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- 10.000 Arten in Deutschland vom Aussterben bedroht
- 1,5 Milliarden Euro jährlich für Biodiversität gefordert
- COP17 findet vom 19. bis 30. Oktober 2026 in Jerewan statt
Hintergrund
Der Globale Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montreal wurde 2022 von 196 Vertragsstaaten verabschiedet. Er enthält 23 Ziele bis 2030, darunter das 30×30-Flächenschutzziel und die Halbierung des Pestizidrisikos. Der 7. Nationale Bericht Deutschlands zur Biodiversitätskonvention vom Februar 2026 stellt fest, dass die Ziele der Nationalen Biodiversitätsstrategie mit dem bisherigen Tempo größtenteils nicht erreicht werden. Der Verlust biologischer Vielfalt und der Zusammenbruch von Ökosystemen werden laut dem Global Risks Report des Weltwirtschaftsforums als zweitgrößter Risikofaktor für die Weltwirtschaft in den nächsten zehn Jahren eingestuft.
- ~1 Million Arten — könnten laut dem Antrag weltweit in den nächsten Jahrzehnten aussterben.
- 10.000 Arten — stehen in Deutschland unmittelbar vor dem Aussterben.
- 1,5 Milliarden Euro — jährliche Selbstverpflichtung Deutschlands zur internationalen Biodiversitätsfinanzierung ab 2022.
- 700 Milliarden US-Dollar — jährliche globale Finanzierungslücke für den Biodiversitätsschutz.
- 23 Ziele bis 2030 — vereinbart im Globalen Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montreal (2022).
Im Detail
Deutschland muss beim Schutz der biologischen Vielfalt endlich konsequenter handeln – national, in Europa und weltweit.
— Antragsbegründung BT-Drs. 21/8144
Rund 10.000 Arten stehen in Deutschland vor dem Aussterben, ein Drittel aller hiesigen Arten gilt als gefährdet. Vor diesem Hintergrund hat die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen am 23. September 2026 den Antrag BT-Drs. 21/8144 im Bundestag eingebracht. Er umfasst 19 konkrete Forderungen an die Bundesregierung im Vorfeld der 17. Weltbiodiversitätskonferenz (COP17), die vom 19. bis 30. Oktober 2026 in Jerewan, Armenien, stattfindet.
Was gilt aktuell?
Der Globale Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montreal wurde 2022 von 196 Vertragsstaaten verabschiedet. Er verpflichtet die Unterzeichner auf 23 Ziele bis 2030 — darunter das 30×30-Ziel (30 Prozent der Land- und Meeresflächen unter Schutz), eine Halbierung des Pestizidrisikos und die deutliche Aufstockung von Naturschutzfinanzierungen. Der 7. Nationale Bericht Deutschlands zur Biodiversitätskonvention vom Februar 2026 stellt fest, dass die Ziele der Nationalen Biodiversitätsstrategie mit dem bisherigen Tempo bis 2030 größtenteils nicht erreicht werden.
Weltbiodiversitätskonferenz COP17: Kernforderungen im Überblick
Zentral ist die Forderung, die deutsche Selbstverpflichtung aus dem Jahr 2022 einzulösen: 1,5 Milliarden Euro jährlich für die internationale Biodiversitätsfinanzierung. Laut Antrag drohen diese Mittel durch Haushaltskürzungen im Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie bei der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) zu schrumpfen. Zugleich weist der Antrag auf eine globale Finanzierungslücke von rund 700 Milliarden US-Dollar jährlich hin, die für effektiven Biodiversitätsschutz weltweit nötig wäre.
Auf internationaler Ebene soll sich die Bundesregierung bei der COP17 dafür einsetzen, die Ziele des Kunming-Montreal-Abkommens weder zu verwässern noch zeitlich zu verschieben. Staaten, die bisher keine nationalen Berichte eingereicht haben, sollen dies bis 2028 nachholen. Außerdem fordert der Antrag eine Verdoppelung des deutschen Beitrags zum Regenwaldfonds Tropical Forests Forever Facility (TFFF) sowie die aktive Mitgestaltung des Cali Fund für einen gerechten Vorteilsausgleich bei genetischen Ressourcen.
Kritik an der Bundesregierung
Aus Sicht der Antragsteller betreibt die Bundesregierung derzeit einen Abbau von Umwelt- und Naturschutzstandards. Gesetze wie das Infrastruktur-Zukunftsgesetz und die Novelle des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes werden im Antrag als problematisch bezeichnet. Konkret steht laut dem Dokument der Schutzstatus einzelner Naturschutzgebiete auf dem Spiel — beispielsweise des UNESCO-Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin oder des Nationalparks Unteres Odertal. Pestizidwirkstoffe drohten unbefristet genehmigt zu werden. Zudem fordert der Antrag, die faktische Abschaffung der Realkompensation im Bundesnaturschutzgesetz rückgängig zu machen.
Biodiversitätsschutz als Wirtschaftsthema
Der Antrag verweist auf den Global Risks Report des Weltwirtschaftsforums (WEF), wonach der Verlust biologischer Vielfalt und der Zusammenbruch von Ökosystemen den zweitgrößten Risikofaktor für die Weltwirtschaft in den nächsten zehn Jahren darstellen. Der Antrag fordert daher auch, Biodiversitätsschutzziele in die Unternehmenspolitik zu integrieren und Risiken in Lieferketten zu minimieren. Indigene Gemeinschaften, auf deren Territorien rund 80 Prozent der weltweiten Tier- und Pflanzenarten leben, sollen als zentrale Akteure des globalen Biodiversitätsschutzes stärker anerkannt und in Entscheidungsprozesse einbezogen werden.
Ähnliche Themen rund um Petitionen zu Energie und Umwelt hat der Bundestag zuletzt auch im Petitionsverfahren zu Energienetzen behandelt. Grundsatzfragen zu Umwelt und Schutzgebieten finden sich auch in der Sammelübersicht 326 des Petitionsausschusses vom September 2026.
Weiterlesen:
- Energiewende-Petition: Anliegen aus Karlsruhe erfüllt
- Petitionsausschuss: Photovoltaik und Einkommensteuer beraten
Betroffen sind Naturschutzgebiete, Landwirte, Unternehmen mit naturabhängigen Lieferketten sowie indigene Gemeinschaften weltweit, auf deren Territorien rund 80 Prozent der weltweiten Tier- und Pflanzenarten leben. In Deutschland stehen rund 10.000 Arten vor dem Aussterben, besonders Moore, Feuchtgebiete und Agrarlandschaften sind gefährdet.
Der Antrag (BT-Drs. 21/8144) wurde am 23. September 2026 eingebracht. Er wird nun an die zuständigen Ausschüsse überwiesen und dort beraten. Die abschließende Abstimmung im Bundestag steht noch aus. Die COP17 selbst findet vom 19. bis 30. Oktober 2026 in Jerewan statt, sodass ein zeitlicher Druck auf die parlamentarische Behandlung besteht.
- COP17 (CBD)
- Die 17. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Biodiversitätskonvention. Hier überprüfen die 196 Mitgliedsstaaten den Umsetzungsstand internationaler Naturschutzziele.
- 30×30-Ziel
- Internationales Ziel, 30 Prozent der globalen Land- und Meeresflächen bis 2030 unter wirksamen Schutz zu stellen.
- Cali Fund
- Auf der COP16 in Cali eingerichteter Fonds für einen fairen Vorteilsausgleich aus der Nutzung digitaler Sequenzinformationen über genetische Ressourcen.
Was ist das 30×30-Ziel?
Das 30×30-Ziel sieht vor, 30 Prozent der Land- und Meeresflächen der Erde bis zum Jahr 2030 unter Schutz zu stellen. Es ist Teil des Globalen Biodiversitätsrahmens von Kunming-Montreal aus 2022.
Wie viel Geld fehlt weltweit für den Artenschutz?
Laut dem Antrag fehlen weltweit jedes Jahr rund 700 Milliarden US-Dollar für den Schutz der biologischen Vielfalt.
Wann findet die COP17 statt?
Die 17. Weltbiodiversitätskonferenz findet vom 19. bis 30. Oktober 2026 in Jerewan, Armenien, statt.


































































