- 130-Tonnen-Castortransporte über 200 Brücken in NRW
- Teilweise Schrittgeschwindigkeit wegen maroder Bausubstanz
- 18 Fragen zu Sicherheit und Tragfähigkeit gestellt
Castortransporte NRW: Brücken-Sicherheit bei 130-Tonnen-Lasten
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6376 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Zwischen dem ehemaligen Kernforschungszentrum Jülich und dem Zwischenlager Ahaus werden radioaktive Materialien transportiert. Ein Transport am 24./25. März 2026 führte zu öffentlicher Aufmerksamkeit, als der WDR berichtete, dass der Transport 200 Brücken passierte und teilweise mit nur 5 km/h fahren musste. Die Transporte sind Teil der Entsorgung radioaktiver Abfälle aus der deutschen Atomforschung.
- 130 Tonnen — Gesamtgewicht der Castortransporte inklusive Transportbehälter und Sicherungstechnik
- 200 Brücken — Anzahl der Brückenbauwerke, die ein Transport zwischen Jülich und Ahaus passiert
- 5 km/h — Reduzierte Geschwindigkeit auf Brücken in schlechtem baulichen Zustand
- 18 Fragen — Umfang der parlamentarischen Anfrage zu Sicherheit und Infrastrukturzustand
Im Detail
Der Transport auf seinem Weg rund 200 Brückenbauwerke passiert, von denen sich einige in einem so schlechten baulichen Zustand befinden, dass sie lediglich mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit (etwa 5 km/h) befahren werden konnten
— WDR-Bericht zitiert in BT-Drs. 21/6376
Schwere Castortransporte mit bis zu 130 Tonnen Gesamtgewicht stellten die Brückeninfrastruktur in Nordrhein-Westfalen vor Herausforderungen. Die Linksfraktion im Bundestag reichte am 10. Juni 2026 eine umfassende Kleine Anfrage ein. Darin erkundigt sie sich nach der Sicherheit der Transportstrecken zwischen dem ehemaligen Kernforschungszentrum Jülich und dem Zwischenlager Ahaus.
Auslöser war ein Transport am 24./25. März 2026, über den der WDR berichtete. Dabei hat der Schwertransport rund 200 Brückenbauwerke passiert. Einige davon sind nur mit Schrittgeschwindigkeit von etwa 5 km/h befahren worden. Diese Geschwindigkeitsbegrenzung zeigt den Zustand der nordrhein-westfälischen Verkehrsinfrastruktur auf.
Was gilt aktuell?
Derzeit erfolgen die Castortransporte auf der Straße zwischen den beiden Standorten. Die Transporte erreichen durch die eingesetzten Transportbehälter und die erforderliche Sicherungstechnik ein Gesamtgewicht von bis zu 130 Tonnen. Zum Vergleich: Ein normaler Lastwagen darf maximal 40 Tonnen wiegen. Diese Belastung macht spezielle Genehmigungen erforderlich.
Die Linksfraktion stellt in ihrer Anfrage 18 detaillierte Fragen. Diese decken verschiedene Sicherheitsaspekte ab – vom baulichen Zustand der betroffenen Brücken nach dem standardisierten Brückenbewertungssystem über mögliche Lastbeschränkungen bis hin zu den durchgeführten statischen Nachweisen. Auch Sicherheitszuschläge bei der Tragfähigkeitsberechnung und spezielle Begutachtungen einzelner Brücken sind Gegenstand der Anfrage.
Risikoanalysen und Notfallpläne gefordert
Ein zentraler Punkt der Anfrage betrifft die Risikoanalysen für mögliche Brückenschäden. Oder ein Versagen von Brücken während eines Transports. Die Abgeordneten fragen auch nach Notfall- und Evakuierungsplänen für den Fall eines Unfalls auf einer Brücke während eines Atomtransports. Diese Aspekte sind relevant, da es sich um radioaktives Material handelt.
Die Fraktion erkundigt sich zudem nach den beteiligten Behörden auf Bundes- und Landesebene sowie nach der Rolle Nordrhein-Westfalens bei der Festlegung und Prüfung der Transportwege. Auch alternative Transportmöglichkeiten wie die Schiene stehen im Fokus der Anfrage.
Temporäre Sicherheitsmaßnahmen im Einsatz
Die Anfrage zeigt, dass bereits temporäre Sicherungsmaßnahmen wie Verkehrseinschränkungen, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Begleitfahrzeuge für die Atomtransporte angeordnet worden sind. Die Antwort auf die Frage wird zeigen, auf welchen Brückenbauwerken die Geschwindigkeit auf Schrittgeschwindigkeit reduziert worden ist und welche Gründe dafür vorgelegen haben.
Die strukturellen Herausforderungen der deutschen Verkehrsinfrastruktur sind seit Jahren dokumentiert. Kommunen stehen vor Finanzierungslücken bei der Sanierung von Brücken und Straßen. Der Fall der Castortransporte zeigt, wie sich der Investitionsstau bei der Infrastruktur auf sicherheitsrelevante Transporte auswirkt.
Die Bundesregierung wird auch nach möglichen Vorfällen bei vergleichbaren Schwertransporten gefragt, bei denen es zu Schäden an Brücken gekommen ist. Diese Information könnte Aufschluss über die Risiken solcher Transporte geben. Auch zeigen, ob die aktuellen Sicherheitsmaßnahmen ausreichen.
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Betroffen sind Anwohner entlang der Transportstrecken in Nordrhein-Westfalen, andere Verkehrsteilnehmer durch mögliche Sperrungen und Geschwindigkeitsbegrenzungen sowie die allgemeine Öffentlichkeit bei Sicherheitsrisiken durch die Kombination aus radioaktivem Material und strukturell belasteter Infrastruktur.
Die Bundesregierung hat 21 Tage Zeit, um auf die Kleine Anfrage zu antworten. Die Antwortfrist läuft bis zum 1. Juli 2026. Die Antwort wird zeigen, ob und welche Sicherheitsprüfungen für die betroffenen Brücken durchgeführt wurden und welche Maßnahmen zum Schutz vor möglichen Unfällen existieren.
- Castortransport
- Transport radioaktiver Abfälle in speziellen Behältern (CASTOR = Cask for Storage and Transport of Radioactive Material).
- Brückenbewertungssystem
- Standardisiertes System zur Bewertung des baulichen Zustands von Brücken mit Noten von 1,0 (sehr gut) bis 4,0 (ungenügend).
Wie schwer sind die Castortransporte?
Die Transporte erreichen durch Transportbehälter und Sicherungstechnik ein Gesamtgewicht von bis zu 130 Tonnen.
Warum fahren die Transporte so langsam?
Einige Brücken befinden sich in so schlechtem Zustand, dass sie nur mit etwa 5 km/h befahren werden können.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6376 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.





































































