Beantwortet am 05.05.2026
Wie viele Afghanen mit Aufnahmezusage sind noch in Pakistan?
Hintergrund
Nach dem Ende des Afghanistan-Einsatzes 2021 hatte Deutschland verschiedene Aufnahmeprogramme für besonders gefährdete Afghanen eingerichtet. Seit der Machtübernahme der Taliban verschlechterte sich die Sicherheitslage dramatisch. Zwischen Pakistan und Afghanistan herrscht seit Februar 2025 offiziell Krieg, was die Lage der Schutzsuchenden zusätzlich verschärft.
Die Bundesregierung hat am 5. Mai 2026 detaillierte Angaben zur Situation afghanischer Staatsangehöriger mit deutschen Aufnahmezusagen vorgelegt. Mit Stand 7. April 2026 befinden sich noch 873 Personen aus Aufnahmeverfahren in Pakistan und 181 in Afghanistan. Dies sind weniger als die ursprünglich rund 1100 Betroffenen.
Besonders auffällig sind die Aufhebungen von Aufnahmezusagen. Allein im Bundesaufnahmeprogramm für Afghanistan hat die Bundesregierung seit Mai 2025 insgesamt 288 Personen die Zusagen entzogen. Hintergrund ist, dass die meisten Aufhebungen in den Monaten November und Dezember 2025 mit 62 beziehungsweise 54 Fällen erfolgten. Als Gründe nennt die Bundesregierung Zweifel an der Identität, nicht erfolgreich abgeschlossene Visumverfahren oder Sicherheitsbedenken.
Deutschland hatte Afghanen die Aufnahme zugesagt, zieht aber bei über 1000 Personen diese Zusagen wieder zurück – oft wegen fehlendem „politischen Interesse“.
214 Personen haben das Angebot der Bundesregierung zur freiwilligen Rückkehr mit finanzieller Unterstützung angenommen. Davon kehrten bereits 132 nach Afghanistan zurück. Die finanzielle Starthilfe beträgt maximal 3000 Euro in Pakistan und bis zu 13000 Euro in Afghanistan.
Parallel laufen zahlreiche Gerichtsverfahren. Vor dem Verwaltungsgericht Ansbach sind 179 Verfahren anhängig, von denen bereits 98 entschieden worden sind. Die Ergebnisse fielen unterschiedlich aus. Dies ist bemerkenswert, da beim Bundesverfassungsgericht sieben Verfassungsbeschwerden bekannt sind, die etwa 54 Personen umfassten.
Die Sicherheitslage wird durch den Krieg zwischen Pakistan und Afghanistan seit Februar 2025 beeinflusst. Bis März 2025 haben pakistanische Angriffe laut UN 76 Zivilisten getötet und 213 verletzt. Ein Grenzübertritt ist nur noch auf dem Luftweg möglich. Das erschwert die Situation der Wartenden zusätzlich.
Betroffen sind rund 1100 afghanische Staatsangehörige aus deutschen Aufnahmeprogrammen, darunter ehemalige Ortskräfte, Personen von der Menschenrechtsliste und Teilnehmer des Bundesaufnahmeprogramms. Etwa 74 Prozent der Betroffenen sind Frauen und Kinder.
Die Bundesregierung setzt die Beendigung der Aufnahmeverfahren fort. Gerichtliche Verfahren laufen vor verschiedenen Verwaltungsgerichten. Personen ohne gültige Aufnahmezusage erhalten teilweise finanzielle Unterstützung für die Rückkehr nach Afghanistan.
- Ortskräfteverfahren
- Aufnahmeverfahren für Afghanen, die für deutsche Streitkräfte oder Organisationen gearbeitet haben
- Bundesaufnahmeprogramm Afghanistan
- Programm zur Aufnahme besonders gefährdeter Afghanen nach § 23 Aufenthaltsgesetz
- Menschenrechtsliste
- Liste besonders gefährdeter Personen wie Menschenrechtsaktivisten und Journalisten























































