Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7952 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
- Bundesbehörden zahlen 2025 rund 630 Mio. Euro Jahresmiete
- 198.000 m² Bürofläche bis Ende 2025 eingespart
- Gesamtfläche aller Bundesbehörden bleibt statistisch unklar
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7952 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Verwaltung der zivilen Bundesliegenschaften ist seit 2022 bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) konzentriert, die dem Bundesfinanzministerium untersteht. Der Bundesrechnungshof hatte in seiner Empfehlung (BT-Drs. 20/6530, Abschnitt 22) angemahnt, dass der Bund seine Büroflächen reduzieren muss. Das Bundesfinanzministerium erließ daraufhin 2023 Vorgaben zur 25-prozentigen Flächeneinsparung sowie im Oktober 2024 einen weiteren Erlass zur stufenweisen Absenkung der Büroraumbelegung auf 75 Prozent. Baumaßnahmen der BImA durchlaufen seit der Reform von 2022 nicht mehr das parlamentarische Haushaltsaufstellungsverfahren, was die parlamentarische Kontrolle einschränkt.
- 630 Mio. Euro — Mietausgaben der Bundesbehörden für Drittanmietungen im Jahr 2025
- 119,8 Mio. Euro — Mietausgaben im Jahr 2021 (Ausgangswert vor dem Anstieg)
- 198.000 m² — eingesparte Bürofläche bis Ende 2025 durch das Flächenreduktionsprogramm
- rund 300 — bereits beendete Mietverträge im Rahmen des Sparprogramms
- 19,3 Mio. Euro — höchste Einzeljahresmiete (Bundeskriminalamt, Berlin, 30.854 m²)
Im Detail
Bis Jahresende 2025 ergab sich eine Einsparung von insgesamt 198 000 m² Bürofläche. Es wurden bereits rund 300 Mietverträge beendet.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/7952, S. 5
Die Bundesbehörden geben immer mehr Steuergeld für angemietete Büroflächen aus: Im Jahr 2025 beliefen sich die Mietausgaben aller Ressorts und Geschäftsbereichsbehörden auf rund 630 Millionen Euro — mehr als fünfmal so viel wie 2021, als die Gesamtsumme noch bei rund 120 Millionen Euro lag. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (BT-Drs. 21/7952, übermittelt vom Bundesministerium der Finanzen am 7. September 2026) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor.
Mietausgaben verfünffacht — Bundesbüro-Mietausgaben im Detail
Den größten Anteil an den Bundesbüro-Mietausgaben trägt das Bundesinnenministerium (BMI) mit seinen nachgeordneten Behörden: Allein die Bundespolizei und das Bundeskriminalamt machen einen erheblichen Teil der insgesamt rund 177 Millionen Euro aus, die dem BMI-Ressort 2025 zugerechnet werden. Das Bundesverteidigungsministerium (BMVg) folgt mit rund 41,5 Millionen Euro. Stark gestiegen sind auch die Ausgaben des Bundeswohnungsbauministoriums (BMWSB), das 2021 noch keine Mietausgaben ausweist, 2025 aber rund 10,3 Millionen Euro verbucht.
Die teuersten Einzelanmietungen listet die Drucksache ebenfalls auf: Das Bundeskriminalamt mietet in Berlin rund 30.850 m² für 19,3 Millionen Euro jährlich an — Vertragslaufzeit bis Juli 2036. Das Deutsche Patent- und Markenamt in München zahlt für rund 44.700 m² rund 18,8 Millionen Euro pro Jahr. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie belegt in Berlin 21.375 m² für knapp 13 Millionen Euro jährlich.
Was gilt aktuell beim Bundesflächensparprogramm?
Das Bundesministerium der Finanzen hat den Ressorts im Jahr 2023 verbindlich vorgegeben, den Büroflächenbedarf um 25 Prozent zu reduzieren. Als Berechnungsgrundlage gilt ein Anwesenheitsfaktor von 75 Prozent der im Haushaltsplan aufgeführten Stellen, multipliziert mit 18 m² je Arbeitsplatz (inklusive Besprechungs-, Pausen- und Lagerräume). Ein weiterer Erlass vom Oktober 2024 schreibt diese Vorgabe auch für den Bestand fest und sieht vor, zunächst Drittanmietungen zu beenden. Die BImA berät die Behörden bei der Umsetzung.
Bis Ende 2025 hat das Programm laut Bundesregierung eine Einsparung von 198.000 m² Bürofläche erbracht; rund 300 Mietverträge wurden beendet. Konkrete monetäre Einspareffekte über die Abmietungen hinaus lassen sich nach Angaben der Bundesregierung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht belastbar beziffern.
Gesamtfläche bleibt statistisch unbekannt
Auf die Kernfragen der Anfrage — wie viel Bürofläche der Bund insgesamt nutzt, wie sie sich seit 2015 entwickelt hat und wie groß die Fläche je Beschäftigtem ist — erteilt die Bundesregierung keine konkreten Antworten. Daten zur Bürofläche (Nutzungsfläche nach DIN 277) lägen für bundeseigene und angemietete Liegenschaften nicht konsistent vor. Eine belastbare Gesamtauswertung sei daher derzeit nicht möglich. Der Bundesrechnungshof hatte in seiner Empfehlung (BT-Drs. 20/6530) explizit gefordert, dass der Bund seine Büroflächen reduziert — was eine vollständige Datenbasis zur Erfolgsmessung voraussetzt.
Dutzende Bauprojekte in Planung und Realisierung
Die Antwort enthält zudem eine umfangreiche Übersicht über laufende und geplante Neubau-, Erweiterungs- und Generalsanierungsvorhaben. Besonders groß dimensioniert sind der Postblock-Nord-Neubau in Berlin (Ministeriumsnutzung, 38.806 m² Nutzungsfläche, Projektkostenprognose 673,3 Millionen Euro, Fertigstellung 2033) und der Erweiterungsbau des Bundesministeriums für Umwelt, Klima und Naturschutz (BMUKN) in Berlin (31.513 m², 402,2 Millionen Euro, Fertigstellung 2029). Bei einzelnen Projekten zeigen sich deutliche Kostensteigerungen gegenüber den ursprünglichen Ansätzen: Der Neubau des Ostgebäudes des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe weist eine Abweichung von 47 Prozent aus.
Die parlamentarische Kontrolle über BImA-Baumaßnahmen wurde 2026 neu geregelt: Die Wertgrenze für die Befassung des BImA-Verwaltungsrats wurde mit Rundschreiben vom 25. Juni 2026 von 6 auf 10 Millionen Euro angehoben; für den Geschäftsbereich des Bundesverteidigungsministeriums gilt künftig eine Grenze von 20 Millionen Euro. Die geänderte RBBau trat am 31. Juli 2026 in Kraft. Baumaßnahmen unterhalb dieser Grenzen werden dem Bundestag damit nicht mehr einzeln vorgelegt — ein Aspekt, den die anfragende Fraktion in ihrer Vorbemerkung explizit thematisiert hatte.
Den Zusammenhang zwischen steigenden Ausgaben und politischen Sparzwängen beleuchtet auch der Beitrag zur automatischen Inflationsanpassung bei der Einkommensteuer, der die Haushaltsdebatte aus anderer Perspektive darstellt.
Weiterlesen:
Betroffen sind alle Bundesministerien, nachgeordneten Bundesbehörden und deren Beschäftigte, die in angemieteten oder bundeseigenen Büroflächen arbeiten. Mittelbar betrifft das Thema alle Steuerzahler, da die Mietausgaben aus dem Bundeshaushalt finanziert werden. Besonders hohe Mietaufwendungen entstehen beim Bundesverteidigungsministerium (BMVg) mit rund 41,5 Millionen Euro im Jahr 2025 sowie beim Bundesinnenministerium (BMI) mit rund 177 Millionen Euro.
Zu den zentralen Fragen 1 bis 3 nach Gesamtbürofläche, Flächenentwicklung seit 2015 und Fläche je Beschäftigtem verweist die Bundesregierung pauschal auf eine divergente Datenlage und erteilt keine konkreten Zahlen. Mietausgaben und Bauprojekte werden dagegen detailliert in Anlagen beantwortet.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. Bundesbüros: Flächen, Kosten und Einsparvorgaben unter der Lupe →
- BImA
- Bundesanstalt für Immobilienaufgaben — die zentrale Immobilienverwaltung des Bundes, zuständig für Erwerb, Verwaltung und Verkauf von Bundesliegenschaften.
- RBBau
- Richtlinien für die Durchführung von Bauaufgaben des Bundes — verbindliche Planungs- und Kostenregelungen für Bundesbaumaßnahmen.
- Drittanmietung
- Anmietung von Büroflächen bei privaten Eigentümern über die BImA, im Gegensatz zur Nutzung bundeseigener Liegenschaften.
Wie viel zahlt der Bund für angemietete Büros?
Im Jahr 2025 beliefen sich die Mietausgaben aller Bundesbehörden für Drittanmietungen auf rund 630 Millionen Euro. 2021 waren es noch rund 120 Millionen Euro.
Welche Behörde mietet am teuersten an?
Laut Drucksache zahlt das Bundeskriminalamt in Berlin mit rund 19,3 Millionen Euro die höchste Jahresmiete für einen einzelnen Mietvertrag, gefolgt vom Deutschen Patent- und Markenamt in München mit rund 18,8 Millionen Euro.
Was sieht das Flächensparprogramm des Bundes vor?
Das Bundesfinanzministerium hat 2023 eine Flächeneinsparung von 25 Prozent für Büronutzungen vorgegeben. Als Anwesenheitsfaktor werden 75 Prozent der Stellen zugrunde gelegt, was modernen Arbeitsformen wie Homeoffice Rechnung trägt.

































































