Tagesrückblick: 2. September 2026
Der heutige Drucksachentag war geprägt von Anfragen zu Verwaltungsdigitalisierung, Migrationspolitik und sozialen Transferleistungen. Den größten Anteil stellte die AfD mit 15 Drucksachen, die ein breites Themenspektrum von Rohstoffvorräten bis zur Regierungskommunikation abdeckten. Daneben brachten die Grünen einen Antrag zum Transparenzrecht ein, und die Linke richtete das Schlaglicht auf steigende Kantinen- und Lebenshaltungskosten.
Bündnis 90/Die Grünen
Die Grünen-Fraktion reichte einen Antrag zum Bundestransparenzgesetz ein (Drs. 21/7791) und fordert darin ein gesetzlich verankertes Open-Data-Recht. Zwei weitere Drucksachen betreffen laufende Infrastruktur- und Forschungsfragen: Bei Stuttgart 21 steht das Planrechtsverfahren für den Abstellbahnhof Untertürkheim noch aus, eine Machbarkeitsstudie zur Bahnanbindung ist nicht abgeschlossen, und die Deutsche Bahn AG nennt keinen Fertigstellungstermin (Drs. 21/7755). Zur Ukraine-Forschungshilfe geht aus einer Antwort der Bundesregierung hervor, dass seit Kriegsbeginn 2022 rund 182,7 Millionen Euro bereitgestellt wurden; bis 2029 sind über 110 Millionen Euro weitere Mittel geplant (Drs. 21/7756).
AfD
Die AfD-Fraktion legte heute 15 Drucksachen vor — teils bereits beantwortete Kleine Anfragen, teils neu eingereichte. Inhaltliche Schwerpunkte:
- Verwaltung und Digitalisierung: Beim KI-Einsatz in Bundesbehörden verweist die Regierung auf die EU-KI-Verordnung; Kosten für einzelne Systeme sind als VS-NfD eingestuft (Drs. 21/7753). Bei der Justiz-IT gibt es kein verbindliches Meldeverfahren für IT-Ausfälle an Gerichten, obwohl der Bund 410 Millionen Euro für die Justizdigitalisierung bereitstellt (Drs. 21/7692).
- Migration und Abschiebungen: Widerrufsverfahren beim BAMF dauern im Schnitt 38 Monate; zwischen 2023 und Mitte 2026 wurden knapp 30.000 Ausweisungsverfügungen erlassen. Bundesweite Statistiken zu Straftäter- und Gefährderabschiebungen fehlen (Drs. 21/7752).
- Soziales und Löhne: Die Wohngeldreform 2027 lässt laut Regierungsangaben 238.000 Haushalte den Anspruch verlieren; 143.000 davon wechseln in die Grundsicherung (Drs. 21/7689). Die Lohnlücke zwischen Ost und West beträgt bei Männern in Vollzeit noch 746 Euro monatlich (Drs. 21/7684 ff.).
- Rohstoffe und Energie: Deutschland hält keine staatlichen Vorräte kritischer Rohstoffe; EU-Bevorratungsdetails werden noch geprüft (Drs. 21/7684). Zu PCK Schwedt fragt die AfD nach Kraftstoffexporten in die Ukraine (Drs. 21/7770).
- Sonstiges: Im Fall des früheren BSI-Chefs Schönbohm lehnt die Bundesregierung trotz eines OLG-Urteils zugunsten Schönbohms eine Entschädigung ab (Drs. 21/7754). Zur Regierungskommunikation und zu E-Auto-Prämien wurden neue Kleine Anfragen eingereicht (Drs. 21/7771, 21/7768).
Die Linke
Die Linke befasste sich mit Kantinen- und Ernährungskosten im Bundesbereich. Laut Regierungsantwort stieg der Preis einer Kantinenmahlzeit seit 2016 von 4,22 auf 6,20 Euro — ein Anstieg von 47 Prozent. Knapp drei Millionen Menschen gelten nach FAO-Daten als ernährungsunsicher; amtliche Daten zur Ernährungsarmut nach Altersgruppen liegen der Bundesregierung nicht vor (Drs. 21/7686).
Ausblick
Parlamentarisch relevant bleiben vor allem die offenen Kleinen Anfragen der AfD zu E-Auto-Prämien, Regierungs-PR-Kosten und PCK Schwedt, die noch auf Antworten der Bundesregierung warten. Der Grünen-Antrag zum Bundestransparenzgesetz geht in das reguläre Beratungsverfahren; eine Plenardebatte und mögliche Ausschussüberweisung stehen noch aus. Auch die langen BAMF-Widerrufsverfahren und der Stand der Wohngeldreform dürften die parlamentarische Debatte in den kommenden Wochen weiter beschäftigen.
- Bundestransparenzgesetz: Grüne fordern Open-Data-Recht
Drs. 21/7791 · Vorgang VO338732 - KI in der Bundesverwaltung: Regierung verweist auf Gesetze
Drs. 21/7753 · Vorgang VO337594 - Justiz-IT: Kein Meldesystem für Gerichtsausfälle
Drs. 21/7692 · Vorgang VO338106 - Bundeswehr-Kinderbetreuung: 9 Mio. Euro Kosten 2025
Drs. 21/7690 · Vorgang VO337369 - Abschiebungen: Widerrufsverfahren dauern bis 38 Monate
Drs. 21/7752 · Vorgang VO338210 - Bundeszuwendungen: Regierung verweist bei Datenfragen auf frühere Antworten
Drs. 21/7685 · Vorgang VO338124 - Kantinenwesen: Mahlzeit kostet 47 % mehr als 2016
Drs. 21/7686 · Vorgang VO337248 - Fördermittelbescheide: Übergaben des Bundes bis Juni 2026
Drs. 21/7691 · Vorgang VO338130 - Baku-Treffen 2026: Bundesregierung ohne eigene Erkenntnisse
Drs. 21/7687 · Vorgang VO337963 - Wohngeld-Reform 2027: 238.000 Haushalte verlieren Anspruch
Drs. 21/7689 · Vorgang VO338121 - Lohnlücke Ost-West: 746 Euro Unterschied bei Männern 2025
Drs. 21/7757 · Vorgang VO337304 - Kritische Rohstoffe: Deutschland hält keine staatlichen Vorräte
Drs. 21/7684 · Vorgang VO338103 - HdBA: Kosten und Curriculum der BA-Hochschule unter Prüfung
Drs. 21/7769 · Vorgang VO338691 - Regierungs-PR 2025: AfD fragt Kosten für Broschüren und Videos
Drs. 21/7771 · Vorgang VO338704 - Stuttgart 21: Abstellbahnhof Untertürkheim ohne fertige Planung
Drs. 21/7755 · Vorgang VO338041 - Ukraine-Forschungshilfe: 182 Mio. Euro seit Kriegsbeginn
Drs. 21/7756 · Vorgang VO338264 - PCK Schwedt: Kraftstoffexporte in die Ukraine unter Parlamentskontrolle
Drs. 21/7770 · Vorgang VO338703 - BSI-Chef Schönbohm: OLG-Urteil ohne Konsequenzen für Bund
Drs. 21/7754 · Vorgang VO338301 - E-Auto-Prämie: Profitieren chinesische Hersteller mehr?
Drs. 21/7768 · Vorgang VO338690


































































