- US-Ölblockade seit Januar 2026 verursacht bis zu 20 Stunden Stromausfall täglich
- Kuba auf Platz 160 von 180 im Pressefreiheitsranking 2026
- 18 Fragen zu Deutschlands Haltung, humanitärer Hilfe und Diplomatie
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6496 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
US-Präsident Trump hat mit der Executive Order 14380 vom 29. Januar 2026 eine Ölblockade gegen Kuba verhängt, die das seit 1962 bestehende US-Wirtschaftsembargo erheblich verschärft. Am 1. Mai 2026 folgte ein weiteres Dekret mit gezielten Personensanktionen gegen Verantwortliche für Menschenrechtsverletzungen sowie gegen ausländische Akteure in Schlüsselbranchen der kubanischen Wirtschaft. UN-Experten warnten bereits im Februar 2026 vor einem drohenden humanitären Kollaps und beschrieben die Blockade als mögliche Form kollektiver Bestrafung der Zivilbevölkerung. Kuba belegt im Pressefreiheitsranking von Reporter ohne Grenzen 2026 Platz 160 von 180.
- 29. Januar 2026 — Erlass der Executive Order 14380 durch US-Präsident Trump, die eine Ölblockade gegen Kuba einführt und das Embargo seit 1962 deutlich verschärft.
- 1. Mai 2026 — Weiteres US-Dekret mit gezielten Personensanktionen gegen Menschenrechtsverletzungen und ausländische Akteure in Schlüsselbranchen.
- Bis zu 20 Stunden — Tägliche Stromausfälle in vielen Regionen Kubas als direkte Folge des Treibstoffmangels.
- Platz 160 von 180 — Kubas Rang im Pressefreiheitsindex von Reporter ohne Grenzen 2026.
- ca. 2.000 Häftlinge — Zahl der von Kuba im April 2026 als humanitäre Geste angekündigten Freilassungen, wobei unklar bleibt, ob politische Gefangene eingeschlossen sind.
Im Detail
Die Bevölkerung Kubas leidet bereits seit langem unter einer sich nun immer weiter ausbreitenden akuten Ernährungsunsicherheit sowie massiven Energieengpässen, die mittlerweile fast alle Bereiche des täglichen Lebens eines Großteils der Bevölkerung massiv einschränken.
— Vorbemerkung der Fragesteller, BT-Drs. 21/6496
Kuba erlebt seit Januar 2026 eine sich rasch zuspitzende Versorgungskrise: Stromausfälle von bis zu 20 Stunden täglich, zusammenbrechende Kühlketten für Lebensmittel und Medikamente sowie eine wachsende Ernährungsunsicherheit prägen den Alltag der Bevölkerung. Auslöser ist die von US-Präsident Donald Trump am 29. Januar 2026 per Executive Order 14380 verhängte Ölblockade, die das seit 1962 bestehende US-Wirtschaftsembargo gegen Kuba erheblich verschärft hat. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen richtet in der Kleinen Anfrage BT-Drs. 21/6496 vom 28. Mai 2026 insgesamt 18 Fragen an die Bundesregierung und erkundigt sich nach der deutschen Haltung zu diesem Konflikt.
US-Ölblockade gegen Kuba: Was die Sanktionen bewirken
Die Executive Order 14380 sieht hohe US-Zölle für Länder vor, die Kuba mit Rohöl oder Ölderivaten beliefern. Dies macht Kuba für viele Lieferanten praktisch unzugänglich, da Drittstaaten-Unternehmen eine Bestrafung durch sogenannte Sekundärsanktionen riskieren. Am 1. Mai 2026 verschärfte die US-Regierung den Druck mit einem weiteren Dekret: Dieses zielt auf Personen, die für Menschenrechtsverletzungen oder Korruption auf Kuba verantwortlich gemacht werden, sowie auf ausländische Akteure in Bereichen wie Energie, Verteidigung und Finanzdienstleistungen. Laut Angaben der Fragesteller ließ die US-Seite seit März 2026 vereinzelt Rohöllieferungen durch mindestens einen Tanker unter russischer Flagge zu — die humanitären Auswirkungen seien dadurch aber kaum gemindert worden.
Die Konsequenzen für die Bevölkerung sind laut der Kleinen Anfrage gravierend: Krankenhäuser arbeiten nur eingeschränkt, die Wasserversorgung gerät unter Druck, und die Lebensmittelproduktion leidet unter Treibstoffmangel bei Bewässerung, Ernte und Transport. UN-Experten warnten im Februar 2026 vor einem „humanitären Kollaps“ und beschrieben die Blockade als mögliche Form kollektiver Bestrafung — unvereinbar mit internationalen Menschenrechten. Drei UN-Sonderberichterstatter forderten die USA im Mai 2026 auf, ihre Politik der sogenannten „energy starvation“ umgehend zu beenden.
Menschenrechtslage in Kuba: Repression parallel zur Versorgungskrise
Unabhängig vom US-Embargo leidet Kuba laut den Fragestellern unter systematischen Menschenrechtsverletzungen: Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit sind stark eingeschränkt. Im Pressefreiheitsranking von Reporter ohne Grenzen belegt Kuba 2026 Platz 160 von 180. Öffentliche Demonstrationen gegen die Regierung sind verboten. Nach den landesweiten Protesten von 2021 wurden zahlreiche Personen verhaftet und zu teils langen Haftstrafen verurteilt. Die Fraktion fragt explizit nach dem Schicksal namentlich genannter politischer Gefangener, darunter Luis Manuel Otero Alcántara, Maykel Castillo und der 16-jährige Jonathan David Muir Burgos, der seit dem 16. März 2026 in Ciego de Ávila festgehalten wird. Kubas Regierung kündigte im April 2026 die Freilassung von rund 2.000 Häftlingen an — ob politische Gefangene eingeschlossen sind, ist laut der Anfrage unklar.
Deutschlands Haltung: 18 Fragen an die Bundesregierung
Die Grünen fragen unter anderem, ob die Bundesregierung die US-amerikanische Ölblockade als Verstoß gegen internationale Menschenrechte bewertet, ob sie sich gegenüber Washington für eine Rücknahme der Executive Order 14380 einsetzt und wie sie die kubanische Zivilgesellschaft unterstützt. Weitere Fragen betreffen die Entwicklungszusammenarbeit mit Kuba nach dem Ende des bilateralen Partnerstatus sowie die Frage, ob Deutschland die Entwicklungszusammenarbeit wieder aufnehmen will, etwa zur Förderung erneuerbarer Energien oder Ernährungssouveränität. Auch Guantánamo Bay ist Thema: Auf dem US-Militärstützpunkt auf kubanischem Territorium sind derzeit noch 15 Menschen ohne Urteil inhaftiert. Die Grünen fragen, ob sich die Bundesregierung für deren faire Gerichtsverfahren oder die Schließung des Lagers einsetzt. Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich laut Drucksache öffentlich gegen eine mögliche US-Intervention in Kuba ausgesprochen — weitere konkrete diplomatische Schritte sind der Anfrage zufolge nicht bekannt. Wie die Bundesregierung zu diesen Themen konkret Stellung nimmt, zeigt die Antwort, deren Frist am 18. Juni 2026 abläuft. Ähnliche außenpolitische Anfragen an die Bundesregierung zeigt etwa der Bericht Russland-Rhetorik der Bundesregierung: 14 Fragen zur Außenpolitik. Im Kontext von Entwicklungszusammenarbeit und Transparenz ist auch der Bericht zum Regionalprogramm Afrika südlich der Sahara: 248 Mio. Euro, NGO anonym aufschlussreich. Fragen zur Lage von Personen in Aufnahmeprogrammen beleuchtet zudem der Beitrag zu Afghanistan-Aufnahmeprogrammen: Rechtsgrundlage und Kosten gefragt.
Weiterlesen:
- Russland-Rhetorik der Bundesregierung: 14 Fragen zur Außenpolitik
- Regionalprogramm Afrika südlich der Sahara: 248 Mio. Euro, NGO anonym
- Afghanistan-Aufnahmeprogramme: Rechtsgrundlage und Kosten gefragt
Unmittelbar betroffen ist die kubanische Zivilbevölkerung, die unter Stromausfällen von bis zu 20 Stunden täglich, Ernährungsunsicherheit und eingeschränkter medizinischer Versorgung leidet. Besonders vulnerable Gruppen wie Kranke, Kinder und Ältere tragen die schwersten Folgen. Mittelbar betroffen sind auch Unternehmen weltweit, die durch die US-Sekundärsanktionen unter Druck stehen, wenn sie Geschäfte mit sanktionierten kubanischen Akteuren machen.
Die Kleine Anfrage (BT-Drs. 21/6496) wurde am 28. Mai 2026 eingereicht. Die gesetzliche Antwortfrist von 21 Tagen läuft bis zum 18. Juni 2026. Die Bundesregierung muss die 18 Fragen schriftlich beantworten; eine weitergehende parlamentarische Beratung ist in diesem Verfahren nicht vorgesehen.
- Executive Order
- Präsidialerlass des US-Präsidenten mit Gesetzeskraft, der ohne Zustimmung des Kongresses erlassen werden kann und Bundesbehörden direkt bindet.
- Sekundärsanktionen
- US-Strafmaßnahmen, die auch Drittstaaten-Unternehmen und Banken treffen, die Geschäfte mit sanktionierten Ländern oder Personen unterhalten.
- Entwicklungszusammenarbeit (EZ)
- Staatliche und zivilgesellschaftliche Programme zur wirtschaftlichen und sozialen Förderung von Ländern des Globalen Südens, die Deutschland bilateral oder über EU und UN finanziert.
Was ist die Executive Order 14380?
US-Präsident Trump erließ am 29. Januar 2026 diese Anordnung, die hohe Zölle für Länder vorsieht, die Kuba mit Rohöl oder Ölprodukten beliefern — eine deutliche Verschärfung des seit 1962 bestehenden US-Wirtschaftsembargos.
Wie reagierte die Bundesregierung bisher auf die Kuba-Krise?
Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich laut Drucksache öffentlich gegen eine US-Intervention in Kuba ausgesprochen. Eine offizielle Antwort auf die 18 Fragen der Grünen steht noch aus.
Welche humanitären Folgen hat das Ölembargo konkret?
Laut den Fragestellern kommt es in vielen Regionen Kubas zu Stromausfällen von bis zu 20 Stunden täglich, Krankenhäuser arbeiten eingeschränkt, Kühlketten für Lebensmittel und Medikamente brechen zusammen.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6496 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.






































































