Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/8120 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
- PISA 2025: 99 Punkte Rückstand bei Schülern der ersten Einwanderergeneration
- AfD fordert bundesweite Deutschpflicht vor der Einschulung
- Deutschland hat größte PISA-Lücke unter 36 europäischen Ländern
Hintergrund
Im September 2026 veröffentlichte die OECD die Ergebnisse der PISA-Studie 2025, die erneut einen Leistungsrückgang deutscher Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften dokumentiert. Die Studie weist für Deutschland die größte Leistungsdifferenz zwischen einheimischen Schülern und Schülern der ersten Einwanderergeneration unter allen 36 erfassten europäischen Ländern aus. Die AfD-Fraktion sieht in diesen Zahlen einen direkten kausalen Zusammenhang mit der Einwanderungspolitik der Bundesregierung und hat darauf reagierend BT-Drs. 21/8120 eingebracht.
- 504 Punkte — Mittelwert einheimischer Schüler ohne Migrationshintergrund in PISA 2025 (Naturwissenschaften, Lesen, Mathematik).
- 454 Punkte — Schüler der zweiten Generation (in Deutschland geboren, Eltern zugewandert); Rückstand von 50 Punkten.
- 405 Punkte — Schüler der ersten Generation (selbst im Ausland geboren); Rückstand von 99 Punkten.
- 98 Punkte Gesamtdifferenz — größte Differenz zwischen einheimischen Schülern und erster Generation unter 36 berücksichtigten europäischen Ländern.
Im Detail
Bildungserfolg setzt eine gemeinsame sprachliche und kulturelle Basis voraus. Wenn diese Basis erodiert, droht eine dauerhafte Bildungskatastrophe, die erhebliche Auswirkungen auf die deutsche Volkswirtschaft und damit unseren Wohlstand haben wird.
— BT-Drs. 21/8120, Antragsbegründung AfD
Die PISA-Studie 2025 weist für Deutschland die größte Leistungslücke zwischen einheimischen Schülern und Schülern der ersten Einwanderergeneration unter allen 36 erfassten europäischen Ländern aus. Einheimische Schüler ohne Migrationshintergrund erzielten im Mittelwert über Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik 504 Punkte; Schüler der ersten Generation, die selbst im Ausland geboren wurden, erreichten lediglich 405 Punkte — ein Rückstand von 99 Punkten. Die AfD-Fraktion hat diese Zahlen zum Anlass genommen, am 22. September 2026 den Antrag BT-Drs. 21/8120 einzubringen.
Fünf Forderungen der AfD zu PISA 2025 und Einwanderungspolitik
Der Antrag enthält fünf konkrete Forderungen an die Bundesregierung. Erstens sollen künftige Bildungsstudien den Zusammenhang zwischen dem Anteil von Schülern mit nicht-deutscher Herkunft und dem PISA-Abschneiden Deutschlands statistisch lückenlos erfassen und ausweisen. Zweitens fordert die Fraktion eine bundesweite Vorschul- und Sprachpflicht: Kein Kind soll demnach in eine reguläre Grundschulklasse eingeschult werden, das nicht über die erforderlichen Deutschkenntnisse verfügt; bei Defiziten ist die Teilnahme an verpflichtenden Deutsch-Vorbereitungsklassen vorzuschreiben. Drittens sollen Schulen das Recht erhalten, Klassen nach dem tatsächlichen Leistungs- und Sprachstand zu bilden, um leistungsstarke Schüler nicht zu unterfordern.
Die vierte Forderung zielt darauf ab, Schulen wieder als Orte der Wissensvermittlung zu positionieren. Laut Antrag sollen ideologische Curricula und eine übermäßige Belastung der Schulen mit integrationspolitischen Aufgaben auf Kosten der Kernfächer beendet werden. Die fünfte und weitreichendste Forderung verknüpft Bildungspolitik direkt mit Migrationspolitik: Eine erfolgreiche Bildungspolitik sei, so die Antragsteller, untrennbar mit einer Begrenzung und Steuerung der Einwanderung auf Grundlage des Bildungsstands der Einwanderer sowie der Rückführung nicht integrierbarer und ausreisepflichtiger Ausländer verbunden.
Was gilt aktuell?
Bildung ist in Deutschland Ländersache. Die Bundesregierung hat im Bereich der Vorschulpflicht oder der Klassenbildung keine direkte Regelungskompetenz; Änderungen erfordern eine enge Zusammenarbeit mit den Bundesländern. Eine bundesweit einheitliche Sprachstandprüfung vor der Einschulung existiert nicht; die Länder regeln dies unterschiedlich. Einige Länder kennen bereits verpflichtende Vorschulsprachkurse für Kinder mit festgestellten Defiziten, eine bundesweite Harmonisierung steht jedoch aus. Die PISA-Studie selbst benennt neben dem Migrationshintergrund weitere Einflussfaktoren wie den sozioökonomischen Status der Familien.
Einordnung der PISA-2025-Zahlen
Die im Antrag zitierten PISA-2025-Daten stammen laut Quellenangaben aus dem OECD-Berichtband sowie dem nationalen Berichtsband des Zentrums für Internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB). Die Studie weist für Deutschland eine Gesamtdifferenz von 98 Punkten zwischen einheimischen Schülern und Schülern der ersten Generation aus. Die Antragsteller werten dies als klaren Beleg für ihre Kausalitätsthese. Die PISA-Studie selbst flankiert diesen Befund nach eigenen Angaben jedoch mit weiteren Einflussfaktoren; Bildungsforscher diskutieren den relativen Beitrag einzelner Faktoren wie sozioökonomischer Herkunft, Schulressourcen und Sprachförderung kontrovers.
Rund 55 Abgeordnete der AfD-Fraktion haben den Antrag unterzeichnet, der von den Fraktionsvorsitzenden Dr. Alice Weidel und Tino Chrupalla mitgetragen wird. Bildungspolitisch schließt der Vorstoß an frühere Debatten über Reformen im deutschen Bildungs- und Ausbildungssystem an. Auch Fragen der Arbeitsmarktintegration sind eng mit den hier diskutierten Bildungsthemen verknüpft.
Weiterlesen:
Der Antrag betrifft alle Schülerinnen und Schüler an deutschen Schulen, insbesondere Kinder mit und ohne Migrationshintergrund in städtischen Ballungsräumen. Darüber hinaus richtet er sich an Lehrkräfte, die laut Antragsbegründung durch die bestehenden Herausforderungen überfordert werden, sowie an Eltern, die eine stärkere Leistungsorientierung in der Schule erwarten.
Der Antrag wurde am 22. September 2026 eingebracht und steht am Beginn des parlamentarischen Verfahrens. Als nächste Schritte sind die Zuweisung an den zuständigen Ausschuss, die Ausschussberatung sowie die abschließende Abstimmung im Bundestags-Plenum vorgesehen.
- PISA-Studie
- Programme for International Student Assessment — eine internationale Schulleistungsstudie der OECD, die alle drei Jahre Kompetenzen 15-Jähriger in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften misst.
- Erste Einwanderergeneration
- Schülerinnen und Schüler, die selbst im Ausland geboren wurden und nach Deutschland eingewandert sind — im Unterschied zur zweiten Generation, die in Deutschland geboren wurde, aber Eltern mit Migrationshintergrund hat.
- Leistungsorientierte Klassenbildung
- Das Konzept, Schulklassen nach dem tatsächlichen Leistungs- und Sprachstand der Schüler zusammenzusetzen, um gezielte Förderung zu ermöglichen.
Was zeigen die PISA-2025-Daten laut dem Antrag?
Laut Antrag erreichen Schüler ohne Migrationshintergrund 504 Punkte, Schüler der zweiten Generation 454 Punkte und Schüler der ersten Generation 405 Punkte — eine Differenz von 99 Punkten, die größte unter 36 europäischen Ländern.
Was fordert die AfD konkret für die Einschulung?
Die Fraktion fordert, dass kein Kind ohne ausreichende Deutschkenntnisse in eine reguläre Grundschulklasse eingeschult wird. Kinder mit Defiziten sollen verpflichtend intensive Deutsch-Vorbereitungsklassen besuchen.
Welchen Status hat der Antrag derzeit?
Der Antrag ist am 22. September 2026 eingebracht worden und steht noch am Beginn des parlamentarischen Verfahrens. Ausschussberatung und Abstimmung im Plenum stehen noch aus.

































































