- NGF-Teilprojekt des FCAS-Programms ist 2026 gescheitert
- Differenzen zwischen Deutschland und Frankreich über Nuklearfähigkeit und Trägergestütztheit als Ursache
- Neun Fragenkomplexe zu Kosten, Alternativen und Einsatzbefähigung bis 2040
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7603 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Das Future Combat Air System (FCAS) gilt als eines der ambitioniertesten Rüstungsvorhaben Europas. Neben dem New Generation Fighter (NGF) als bemanntem Kampfflugzeug umfasst es unbemannte Begleitsysteme (Remote Carrier), eine Gefechtscloud (Air Combat Cloud) sowie das New Generation Weapon System (NGWS). Nach Berichten aus dem Juni 2026 scheiterte das NGF-Teilprojekt an unvereinbaren nationalen Anforderungen: Frankreich fordert ein trägergestütztes und nuklearfähiges Flugzeug, während Deutschland auf Reichweite für Landes- und Bündnisverteidigung setzt. Die verbliebenen FCAS-Komponenten sollen nach aktuellem Stand weiterverfolgt werden, während die Frage einer neuen Trägerplattform ungeklärt bleibt.
Im Detail
Das FCAS-Scheitern statuiert ein Exempel für die Komplexität multinationaler Abkommen und der Abgleich nationaler, militärischer und industrieller Positionen.
— Vorbemerkung BT-Drs. 21/7603, AfD-Fraktion
Europas größtes Kampfflugzeugprojekt hat einen schweren Rückschlag erlitten: Das FCAS-Teilprojekt New Generation Fighter (NGF), der geplante bemannte Kampfjet der 6. Generation aus deutsch-französisch-spanischer Kooperation, ist gescheitert. Mit BT-Drs. 21/7603 vom 17. August 2026 stellt die AfD-Fraktion der Bundesregierung neun umfangreiche Fragenkomplexe zu den Folgen dieses Scheiterns — von offenen Vertragsfragen bis zu möglichen Alternativen für die künftige Luftverteidigung Deutschlands.
FCAS nach dem NGF-Aus: Was bleibt?
Trotz des Endes des NGF-Teilprojekts werden andere Bestandteile des FCAS-Programms nach aktuellem Stand weiterverfolgt. Dazu zählen die Remote Carrier (unbemannte Begleitsysteme), die Air Combat Cloud (digitale Gefechtsverlinkung) und das New Generation Weapon System (NGWS). Die AfD-Fraktion fragt konkret, in welchen Länderkonstellationen diese Komponenten fortgeführt werden, welche Zeitpläne für Demonstrationen und Einsatzbefähigungen gelten und wie die Arbeitsteilung zwischen den nationalen Industrien aussieht.
Kosten und Vertragsfolgen ungeklärt
Ein zentraler Themenkomplex der Anfrage betrifft die finanziellen und rechtlichen Konsequenzen. Die Fraktion fragt, welche vertraglichen Vereinbarungen durch das NGF-Scheitern berührt sind, was mit bereits erbrachten Leistungen — darunter Komponenten, Softwarelizenzen, Simulationen und Daten — geschieht und welche Nutzerrechte Deutschland aus diesen Leistungen behält. Konkret will die AfD wissen, welche dieser Leistungen sich bereits im deutschen Besitz befinden und welche noch ausstehen. Zahlen zu bislang aufgewendeten Mitteln nennt die Drucksache nicht; diese Antworten erwartet die Fraktion von der Bundesregierung.
Alternativen zur NGF: GCAP, Saab oder nationale Lösung?
Die Anfrage beleuchtet auch die strategischen Optionen Deutschlands. Gefragt wird, ob ein Beitritt zum britisch-italienisch-japanischen GCAP-Programm (Global Combat Air Programme) oder eine Kooperation mit dem schwedischen Hersteller Saab in Betracht kommt. Ebenso thematisiert die Fraktion, ob Deutschland als Nachzügler in einem solchen Programm in eine sekundäre industrielle Rolle fallen könnte und wie eine faire Arbeitsteilung sichergestellt werden soll. Die parlamentarischen Aktivitäten vom 17. August 2026 zeigen, dass Verteidigungsfragen an diesem Tag mehrere Drucksachen prägen.
MGCS: Droht das nächste Scheitern?
Parallel zum FCAS-NGF-Aus fragt die AfD-Fraktion nach dem MGCS (Main Ground Combat System), dem deutsch-französischen Kampfpanzer-Nachfolgeprojekt. Die Fraktion will wissen, wie wahrscheinlich ein Scheitern auch dieses Vorhabens ist und welche Maßnahmen ergriffen werden, um ein frühzeitiges Ausscheiden Frankreichs zu verhindern. Hintergrund sind anhaltende Interessenkonflikte zwischen Berlin und Paris, die bereits beim NGF zum Bruch geführt haben.
Zeitplan und Exportfähigkeit bis 2040
Weitere Fragen richten sich an die Realisierbarkeit des Gesamtvorhabens: Die Fraktion erkundigt sich, wie realistisch ein einsatzbereites Gesamtkampfsystem bis 2040 auf Basis aktueller Erkenntnisse ist. Zudem fragt sie nach der langfristigen Exportfähigkeit eines multinationalen Rüstungsprojekts, nach exportrechtlichen Rahmenbedingungen und danach, wie die Bundesregierung das parallele Bestehen mehrerer europäischer Kampfflugzeuglinien — etwa Eurofighter, F-35A und mögliche NGF-Nachfolger — bewertet.
Combat Fighter System Nucleus: Ersatz oder Ergänzung?
Einen eigenen Fragenkomplex widmet die Anfrage dem Combat Fighter System Nucleus (CFSN). Die Fraktion fragt, ob der CFSN in das bestehende FCAS-Projekt integriert oder dieses dadurch abgelöst wird, welche Systembestandteile und Fähigkeiten der CFSN umfasst und wie viele Ausbaustufen geplant sind. Hintergrunddebatten zur europäischen Verteidigungsintegration, wie sie etwa auch beim politischen Tagesgeschehen vom 18. August 2026 eine Rolle spielen, unterstreichen die Aktualität dieser Fragen.
Die Bundesregierung hat auf die Kleine Anfrage noch nicht geantwortet. Nach den Regeln des parlamentarischen Fragerechts ist grundsätzlich eine Antwort innerhalb von 14 Tagen nach Zuleitung an das Bundeskanzleramt vorgesehen.
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Direkt betroffen sind die deutsche Rüstungsindustrie und die Bundeswehr-Luftwaffe, die auf eine neue Kampfflugzeuggeneration angewiesen ist. Mittelbar betrifft das Thema alle Steuerzahler, da erhebliche öffentliche Mittel in das FCAS-Programm geflossen sind. Europäische Partner — insbesondere Spanien — müssen ihre eigene Positionierung neu justieren.
Die Kleine Anfrage (BT-Drs. 21/7603) wurde am 17. August 2026 eingereicht. Die Bundesregierung hat grundsätzlich 14 Tage nach Zuleitung an das Bundeskanzleramt Zeit zur Beantwortung. Eine Antwort liegt bislang nicht vor.
- FCAS (Future Combat Air System)
- Trilaterales europäisches Rüstungsprogramm von Deutschland, Frankreich und Spanien zur Entwicklung eines Kampfluftfahrtsystems der 6. Generation, bestehend aus bemannten und unbemannten Plattformen sowie digitaler Vernetzung.
- NGF (New Generation Fighter)
- Das bemannte Kampfflugzeug als Kernelement des FCAS-Programms, dessen Entwicklung 2026 an unterschiedlichen nationalen Anforderungen gescheitert ist.
- GCAP (Global Combat Air Programme)
- Alternativprojekt für ein Kampfflugzeug der 6. Generation, das Großbritannien, Italien und Japan gemeinsam entwickeln und zu dem Deutschland einen Beitritt erwägen könnte.
Was ist FCAS und was ist das NGF-Teilprojekt?
FCAS (Future Combat Air System) ist ein trilaterales Rüstungsprogramm von Deutschland, Frankreich und Spanien. Das NGF (New Generation Fighter) war das Kernprojekt — ein gemeinsamer Kampfjet der 6. Generation —, das nach Medienberichten aus dem Juni 2026 wegen unvereinbarer nationaler Anforderungen beendet wurde.
Welche Teile des FCAS-Projekts laufen noch weiter?
Laut Vorbemerkung der Anfrage werden Remote Carrier (unbemannte Systeme), Air Combat Cloud (Vernetzung) und das New Generation Weapon System (NGWS) weiterverfolgt. Die genaue Länderkonstellation ist Gegenstand der Anfrage.
Welche Alternativen zu NGF werden diskutiert?
Die AfD-Fraktion fragt nach einem möglichen Beitritt zu GCAP (dem britisch-italienisch-japanischen Programm), zu einem Projekt mit dem schwedischen Hersteller Saab sowie nach einer rein nationalen Entwicklung.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7603 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
































































