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    Hitzeschäden Verkehr 2026: Datenlücken und VS-Sperren

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    Einkommensteuerreform 2027: Verteilungsdaten fehlen

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    Bahnhofskriminalität: 98.026 Straftaten im ersten Halbjahr 2026

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Home Themen Wirtschaft & Finanzen

Einkommensteuerreform 2027: Verteilungsdaten fehlen

durch Redaktion Bundestag
25. Oktober 2026
in Wirtschaft & Finanzen
0
Illustration: Bundestagsdrucksache 21/8530

KI-generiertes Titelbild zu Bundestagsdrucksache 21/8530

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VerfahrensstandAntwort
Anfrage beantwortet
✓
Anfrage eingereicht
Die parlamentarische Anfrage wurde eingereicht.
2
Antwort veröffentlicht
Die Bundesregierung hat schriftlich geantwortet.
Vorgang VO339755 →

📄 Quelle: Deutscher Bundestag / DIP — BT-Drs. 21/8530 | Antwort | Original-PDF | dip.bundestag.de

⏱ 5 Min. Lesezeit
⚡ Auf einen Blick
  • Grundfreibetrag 2027 steigt um rund 1,7 Prozent
  • Dezilenweise Entlastungsverteilung: Regierung hat keine Berechnungen
  • 20–30 % der Beschäftigten zahlen laut Fragestellern kaum Einkommensteuer

Hintergrund

Die Bundesregierung hat am 2. September 2026 den Entwurf eines Einkommensteuerreformgesetzes 2027 beschlossen. Das Gesetz soll den Einkommensteuertarif, den Grundfreibetrag und den Arbeitnehmerpauschbetrag für 2027 und 2028 anpassen sowie ausgewählte Tarifeckwerte verschieben. Die Festlegung des Grundfreibetrags für 2026 erfolgte bereits durch das Steuerfortentwicklungsgesetz vom 23. Dezember 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 449). Der 16. Existenzminimumbericht und der 7. Steuerprogressionsbericht lagen zum Zeitpunkt des Kabinettsbeschlusses noch nicht vor, weshalb die Bundesregierung für die Prognose eine Erhöhung des Grundfreibetrags um 1,7 Prozent (2027) bzw. 2,7 Prozent (2028) unterstellte.

📊 Zahlen auf einen Blick
  • +1,7 % — Angenommene Erhöhung des Grundfreibetrags für 2027 laut Bundesregierung.
  • +2,7 % — Angenommene Erhöhung des Grundfreibetrags für 2028 laut Bundesregierung.
  • 20–30 % — Schätzungsbereich der Beschäftigten, die nach Angaben der Fragesteller keine oder kaum Einkommensteuer zahlen.
  • 50 → 75 Euro — Geplante Anhebung des für steuerfreie Sonn- und Feiertagszuschläge maximal berücksichtigten Grundlohns.

Im Detail

Der Bundesregierung liegen keine Berechnungen oder Schätzungen im Sinne der Fragestellungen vor.

— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/8530, zu den Fragen 9 und 10

Die Einkommensteuerreform 2027 ist politisch umstritten — nicht nur wegen ihrer Ausgestaltung, sondern weil die Bundesregierung zentrale Fragen zur Verteilungswirkung nicht beantworten kann. Die Antwort auf die Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (BT-Drs. 21/8530, 13. Oktober 2026) zeigt: Für die meisten der zwölf Fragenkomplexe fehlen der Regierung die nötigen Berechnungen und Daten.

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Einkommensteuerreform 2027: Was ist geplant?

Die Bundesregierung hat am 2. September 2026 den Entwurf eines Einkommensteuerreformgesetzes 2027 beschlossen. Vorgesehen sind Änderungen des Einkommensteuertarifs, des Grundfreibetrags und des Arbeitnehmerpauschbetrags für 2027 und 2028 sowie eine Verschiebung ausgewählter Tarifeckwerte. Außerdem soll der für steuerfreie Sonn- und Feiertagszuschläge maximal berücksichtigte Grundlohn von 50 auf 75 Euro angehoben werden. Davon profitieren vor allem Beschäftigte in Gesundheit und Pflege, bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sowie im Schichtbetrieb.

Was gilt aktuell?

Der Grundfreibetrag für 2026 wurde durch das Steuerfortentwicklungsgesetz vom 23. Dezember 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 449) festgelegt. Für 2027 unterstellt die Bundesregierung eine Erhöhung um rund 1,7 Prozent, für 2028 um rund 2,7 Prozent — eine Prognose, die auf vorläufigen Schätzungen zur Entwicklung des Existenzminimums basiert, da der 16. Existenzminimumbericht und der 7. Steuerprogressionsbericht zum Zeitpunkt des Kabinettsbeschlusses noch nicht vorlagen.

Verteilungsdaten zur Einkommensteuerreform: Datenlücken bei der Regierung

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fragte detailliert nach: Wie viele Steuerpflichtige zahlen aktuell wie viel Einkommensteuer? Wie verteilen sich die Entlastungen der Reform auf die Einkommensdezile? Wie hoch ist die kombinierte Belastung aus Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen für Geringverdiener? Die Antwort des Bundesministeriums der Finanzen fällt für einen Großteil dieser Fragen einheitlich aus: Sonderauswertungen aus der Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2022 nach der Höhe der festgesetzten Einkommensteuer lägen nicht vor. Zur Dezilenverteilung der Entlastung und zur Sozialversicherungsbelastung gibt es schlicht keine Zahlen. Die Regierung verweist auf die öffentlich zugänglichen Daten des Statistischen Bundesamtes.

Besonders relevant ist die strukturelle Schwäche, auf die die Anfrage hinweist: Schätzungen zufolge zahlen rund 20 bis 30 Prozent der Beschäftigten keine oder kaum Einkommensteuer. Diese Gruppe zahlt aber durchaus Sozialversicherungsbeiträge — Entlastungen allein über den Einkommensteuertarif erreichen sie daher kaum oder gar nicht. Die Grünen-Fraktion argumentiert, eine wirksame Entlastung kleiner Erwerbseinkommen müsse auch Sozialabgaben einschließen, und verweist auf BT-Drs. 21/6644. Ob und in welchem Ausmaß die geplante Reform dieser Gruppe tatsächlich nutzt, lässt sich auf Basis der Regierungsantwort nicht belegen.

Ähnlich unbefriedigend fällt die Antwort zur Sonn- und Feiertagszuschlagsregelung aus: Die Bundesregierung benennt zwar die betroffenen Berufsgruppen, hat aber keine Berechnungen zur dezilenweisen Verteilung der Entlastungswirkungen und auch keine Vergleichsrechnung für alternative Ausgestaltungen. Zur Frage, ob der Grundfreibetrag nach Vorlage des 16. Existenzminimumberichts nachjustiert wird, verweist die Regierung auf den Gesetzgeber: Die Entscheidung obliege dem Parlament.

Einordnung: Was fehlt und warum es wichtig ist

Das Muster der Antwort ist politisch bedeutsam: Eine Steuerreform, die ausdrücklich mit der Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen begründet wird, stützt sich auf keine öffentlich belegten Verteilungsberechnungen. Das schränkt die parlamentarische Kontrolle ein — und erschwert die öffentliche Debatte über Steuergerechtigkeit. Informationen zur Stellenstruktur der Bundesfinanzverwaltung oder zur Rentenversicherung zeigen, dass parlamentarische Kontrolle über Finanzfragen generell auf belastbare Datengrundlagen angewiesen ist. Werden diese nicht geliefert, bleibt die Kontrollfunktion des Bundestages eingeschränkt.

Weiterlesen:

  • Strompreise: Treuestrafe kostet Bestandskunden 11 Mrd. Euro
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👥 Wen betrifft das?

Betroffen sind alle einkommensteuerpflichtigen Personen in Deutschland, besonders abhängig Beschäftigte mit niedrigen und mittleren Einkommen, Alleinerziehende sowie Beschäftigte im Schichtdienst, in Gesundheit und Pflege, bei Polizei, Feuerwehr und in Logistik- und Transportberufen, die von der geplanten Anhebung des steuerfreien Grundlohns bei Sonn- und Feiertagszuschlägen profitieren könnten.

⚖️ Antwortverhalten der Bundesregierung

😠😕😐😊

😠 Ausgewichen

Die Bundesregierung weicht bei einem Großteil der Fragen aus: Zu den Fragen 1–5 (Steuerbelastungsstruktur nach Einkommenshöhe), 6 (Projektionen für 2027/2028), 7 und 8 (Sozialversicherungsbelastung) sowie 9–10 (dezilenweise Entlastungswirkungen) gibt sie jeweils an, keine Berechnungen, Schätzungen oder Sonderauswertungen zu besitzen. Bei Frage 11 macht sie konkrete Angaben zur Prognose des Grundfreibetrags; bei Frage 12 nennt sie betroffene Berufsgruppen, verweist aber auf fehlende Verteilungsberechnungen.

📅 Parlamentarischer Fahrplan

Die Anfrage ist mit der Antwort des Bundesministeriums der Finanzen vom 12. Oktober 2026 (BT-Drs. 21/8530) abgeschlossen. Das zugrundeliegende Einkommensteuerreformgesetz 2027 durchläuft weiterhin das parlamentarische Verfahren; Ausschussberatungen und die abschließende Abstimmung im Bundestag stehen noch aus.

⚖️ Erwähnte Gesetze
  • Einkommensteuergesetz (EStG)
  • Arbeitszeitgesetz (ArbZG)
📖 Begriffe erklärt
Grundfreibetrag
Einkommensbetrag, bis zu dem keine Einkommensteuer anfällt. Er sichert das steuerliche Existenzminimum und wird regelmäßig angepasst.
Kalte Progression
Effekt, bei dem Lohnerhöhungen, die nur die Inflation ausgleichen, zu einer höheren Steuerbelastung führen, ohne dass die Kaufkraft steigt.
Arbeitnehmerpauschbetrag
Pauschaler Abzug für Werbungskosten bei Arbeitnehmern, der ohne Einzelnachweis vom Bruttolohn abgezogen werden kann.
❓ Häufige Fragen

Was sieht das Einkommensteuerreformgesetz 2027 vor?

Der Gesetzentwurf, den die Bundesregierung am 2. September 2026 beschlossen hat, sieht für 2027 und 2028 Änderungen des Einkommensteuertarifs, des Grundfreibetrags und des Arbeitnehmerpauschbetrags sowie eine Verschiebung ausgewählter Tarifeckwerte vor.

Um wie viel steigt der Grundfreibetrag 2027 und 2028?

Laut Bundesregierung wurde für 2027 eine Erhöhung des Grundfreibetrags um rund 1,7 Prozent und für 2028 um rund 2,7 Prozent unterstellt.

Warum profitieren Geringverdiener wenig von Einkommensteuersenkungen?

Wer wenig verdient, zahlt oft keine oder kaum Einkommensteuer. Entlastungen über den Einkommensteuertarif erreichen diese Gruppe daher nicht oder nur marginal, obwohl sie Sozialversicherungsbeiträge entrichten.

Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/8530 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

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Tags: BundesfinanzenBÜNDNIS 90/ DIE GRÜNENDrucksache 21/8530Einkommensteuerreform 2027GrundfreibetragGrüneKatharina BeckSascha MüllerSozialversicherungSteuerreformVerteilungsgerechtigkeitVO339755

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Bundestag 20.10.2026: Die wichtigsten Drucksachen

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Aus den Ausschüssen – KW23/2026

Aus den Ausschüssen – KW23/2026

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Plenarsaal des Deutschen Bundestages

Heute im Bundestag – 24.09.2026

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Aus den Ausschüssen – KW41/2026

Aus den Ausschüssen – KW41/2026

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Bundesförderung im Bundestag: Kontrolle, Transparenz und Millionenbeträge

Bundesförderung im Bundestag: Kontrolle, Transparenz und Millionenbeträge

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Illustration: Bundestagsdrucksache 21/8525

Migräne: 7,3 Millionen Betroffene, kaum Bundesprogramme

25. Oktober 2026
Illustration: Bundestagsdrucksache 21/8528

Hitzeschäden Verkehr 2026: Datenlücken und VS-Sperren

25. Oktober 2026
Illustration: Bundestagsdrucksache 21/8530

Einkommensteuerreform 2027: Verteilungsdaten fehlen

25. Oktober 2026
Illustration: Bundestagsdrucksache 21/8523

Bahnhofskriminalität: 98.026 Straftaten im ersten Halbjahr 2026

25. Oktober 2026
Illustration: Bundestagsdrucksache 21/8526

RE1 Berlin-Brandenburg: Bausperrungen und 59 Mio. Euro Bahnhof

25. Oktober 2026
Illustration: Bundestagsdrucksache 21/8524

Klimafasten-Kampagne: 4.688 Euro, 72.336 Erreichte

25. Oktober 2026

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Altersteilzeit-Blockmodell: Reform und Fakten 2026

26. August 2026
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Invest in Germany Summit: 5 Mio. Euro, 550 Einladungen

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PMSG in der Schweinezucht: Grüne fragen nach Einsatz und Tierschutz

19. Oktober 2026
Wirtschaft & Finanzen

GAP-Reform 2026: Weniger Kontrollen für Öko-Betriebe und Kleinlandwirte

30. Juli 2026

Neueingänge

  • Migräne: 7,3 Millionen Betroffene, kaum Bundesprogramme
  • Hitzeschäden Verkehr 2026: Datenlücken und VS-Sperren
  • Einkommensteuerreform 2027: Verteilungsdaten fehlen
  • Bahnhofskriminalität: 98.026 Straftaten im ersten Halbjahr 2026
  • RE1 Berlin-Brandenburg: Bausperrungen und 59 Mio. Euro Bahnhof
  • Klimafasten-Kampagne: 4.688 Euro, 72.336 Erreichte
  • Neurotechnologie: Bund fördert BCI-Forschung seit 2018
  • Abschiebungsverbote für Syrer: BAMF-Praxis unter Anfrage
  • Bundesfinanzverwaltung: 63.649 Stellen und ungenutztes Sparpotenzial
  • Active Clubs: ca. 20 rechtsextreme Kampfsportgruppen in Deutschland
  • Rentenversicherung: Statusprüfung IT-Personal dauert an

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