Von Regierung beantwortet
GIZ-Zahlungspanne: Linke hakt bei SAP-Pleite nach
Hintergrund
Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist die wichtigste DurchfĂŒhrungsorganisation der deutschen Entwicklungspolitik. Seit Januar 2026 kĂ€mpft sie mit einer missglĂŒckten Umstellung auf die SAP-Software S/4HANA, die zu monatelangen ZahlungsausfĂ€llen fĂŒhrte. Betroffen sind lokale Partner in ĂŒber 100 LĂ€ndern, darunter kleine NGOs und Dienstleister, die auf pĂŒnktliche Zahlungen angewiesen sind.
Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Internationale Zusammenarbeit (GIZ) kĂ€mpft seit Jahresbeginn 2026 mit erheblichen IT-Problemen. Grund ist eine Umstellung auf die SAP-Software S/4HANA, die zu massiven ZahlungsausfĂ€llen bei der deutschen Entwicklungsorganisation fĂŒhrt. Die Linke hakte in einer Kleinen Anfrage nach den Folgen fĂŒr Partner im Globalen SĂŒden nach.
Das Entwicklungsministerium wurde am 6. Februar 2026 ĂŒber die Schwierigkeiten informiert worden, teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort vom 11. Mai 2026 auf die Drucksache 21/5899 mit. Seither treten „EinschrĂ€nkungen bei Buchungen und Zahlungen“ auf. Betroffen sind lokale NGOs und kleinere Dienstleister in ĂŒber 100 LĂ€ndern weltweit.
Komplexe Ursachen der IT-Panne
Zwei Hauptfaktoren haben zu den Zahlungsproblemen gefĂŒhrt, so die Regierung. Verzögerungen bei der Datenmigration aus verschiedenen Altsystemen haben Schwierigkeiten bereitet, auĂerdem sind technische Herausforderungen durch die Integration von Zentrale und AuĂenstruktur erst nach der Inbetriebnahme deutlich geworden. Dies ist bemerkenswert, da solche Probleme ĂŒblicherweise in Testphasen identifiziert werden sollten.
Die GIZ kann wegen einer neuen Software seit Monaten keine Rechnungen bezahlen – das betrifft die deutsche Entwicklungshilfe weltweit.
GeschĂ€ftsprozesse zur Beschaffung sind ebenso betroffen wie die Vergabe von Finanzierungen sowie RechnungsprĂŒfung und Buchhaltung. Bereits in rund 30 FĂ€llen wurden Verzugszinsen gezahlt, bestĂ€tigt die Regierung. Konkrete Zahlen zu betroffenen Projekten oder Partnern kann sie jedoch nicht nennen.
Keine Sicherheitsrisiken bekannt
Sicherheitsrisiken durch die ZahlungsausfĂ€lle sind der Bundesregierung „zum aktuellen Zeitpunkt“ nicht bekannt, heiĂt es in der Antwort. Ein fester Zeitplan fĂŒr die vollstĂ€ndige Behebung existiert nicht.
Die GIZ arbeitet daran, ausstehende Rechnungen abzuarbeiten. Hintergrund ist, dass Àhnliche IT-Probleme bei anderen Regierungsorganisationen die grundsÀtzlichen Herausforderungen bei der Digitalisierung der Verwaltung verdeutlichen. Die Finanzierung des S/4HANA-Projekts geht nicht zulasten bestimmter Projekte, sondern ist Teil der Gesamtkalkulation der Gemeinkosten. Transparenz bei IT-Projekten bleibt ein wiederkehrendes Thema im Bundestag.
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Betroffen sind vor allem lokale Partnerorganisationen der deutschen Entwicklungshilfe in ĂŒber 100 LĂ€ndern weltweit. Besonders kleinere NGOs und Dienstleister leiden unter den ZahlungsausfĂ€llen, da sie oft keine Reserven fĂŒr Vorfinanzierungen haben.
Die GIZ arbeitet weiterhin an der Stabilisierung der SAP-Software. Ein konkreter Zeitplan fĂŒr die vollstĂ€ndige Behebung der Probleme steht noch nicht fest. Die Bundesregierung will die Problemlösung weiterhin engmaschig begleiten.
- SAP S/4HANA
- Moderne Unternehmenssoftware von SAP, die verschiedene GeschÀftsprozesse wie Buchhaltung und Zahlungen integriert.
- GIZ
- Deutsche Gesellschaft fĂŒr Internationale Zusammenarbeit – die wichtigste Organisation fĂŒr deutsche Entwicklungshilfe weltweit.
- Datenmigration
- Ăbertragung von Daten aus alten IT-Systemen in ein neues System – ein komplexer und fehleranfĂ€lliger Prozess.























































