- 306.544 Euro für bpb-Kampagne mit Rapper Eko Fresh zur Wahl 2021
- Gesamtreichweite 2,4 Millionen, davon 388.000 organische YouTube-Views
- Kostenaufschlüsselung als Verschlusssache eingestuft
Hintergrund
Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) führte zur Bundestagswahl 2021 eine Social-Media-Kampagne mit dem Rapper Eko Fresh durch, um insbesondere Menschen mit Einwanderungsgeschichte zur Wahlbeteiligung zu motivieren. Die Gesamtkosten von 306.544 Euro waren bereits in BT-Drs. 21/5277 (S. 190) dokumentiert. Die AfD-Fraktion fragte mit BT-Drs. 21/8706 nach Kostenstruktur, Vergabeverfahren und Effektivitätsbewertung. Das Bundesministerium des Innern übermittelte die Antwort am 2. November 2026.
- 306.544 Euro — Gesamtkosten der bpb-Kampagne mit Eko Fresh zur Bundestagswahl 2021
- 2,4 Millionen — Gesamtreichweite über alle Plattformen (YouTube, Instagram, Facebook, TikTok)
- 388.000 — organische Videoaufrufe auf YouTube; alle ohne bezahlte Werbung erzielt
- 7.000 Euro — Ausgaben für bezahlte Ausspielung (Paid Media), die 358.000 zusätzliche Views generierten
- 350.000 — vertraglich vereinbarte Mindestanzahl organischer Views, die laut Bundesregierung übertroffen wurde
Im Detail
Das Projekt hat die gesetzten Ziele erreicht bzw. übertroffen. Die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit wurden geprüft und beachtet.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/8875, Antwort zu Frage 4
Für die Bundestagswahl 2021 gab die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) insgesamt 306.544 Euro für eine Social-Media-Kampagne mit dem Rapper Eko Fresh aus. Ziel war es, Menschen mit eigener oder familiärer Einwanderungsgeschichte — insbesondere aus der Türkei und Nicht-EU-Staaten — zur Wahlbeteiligung zu motivieren. Die Bundesregierung hat nun auf zehn Fragen der AfD-Fraktion (BT-Drs. 21/8706) geantwortet und dabei Reichweite, Vergabeverfahren und die Bewertung der Wirtschaftlichkeit offengelegt (BT-Drs. 21/8875, 2. November 2026).
bpb-Kampagne Eko Fresh: Reichweite und Plattformdaten
Das Projekt umfasste ein Musikvideo, vier Informationsvideos sowie weiteren Content von Eko Fresh und anderen Creatoren. Laut Bundesregierung erzielte die bpb-Kampagne eine Gesamtreichweite von 2,4 Millionen über alle Plattformen: 388.000 organische Views auf YouTube, 257.000 Impressions auf Facebook, 1,4 Millionen Impressions auf Instagram und 314.000 Views auf TikTok. Für bezahlte Werbeschaltung (Paid Media) wurden lediglich 7.000 Euro aufgewendet, die weitere 358.000 Views generierten. Die Bundesregierung betont, dass die Kampagne ihre gesetzten Ziele erreicht habe — vertraglich war eine Mindestzahl von 350.000 organischen YouTube-Views vereinbart worden.
Vergabe ohne öffentliche Ausschreibung
Die bpb vergab den Auftrag an Eko Fresh, vertreten durch die Berliner Agentur Studio71 GmbH, als sogenannte Verhandlungsvergabe. Rechtsgrundlage war § 8 Absatz 4 Nummer 10 der Unterschwellenvergabeordnung (UVgO), der eine freihändige Vergabe bei Alleinstellungsmerkmalen des Auftragnehmers ermöglicht. Eine öffentliche Ausschreibung fand nicht statt. Die Bundesregierung begründet dies mit der besonderen Reichweite und Erfahrung des Musikers in Bewegtbild-Formaten sowie Social-Media-Produktionen.
Kostenaufschlüsselung als Verschlusssache
Die konkrete Aufteilung der 306.544 Euro — etwa nach Honorar, Produktionskosten und Werbebudget — hat die Bundesregierung nicht öffentlich beantwortet. Die Angaben wurden als Verschlusssache mit dem VS-Grad „VS-Nur für den Dienstgebrauch“ eingestuft und als ergänzende Anlage hinterlegt. Zur Begründung verweist das Bundesministerium des Innern auf den Schutz von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen gemäß Artikel 12 Absatz 1 Grundgesetz. Berechtigte Abgeordnete können die Anlage im Parlamentssekretariat des Deutschen Bundestages einsehen.
Was gilt aktuell?
Die bpb bezeichnet ihre Projekte mit Content-Creatoren nicht als „Influencer-Marketing“, sondern als politische Bildungsangebote. Sie verfügt nach eigenen Angaben über keine speziellen Förderrichtlinien für Influencer-Marketing. Konkrete Planungen für eine vergleichbare Kampagne zur nächsten Bundestagswahl bestehen laut Bundesregierung noch nicht. Hinsichtlich der Neutralitätspflicht verweist die Bundesregierung auf den Beutelsbacher Konsens und redaktionelle Leitlinien, auf die Auftragnehmer verpflichtet werden.
Daten zur tatsächlichen Wirkung der Kampagne auf die Wahlbeteiligung — etwa eine Konversionsrate — liegen der Bundesregierung nach eigenen Angaben nicht vor. Das erklärte Ziel sei es gewesen, der Zielgruppe die Bedeutung des Wahlrechts näherzubringen, nicht messbar Stimmen zu mobilisieren.
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Betroffen sind Steuerzahler, die die bpb-Kampagne finanziert haben, sowie die politische Debatte um staatliche Ausgaben für digitale Bildungskampagnen. Die Kampagne richtete sich gezielt an wahlberechtigte Personen mit Migrationsgeschichte als Zielgruppe.
Die Bundesregierung hat die Frage nach der detaillierten Kostenaufschlüsselung (Frage 1) nicht öffentlich beantwortet und die Angaben als Verschlusssache eingestuft. Zur Konversionsrate (Frage 8) erklärt die Bundesregierung, keine entsprechenden Daten zu besitzen. Im Übrigen sind alle Fragen inhaltlich beantwortet worden.
Die Kleine Anfrage ist mit der Antwort des Bundesministeriums des Innern vom 2. November 2026 (BT-Drs. 21/8875) abgeschlossen. Die detaillierte Kostenaufschlüsselung ist als Verschlusssache im Parlamentssekretariat des Deutschen Bundestages hinterlegt und kann dort von Berechtigten eingesehen werden.
- Verhandlungsvergabe
- Vergabeverfahren, bei dem der Auftraggeber direkt mit einem oder mehreren Unternehmen verhandelt, ohne öffentliche Ausschreibung — zulässig etwa bei Alleinstellungsmerkmalen des Auftragnehmers.
- Cost per View (CPV)
- Kennzahl im Online-Marketing: gibt an, wie viel ein einzelner Videoaufruf im Durchschnitt kostet.
- Unterschwellenvergabeordnung (UVgO)
- Regelwerk für die Vergabe öffentlicher Aufträge unterhalb der EU-weiten Schwellenwerte, das vereinfachte Verfahren ermöglicht.
Wie hoch waren die Gesamtkosten der bpb-Kampagne mit Eko Fresh?
Die Gesamtkosten beliefen sich auf 306.544 Euro. Die genaue Aufschlüsselung nach Honorar, Produktions- und Reisekosten ist als Verschlusssache eingestuft.
Wie viele Menschen hat die Kampagne insgesamt erreicht?
Laut Bundesregierung erzielte das Projekt eine Gesamtreichweite von 2,4 Millionen, darunter 388.000 organische YouTube-Views, 1,4 Millionen Instagram-Impressions und 314.000 TikTok-Views.
Warum wurde Eko Fresh ohne Ausschreibung beauftragt?
Die Vergabe erfolgte als Verhandlungsvergabe, da Eko Fresh als Anbieter mit Alleinstellungsmerkmal gemäß § 8 Abs. 4 Nr. 10 der Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) eingestuft wurde.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/8875 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

































































