Eingegangen, Antwort aussteh…
Die Linke fragt nach Arbeitsbedingungen im Einzelhandel
Hintergrund
Eine 2025 von ver.di durchgeführte Studie unter 11.732 Beschäftigten im Handel zeigt schlechte Arbeitsbedingungen auf. Viele leiden unter niedrigen Löhnen, unfreiwilliger Teilzeit und fehlender gesellschaftlicher Anerkennung. Trotz ihrer systemrelevanten Tätigkeit, die während der Corona-Pandemie deutlich wurde, bleiben die Arbeitsplätze im Einzelhandel oft prekär.
Die Linke hat am 10. April 2026 eine umfassende Kleine Anfrage zu den Arbeitsbedingungen im deutschen Einzelhandel gestellt (BT-Drucksache 21/5253). 24 detaillierte Fragen. Die Fraktion möchte damit ein vollständiges Bild der Situation für die über 3 Millionen Beschäftigten in dieser Branche erhalten.
Grundlage bildet eine alarmierende Studie: Eine 2025 von der Gewerkschaft ver.di durchgeführte Befragung von 11.732 Beschäftigten im Einzel-, Groß- und Außenhandel zeigt massive Probleme auf. Dies ist bemerkenswert, da der Einzelhandel während der Corona-Pandemie als systemrelevant galt. Neben oft niedrigen Löhnen kämpften die Beschäftigten mit erschwerten Arbeitsbedingungen und hohen Belastungen, so die Gewerkschaft. Hinzu kommt „unfreiwillige Teilzeit“ – die Betroffenen möchten mehr arbeiten, finden aber keine entsprechenden Stellen.
Pascal Meiser und 20 weitere Abgeordnete der Linken wollen praktisch alle Aspekte der Arbeitswelt im Einzelhandel beleuchten. Von der Entwicklung der Beschäftigtenzahlen über Löhne und Arbeitszeiten bis hin zu Unfällen. Auch Straftaten gegen Beschäftigte sind Teil der Anfrage. Besonders im Fokus stehen nach Angaben der Fraktion die hohe Teilzeitquote und niedrige Tarifbindung. Viele Vollzeitbeschäftigte sind trotz Arbeit auf staatliche Unterstützung angewiesen.
Respekt und Anerkennung fehlen: Den systemrelevanten Beschäftigten im Einzelhandel bleibt „zunehmend Respekt und Anerkennung“ verwehrt, kritisieren die Abgeordneten. Hintergrund ist offenbar ein Wandel im Kundenverhalten. „Ausfällige Kundinnen und Kunden“ werden als Beispiel genannt. Dies zeigt eine gesellschaftliche Dimension des Problems auf, die über reine Lohn- und Arbeitszeitfragen hinausgeht.
Die Anfrage verlangt Daten seit 2010 bis zum „letzte verfügbare Jahr“. Meist aufgeschlüsselt nach Bundesländern, Geschlecht und Alter. Diese Systematik soll langfristige Trends sichtbar machen und eine solide Datenbasis für politische Entscheidungen schaffen. Die Bundesregierung muss nun detailliert Auskunft geben über eine Branche, deren Beschäftigte nach den vorliegenden Daten noch immer unter prekären Bedingungen arbeiten.
Direkt betroffen sind die über 3 Millionen Beschäftigten im deutschen Einzelhandel – von Kassierern über Verkäufer bis hin zu Abteilungsleitern. Viele arbeiten in Teilzeit oder geringfügiger Beschäftigung und sind häufig auf aufstockende Sozialleistungen angewiesen.
Die Bundesregierung hat jetzt Zeit, die umfangreiche Anfrage mit ihren 24 Einzelfragen zu beantworten. Eine Frist ist nicht genannt, üblich sind aber wenige Wochen bis Monate. Die Antwort könnte Grundlage für weitere parlamentarische Initiativen werden.
- Unfreiwillige Teilzeit
- Beschäftigte arbeiten Teilzeit, obwohl sie gerne mehr Stunden arbeiten würden, aber keine Vollzeitstelle finden.
- Systemrelevant
- Tätigkeiten, die für die Grundversorgung der Gesellschaft unverzichtbar sind – wurde während Corona-Pandemie besonders deutlich.
- Tarifbindung
- Betriebe sind an Tarifverträge gebunden und müssen die dort vereinbarten Löhne und Arbeitsbedingungen einhalten.























































