- 36,1 Mrd. Euro Defizit der Kommunen bis 2028 prognostiziert
- Ratingagenturen sehen deutsche Bonität gefährdet
- Investitionen in Infrastruktur und Klimaschutz bedroht
Kommunalfinanzierung: 36,1 Mrd. Euro Defizit bis 2028
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6385 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die finanzielle Situation deutscher Kommunen hat sich in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert. Kommunale Spitzenverbände warnen vor einer massiven Gefährdung der Handlungsfähigkeit von Städten und Gemeinden. Gleichzeitig sinken die realen kommunalen Investitionen seit 2020, während der Investitionsbedarf für Klimaschutz und Infrastruktur steigt. S&P Global Ratings erwähnte bereits im April 2026 die kommunalen Finanzierungsprobleme als explizite Herausforderung für Deutschland.
- 36,1 Mrd. Euro — prognostiziertes Defizit der Kommunen bis 2028
- 1% des BIP — möglicher Einbruch des deutschen Bruttoinlandsprodukts bei kommunaler Sparpolitik
- 0,7% des BIP — Anteil kommunaler Ausgaben, auf den verzichtet werden müsste
- Seit 2020 — Zeitraum des Rückgangs realer kommunaler Investitionen
Im Detail
Laut Prognosen wird das Defizit der Kommunen bis 2028 voraussichtlich auf 36,1 Mrd. Euro anwachsen. Diese Entwicklung ist alarmierend – besonders vor dem Hintergrund der enormen Investitionsrückstände der kommunalen Infrastruktur.
— Vorbemerkung BT-Drs. 21/6385
Deutschlands Kommunen verzeichnen eine angespannte Finanzlage. Das Defizit könnte bis 2028 auf 36,1 Milliarden Euro anwachsen. Internationale Ratingagenturen beobachten diese Entwicklung mit Sorge, während die Grünen-Fraktion im Bundestag mit 14 gezielten Fragen an die Bundesregierung herantritt, um deren Umgang mit der kommunalen Finanzsituation zu hinterfragen.
Die Kleine Anfrage datiert vom 11. Juni 2026 (BT-Drs. 21/6385). Sie dokumentiert einen besorgniserregenden Trend: Seit 2020 sinken die realen kommunalen Investitionen kontinuierlich, obwohl gleichzeitig erhebliche Mittel für Klimaneutralität und Infrastruktursanierung benötigt werden. S&P Global Ratings erwähnte bereits im April 2026 die kommunalen Finanzierungsfragen als Risikofaktor für die deutsche Bonität – eine Warnung, die in Fachkreisen ernst genommen wird.
Was gilt aktuell?
Das Grundgesetz garantiert Kommunen ein verfassungsrechtliches Selbstverwaltungsrecht. Daraus geht der Anspruch auf eine aufgabenadäquate Finanzausstattung zurück, argumentieren Rechtsexperten. Kommunale Spitzenverbände schlagen Alarm. Sie warnen vor einer drohenden Gefährdung der Handlungsfähigkeit von Städten und Gemeinden, während das geplante Länder- und Kommunalentlastungsgesetz (LKEG) nach ihrer Einschätzung keine direkten Entlastungen für die Kommunen vorsieht, sondern lediglich zusätzliche Mittel für die Länder bereitstellt.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Die Folgen könnten weit über die kommunale Ebene hinausreichen. Experten erwarten massive gesamtwirtschaftliche Auswirkungen, sollten Kommunen zu umfassender Sparpolitik übergehen – das deutsche Bruttoinlandsprodukt könnte mittelfristig um ein Prozent schrumpfen. Diese düstere Prognose wird von der KfW gestützt, die ebenfalls die gesamtwirtschaftliche Basis Deutschlands als betroffen ansieht.
Besonders brisant: In Regierungskreisen kursieren Vorschläge für Kürzungen bei kommunal finanzierten Sozialleistungen. Betroffen wäre etwa die Eingliederungshilfe für Jugendliche. Experten und Verbände warnen jedoch, solche Maßnahmen könnten die Situation vor Ort mittelfristig weiter verschärfen.
Forderungen der Kommunen
Die kommunalen Spitzenverbände werden konkret: Sie fordern eine stärkere Beteiligung an den Gemeinschaftssteuern, beispielsweise durch höhere Umsatzsteuerpunkte. Ob solche Schritte geplant sind oder entsprechende Gespräche geführt werden, will die Grünen-Fraktion von der Bundesregierung wissen. Daneben stehen höhere und leichter zugängliche Fördermittel sowie erhöhte Zuweisungen der Länder zur Diskussion.
Der Befund der Anfrage ist eindeutig: Ein Rückgang der kommunalen Investitionstätigkeit trifft Schulen, Straßen und Klimaschutzmaßnahmen gleichermaßen – letztlich die gesamte öffentliche Daseinsvorsorge. Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Veranlassungskonnexität“ wurde bereits ergebnislos eingestellt.
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Betroffen sind alle Bürger in Deutschland, da Kommunen für wichtige Bereiche wie Schulen, Straßen, öffentliche Verkehrsmittel, Klimaschutzmaßnahmen und soziale Leistungen zuständig sind. Bei fortschreitender Finanzkrise drohen Kürzungen bei diesen kommunalen Aufgaben.
Die Bundesregierung hat 21 Tage Zeit, die Kleine Anfrage zu beantworten. Die Antwortfrist läuft bis zum 2. Juli 2026. Nach Eingang der Antwort wird sich zeigen, wie die Regierung die kommunale Finanzkrise einschätzt und welche konkreten Maßnahmen geplant sind.
- Gemeinschaftssteuern
- Steuern wie die Umsatzsteuer, die zwischen Bund, Ländern und Kommunen aufgeteilt werden. Die Kommunen fordern höhere Anteile.
- Spillover-Effekte
- Übertragungseffekte, bei denen sich kommunale Finanzprobleme auf die Bonität des Gesamtstaates auswirken können.
Wie hoch ist das prognostizierte Kommunaldefizit bis 2028?
Laut Prognosen wird das Defizit der Kommunen bis 2028 auf 36,1 Milliarden Euro anwachsen.
Was bedroht die deutsche Bonität bei Ratingagenturen?
S&P Global Ratings erwähnt die kommunalen Finanzierungsprobleme explizit als Herausforderung für Deutschland.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6385 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.






































































