Pflege betrifft uns alle. Wenn Eltern, Partner oder Kinder auf Unterstützung angewiesen sind, verändert das den Alltag ganzer Familien. Viele Angehörige übernehmen diese Verantwortung zusätzlich zu ihrem Beruf und stellen ihre eigenen Bedürfnisse zurück. Für CDU-Gesundheitsminister Carsten Linnemann ist deshalb klar: Bei der Pflegepolitik müssen die Menschen im Mittelpunkt stehen.
„Diese Menschen sind unsere Altershelden, sie sind der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält.“ Gesundheitsminister Carsten Linnemann
Besonders wichtig ist Linnemann, dass die Pflege von Angehörigen nicht zulasten der eigenen Altersvorsorge geht. Wer seine Eltern, seinen Partner oder sein Kind zu Hause pflegt, soll deshalb auch bei der späteren Rente keine Nachteile haben. Linnemann betont:
„Deshalb war es mir von Anfang an wichtig, im neuen Pflegegesetz keine Abstriche bei der Rente von pflegenden Angehörigen zu machen.“ Gesundheitsminister Carsten Linnemann.
Pflegeversicherung unter Druck
Gleichzeitig steht die soziale Pflegeversicherung vor einer erheblichen finanziellen Herausforderung. Bei der Einführung der fünf Pflegegrade vor fast 12 Jahren wurde für das Jahr 2030 mit rund 3,5 Millionen Pflegebedürftigen gerechnet. Inzwischen erhalten bereits mehr als sechs Millionen Menschen Pflegeleistungen. Auch die Ausgaben sind entsprechend stark gestiegen.
„Wenn wir unser Pflegesystem bewahren wollen, müssen wir diese Kostenspirale durchbrechen. “ Carsten Linnemann
Ohne das Pflegeneuordnungsgesetz droht für 2027 schon ein Finanzierungslücke von rund acht Milliarden Euro. Ziel der Reform ist es, Einnahmen und Ausgaben wieder in ein ausgewogenes, dauerhaft funktionierendes Verhältnis zu bringen. Das ermöglicht, die Pflegeversicherung auch für kommende Generationen zu sichern.
Vorbeugen statt nur versorgen
Ein wichtiger Ansatz der Reform ist, Krankheiten und Pflegebedürftigkeit möglichst früh zu verhindern. Wer nach einer Krankheit oder einem Unfall wieder zu Kräften kommt, soll dabei besser unterstützt werden. Denn je länger Menschen gesund und mobil bleiben, desto länger können sie selbstbestimmt leben. Deshalb gilt künftig stärker der Grundsatz: Prävention und Rehabilitation vor Pflege.
Unterstützung muss bei den Menschen ankommen
Auch bei der Umsetzung der Reform nimmt Linnemann die Sorgen der Betroffenen ernst. Besonders bei der finanziellen Unterstützung, wenn pflegende Angehörige vorübergehend ausfallen – etwa wegen Krankheit oder Urlaub –, gibt es Handlungsbedarf. In Gesprächen mit Pflegebedürftigen und ihren Familien hat der Minister diese Rückmeldungen aufgenommen und Nachbesserungen angekündigt. Niemand soll zu Jahresbeginn plötzlich ohne die benötigte Unterstützung dastehen. Gleichzeitig sollen unnötige Ausgaben, Verschwendung und Missbrauch verhindert werden.
Das Pflegeneuordnungsgesetz ist ein erster Schritt. Im kommenden Jahr soll eine umfassendere Reform folgen. Eine ausgewogen besetzte Pflegestrukturkommission wird bis Ende Januar 2027 Vorschläge für die langfristige Reform erarbeiten. Denn die Pflege muss auch langfristig bezahlbar bleiben und zuverlässig funktionieren. Das Ziel: Pflegebedürftige und ihre Angehörigen unterstützen und sicherstellen, dass auch kommende Generationen gut versorgt werden.































































