- Deutsches Luftverkehrsangebot 2025 nur bei 89 % des Vorkrisenniveaus
- Kerosinvorräte reichten laut Antrag nur etwa 40 Tage
- Luftverkehrsteuergesetz soll vollständig aufgehoben werden
Im Detail
„Die Politik muss die Luftfahrt in die Lage versetzen, dieses Kerosin kaufen zu können."
Der deutsche Luftverkehr steht unter Druck: Das inländische Flugangebot erreichte 2025 laut dem Bundesverband der Deutschen Luftfahrt (BDL) nur 89 Prozent des Vorkrisenniveaus — während der Rest Europas wächst. Vor diesem Hintergrund beantragt die AfD-Fraktion mit BT-Drs. 21/6353 vom 9. Juni 2026 die vollständige Abschaffung der Luftverkehrsteuer. Die Bundesregierung soll einen Gesetzentwurf vorlegen, der das Luftverkehrsteuergesetz (LuftVStG) ersatzlos aufhebt.
Luftverkehrsteuer als Wettbewerbsnachteil
Die Luftverkehrsteuer gilt für alle Passagierflüge, die von deutschen Flughäfen starten. Nach Darstellung der Antragsteller trifft sie deutsche Fluggesellschaften in einem besonders hart umkämpften Markt: Rund 250 Airlines konkurrieren an europäischen Flughäfen um Passagiere — mehr als auf jedem anderen Kontinent. Hinzu kommt der EU-Emissionshandel (EU-ETS), der die Kostenlast für deutsche Carrier zusätzlich erhöht. Laut Antrag schränkt die Kombination beider Abgaben die Möglichkeit, Kosten im Wettbewerb weiterzugeben, erheblich ein.
Kerosinkrise als akuter Auslöser
Als unmittelbaren Anlass für die Forderung nennt die Fraktion die Kerosinversorgungskrise infolge des Iran-Kriegs. Laut Antrag stammen 75 Prozent der europäischen Kerosineinfuhren aus dem Nahen Osten und werden über die Straße von Hormus transportiert. Europa importiert demnach mehr als 30 Prozent seines Flugbenzins. Deutschland verbrauchte im Jahr 2024 neun Millionen Tonnen Kerosin, von denen 55 Prozent importiert werden. Die Vorräte reichten nach Einschätzung der Antragsteller nur rund 40 Tage. Die Internationale Energieagentur (IEA) habe ebenfalls Engpässe bis Juni 2026 prognostiziert.
Der BDL-Geschäftsführer Joachim Lang wird im Antrag wörtlich zitiert:
„Die Politik muss die Luftfahrt in die Lage versetzen, dieses Kerosin kaufen zu können.“
Die Fraktion argumentiert, dass die Luftverkehrsteuer finanzielle Mittel binde, die stattdessen für den Ankauf von Kerosin auf dem angespannten Weltmarkt gebraucht würden.
Was gilt aktuell?
Das Luftverkehrsteuergesetz ist seit 2011 in Kraft. Es sieht gestaffelte Steuersätze je nach Flugdistanz vor. Die Steuer wird auf den Ticketpreis aufgeschlagen und ist damit für Reisende direkt spürbar. Neben der Luftverkehrsteuer zahlen Airlines in Deutschland über den EU-Emissionshandel zusätzliche Kosten für CO₂-Emissionen. Eine vergleichbare nationale Passagiersteuer erheben nicht alle europäischen Staaten — und außerhalb Europas ist sie noch weniger verbreitet.
Drohende Folgen laut Antrag
Die Antragsteller warnen vor einer Abwanderung von Kapazitäten zu US-amerikanischen und asiatischen Airlines, die ohne vergleichbare nationale Steuern operieren und sich dadurch auf dem globalen Kerosinmarkt besser behaupten könnten. Als mögliche Folgen nennt die Fraktion gestrichene Urlaubsverbindungen, massive Preisanstiege sowie eine sogenannte „Triage“, bei der Frachtflüge gegenüber Passagierflügen priorisiert würden. Jobverluste in der Luftfahrtbranche stünden ebenfalls im Raum.
Der Antrag richtet sich explizit gegen das bestehende Steuerlastgefüge, das nach Auffassung der Fraktion in der Krisensituation besonders kontraproduktiv wirke. Allgemeiner formuliert: Die Luftverkehrsteuer bremse ausgerechnet dann, wenn die Branche Liquidität für den Rohstoffankauf benötige.
Der Antrag trägt die Unterschriften von Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und der gesamten AfD-Fraktion. Er liegt dem Bundestag seit dem 9. Juni 2026 vor. Ausschussberatung und Abstimmung im Plenum stehen noch aus.
Weiterlesen:
- GEG 2025: 9,3 Mrd. Euro Förderung, Vollzugsdaten fehlen
- SPD erfindet neuen Soli, statt Bürger und Unternehmen zu entlasten
- AfD-Fraktion fordert sofortigen Stopp aller Zahlungen in Hochrisikostaaten
Berlin, 12. Juni 2026. Zum vom Telegraph veröffentlichten britischen Kabinettsbericht, wonach zwischen 2015 und 2021 über 28 Milliarden Pfund britischer Steuergelder bei Terroristen, dem Islamischen Staat, kriminellen Banden und fragilen Staaten landeten, erklärt der entwicklungspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Rocco Kever: „Während deutsche Rentner in Altersarmut versinken, Familien von Inflation und… …
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6353 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.





































































