquatischer Ressourcen zum Ziel hat.
15 Fragen zu Haushaltsmitteln, Strategie und Skalierbarkeit
Die Fragesteller stellen insgesamt 15 Fragen an die Bundesregierung. Sie wollen unter anderem wissen, welche Bundesministerien sich aktuell mit der Förderung oder fachlichen Begleitung von Fließgewässer-Technologien befassen und welche Haushaltsmittel in den vergangenen fünf Jahren dafür bereitgestellt wurden — aufgeschlüsselt nach Ressorts und Programmen. Außerdem fragen sie nach den Förderkriterien, der systematischen Auswertung von Pilotprojekten und der Einbindung der Bundesregierung in konkrete Genehmigungs- oder Planungsverfahren.
Besonderes Gewicht legen die Fragesteller auf die strategische Dimension: Sie wollen wissen, ob es eine ressortübergreifende Strategie für die Skalierung solcher Technologien gibt, welchen Beitrag die Bundesregierung zur Versorgungssicherheit und Netzstabilität erwartet und welche industriepolitischen Erwägungen — etwa Exportpotenziale oder neue Wertschöpfungsketten — eine Rolle spielen. Ebenso fragen sie nach deutschen Unternehmen und Forschungseinrichtungen in diesem Bereich sowie nach möglichen Kooperationen mit europäischen oder internationalen Partnern.
Energyfish im Kontext der Energiewende
Die Anfrage steht im Kontext der laufenden Energiewende-Debatte. Deutschland setzt bei der Stromversorgung zunehmend auf erneuerbare Quellen; Wind und Solar dominieren den Ausbau. Wasserkraft spielt traditionell eine ergänzende Rolle, ist jedoch in Deutschland weitgehend ausgebaut. Innovative Strömungstechnologien wie Energyfish könnten eine Nische besetzen — ihr tatsächlicher Beitrag zur Gesamtversorgung ist angesichts der Leistung im Kilowattbereich pro Modul jedoch begrenzt. Die Fragesteller sehen genau darin einen Klärungsbedarf: Rechtfertigen Nutzen und Effizienz den Einsatz öffentlicher Mittel? Ähnliche Fragen zum effizienten Einsatz staatlicher Gelder stellen sich auch in anderen Förderbereichen, etwa bei der Vergabe von Haushaltsmitteln für Öffentlichkeitsarbeit oder bei industriepolitischen Strategiepapieren ohne Gesamtbewertung.
Für die Beurteilung von Skalierbarkeit und Wirtschaftlichkeit sind Antworten der Bundesregierung entscheidend — insbesondere zur Frage, ob Ergebnisse aus dem Pilotprojekt in Sankt Goar systematisch ausgewertet werden und in politische Entscheidungen einfließen. Vergleichbare Fragen nach der Datengrundlage staatlicher Förderentscheidungen stellen sich auch in anderen Politikfeldern, wie etwa bei der Pflegepolitik, wo belastbare Daten fehlen.
Die Bundesregierung hat nun bis zum 6. August 2026 Zeit, auf die 15 Fragen zu antworten. Erst dann wird deutlich, wie intensiv die Bundesressorts die Energyfish-Technologie tatsächlich begleiten und welche strategische Bedeutung sie ihr im Rahmen der Energiewende beimessen. Themen wie Zementindustrie-Emissionen zeigen, dass auch kleine Beiträge zur CO2-Reduktion parlamentarisch verfolgt werden.
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Betroffen sind Forschungseinrichtungen und Unternehmen, die im Bereich Strömungskraftwerke tätig sind, sowie Fördermittelvergabestellen des Bundes. Mittelbar sind Energieverbraucher und Steuerzahler berührt, sofern öffentliche Mittel in die Technologieentwicklung fließen.
Die Anfrage ist am 16. Juli 2026 beim Deutschen Bundestag eingegangen. Die Bundesregierung hat gemäß parlamentarischer Gepflogenheiten 21 Tage Zeit zur Beantwortung, die Antwortfrist läuft bis zum 6. August 2026. Anschließend wird die Antwort als eigene Drucksache veröffentlicht.
- Blaue Bioökonomie
- Bundesinitiative zur nachhaltigen Nutzung aquatischer Ressourcen, gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.
- Strömungsenergie
- Energie, die aus der kinetischen Kraft fließenden Wassers gewonnen wird — ohne Aufstau des Gewässers, wie bei herkömmlichen Wasserkraftwerken.
- Kleine Anfrage
- Parlamentarisches Instrument, mit dem Bundestagsfraktionen die Bundesregierung zu einem Sachverhalt befragen können. Die Antwortfrist beträgt 21 Tage.
Was ist die Energyfish-Technologie?
Energyfish ist eine Anlage, die Strom aus der Strömungsenergie von Fließgewässern erzeugt. Ein erstes Pilotprojekt läuft bei Sankt Goar am Rhein.
Wer fördert das Energyfish-Projekt?
Laut öffentlich verfügbaren Angaben wird das Projekt im Rahmen der Initiative 'Blaue Bioökonomie' gefördert, die vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt unterstützt wird.
Wie viel Strom kann Energyfish erzeugen?
Die Leistung einzelner Module liegt laut öffentlich verfügbaren Angaben im Kilowattbereich, was selbst bei großflächiger Installation nur einen begrenzten Beitrag zur Gesamtstromerzeugung erwarten lässt.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7163 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.





































































