Kleine Anfrage eingereicht
- 10.000 Akku-Brände jährlich in Abfallanlagen
- Milliardenschäden durch E-Zigaretten und Powerbanks
- AfD fordert besseren Schutz kommunaler Betriebe
Akku-Brände: AfD fragt nach Gefahren durch Lithium-Ionen-Akkus im Hausmüll
Hintergrund
Die Verbreitung von Einweg-E-Zigaretten mit integrierten Lithium-Ionen-Akkus hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Viele dieser Geräte werden nach Gebrauch über den Hausmüll entsorgt, obwohl sie in die Sondermüllsammlung gehören. Beim Transport oder bei mechanischen Sortierprozessen können die Akkus beschädigt werden und Brände auslösen. Branchenvertreter berichten von bis zu 30 Brandereignissen täglich in Müllfahrzeugen, Recyclinghöfen oder Abfallbehandlungsanlagen.
Eine Studie des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft geht von jährlich mehr als 10 000 Bränden in deutschen Abfall- und Sortieranlagen aus, wobei rund 80 Prozent auf Lithium-Ionen-Batterien zurückzuführen sind.
— Begründung BT-Drs. 21/5992
Die AfD-Fraktion hat am 19. Mai 2026 eine Kleine Anfrage zu den Brandrisiken durch Lithium-Ionen-Akkus im Hausmüll eingereicht (BT-Drs. 21/5992). Die Abgeordneten um Bastian Treuheit thematisieren die Auswirkungen unsachgemäß entsorgter Akkus auf die Abfallwirtschaft.
Zahlen aus der Entsorgungsbranche
Mehr als 10.000 Brände entstehen jährlich in deutschen Abfall- und Sortieranlagen. Dies geht aus einer Studie des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft hervor. Rund 80 Prozent führt die Studie auf Lithium-Ionen-Batterien zurück. Besonders problematisch sind Einweg-E-Zigaretten mit integrierten Akkus, die nach Gebrauch häufig über den Hausmüll entsorgt werden.
Hintergrund ist die stark gestiegene Verbreitung akkubetriebener Geräte. Branchenvertreter berichteten von bis zu 30 Brandereignissen täglich – in Müllfahrzeugen, Recyclinghöfen oder Abfallbehandlungsanlagen. Die wirtschaftlichen Schäden werden auf bis zu eine Milliarde Euro jährlich geschätzt.
Auswirkungen auf Beschäftigte und Infrastruktur
Die AfD sieht in den Akku-Bränden Auswirkungen auf die kommunale Daseinsvorsorge. Betroffen sind nicht nur Beschäftigte der Entsorgungswirtschaft, sondern auch Einsatzkräfte der Feuerwehren. Schäden an Müllfahrzeugen, Wertstoffhöfen oder Sortieranlagen häufen sich. Die Fraktion erkundigt sich nach den Erkenntnissen der Bundesregierung über Häufigkeit und Ursachen der Brände.
Wenn Handy-Akkus oder E-Zigaretten in den normalen Müll gehören, können sie beim Transport beschädigt werden und Feuer fangen – das kostet die Städte Millionen.
In sieben detaillierten Fragen fordert die AfD bundesweite Statistiken und Angaben zur Höhe wirtschaftlicher Schäden. Auch nach einem möglichen Handlungsbedarf im Batteriegesetz wird gefragt. Dies ist bemerkenswert, da die Fraktion sonst eher für Deregulierung eintritt. Mögliche Unterstützungsmaßnahmen für kommunale Entsorgungsbetriebe stehen ebenfalls im Fokus der Anfrage.
Rechtlicher Rahmen im Fokus
Der bestehende Rechtsrahmen im Batteriegesetz und Elektro- und Elektronikgerätegesetz wird hinterfragt. Verschärfungen sind möglicherweise nötig, um Fehlwürfe von Batterien in den Hausmüll zu reduzieren. Zudem fordert die Fraktion eine bundesweite Erfassung von Batterie-Bränden in der Abfallwirtschaft.
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Betroffen sind kommunale Entsorgungsbetriebe, deren Müllfahrzeuge und Sortieranlagen durch Akku-Brände beschädigt werden. Die Schäden belasten kommunale Haushalte und gefährden Beschäftigte der Entsorgungswirtschaft sowie Einsatzkräfte der Feuerwehren.
Die Bundesregierung muss die Kleine Anfrage bis zum 9. Juni 2026 beantworten. Die AfD erwartet Erkenntnisse über Häufigkeit und Ursachen der Brände sowie eine Bewertung möglicher Unterstützungsmaßnahmen für Kommunen. Möglicherweise werden auch Änderungen am Batteriegesetz oder Elektrogerätegesetz diskutiert.
- Lithium-Ionen-Akku
- Wiederaufladbare Batterien mit hoher Energiedichte, die in Smartphones, E-Zigaretten und vielen anderen Geräten verwendet werden. Bei Beschädigung können sie sich entzünden.
- Batteriegesetz
- Deutsches Gesetz zur Regelung des Inverkehrbringens, der Rücknahme und umweltverträglichen Entsorgung von Batterien und Akkumulatoren.
- Kommunale Daseinsvorsorge
- Grundlegende öffentliche Dienstleistungen wie Müllabfuhr und Abwasserentsorgung, die von Städten und Gemeinden für ihre Bürger bereitgestellt werden.
Wie viele Brände verursachen falsch entsorgte Akkus?
Laut Studien entstehen jährlich über 10.000 Brände in deutschen Abfall- und Sortieranlagen, davon 80 Prozent durch Lithium-Ionen-Batterien.
Welche Geräte sind besonders problematisch?
Einweg-E-Zigaretten, Powerbanks, kabellose Kopfhörer und Spielzeuge mit fest verbauten Akkus landen oft im Hausmüll statt in der Sondermüllsammlung.
Was kostet das die Kommunen?
Die wirtschaftlichen Schäden durch Akku-Brände werden auf bis zu eine Milliarde Euro jährlich geschätzt und belasten kommunale Haushalte erheblich.























































