- 7.691 Kriegsdienstverweigerungs-Anträge 2025 gestellt
- 2.075 Anträge wurden anerkannt
- 549.513 Euro Personalkosten für Bearbeitung
Kriegsdienstverweigerung 2025: 7.691 Anträge eingereicht
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6251 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Zahlen zeigen einen deutlichen Anstieg der Kriegsdienstverweigerung seit der Diskussion über eine mögliche Wiedereinfürhung der Wehrpflicht. Das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz trat zum 1. Januar 2026 in Kraft, der Wehrdienst bleibt zunächst freiwillig. Verteidigungsminister Boris Pistorius hat jedoch die Option einer vollständigen Wiedereinführung der Wehrpflicht offen gehalten, was nach Ansicht der Linken zu Verunsicherung führt.
- 7.691 — Gesamtzahl der Kriegsdienstverweigerungs-Anträge 2025
- 5.923 — Anträge von Ungedienten, der größten Gruppe
- 2.075 — Anerkannte Anträge insgesamt
- 376 — Widersprüche gegen Ablehnungsbescheide
- 549.513 Euro — Personalkosten für die Bearbeitung 2025
Im Detail
Politisches Handeln und die begleitende Debatte sowie der öffentliche Diskurs verunsichern und verängstigen viele Menschen, vor allem junge Männer.
— Vorbemerkung Die Linke BT-Drs. 21/5956
Die Zahl der Kriegsdienstverweigerungs-Anträge bewegte sich 2025 auf einem hohen Niveau. Bei der Bundeswehr gingen insgesamt 7.691 entsprechende Anträge ein, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken hervorgeht (BT-Drs. 21/6251). Den größten Anteil stellten die Ungedienten mit 5.923 Anträgen. 1.576 Reservisten reichten ebenfalls Anträge ein.
2.075 Anträge wurden anerkannt – dabei handelte es sich um 683 von Ungedienten, 1.283 von Reservisten und 109 von aktiven Soldaten. Als unzulässig stuften die Behörden 816 Anträge ein. Lediglich drei wurden aus inhaltlichen Gründen abgelehnt. Gegen 376 Ablehnungsbescheide legten die Betroffenen Widerspruch ein. Davon waren 13 erfolgreich.
Was gilt aktuell?
Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes verankert das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung. Freiwillige und Soldaten auf Zeit können dieses Recht seit der Aussetzung der Wehrpflicht 2011 ebenfalls in Anspruch nehmen. Die Gewissensgründe der Antragsteller prüft das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) in einem individualisierten Verfahren.
Hintergrund der steigenden Zahlen
Einen direkten Zusammenhang zwischen der Debatte über eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht und den hohen Antragszahlen sieht die Linken-Fraktion. Politisches Handeln und die begleitende Debatte würden „viele Menschen, vor allem junge Männer“ verunsichern und verängstigen, heißt es in ihrer Vorbemerkung. Deutschland müsse angesichts der Sicherheitslage wieder „kriegstüchtig“ werden, hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius wiederholt betont.
Verfahrensdauer bleibt unklar
Über die durchschnittliche Bearbeitungsdauer der Anträge macht die Bundesregierung keine Angaben. Die Bearbeitung erfolgt „einzelfallbezogen“ und ist „sehr individuell“, heißt es in der Antwort. Eine durchschnittliche Bearbeitungszeit wird nicht erhoben. Antragstellern fällt es dadurch schwer, die Dauer ihres Verfahrens einzuschätzen.
549.513 Euro kostete 2025 das Personal, das die KDV-Anträge bearbeitet – ein Anstieg gegenüber den 486.609 Euro im Jahr 2024. Vor Verwaltungsgerichten liefen 106 Klagen gegen Ablehnungsbescheide. Bis Mai 2026 wurden erst drei entschieden – alle zugunsten der Behörde.
Kriegsdienstverweigerung ist ein Grundrecht: Wer aus Gewissensgründen nicht mit der Waffe dienen will, kann dies beantragen – auch als Freiwilliger oder Berufssoldat.
Wie junge Menschen auf sicherheitspolitische Debatten reagieren, zeigen die hohen Antragszahlen. Sollte die Wehrpflicht tatsächlich wieder eingeführt werden, dürfte die Zahl der Verweigerer weiter steigen. Das BAFzA muss dann entsprechende Kapazitäten vorhalten, um das verfassungsgarantierte Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung zu gewährleisten.
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Betroffen sind vor allem junge Männer im wehrpflichtigen Alter, die vorsorglich Anträge stellen. Auch bereits dienende Soldaten und Reservisten können Kriegsdienstverweigerung beantragen. Das zuständige Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben muss mit steigenden Antragszahlen umgehen.
Die Bundesregierung beantwortet die meisten Fragen mit konkreten Zahlen, verweist jedoch bei Personalfragen auf frühere Antworten und gibt an, dass durchschnittliche Bearbeitungszeiten nicht erfasst werden.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 01.06.2026) Die Linke prüft Kriegsdienstverweigerung nach Wehrpflicht-Plänen →
- Kriegsdienstverweigerung
- Grundrecht nach Artikel 4 Absatz 3 Grundgesetz, das es ermöglicht, den Kriegsdienst mit der Waffe aus Gewissensgründen zu verweigern.
- BAFzA
- Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben – zuständige Behörde für die Prüfung von Kriegsdienstverweigerungs-Anträgen.
Wie viele Kriegsdienstverweigerungs-Anträge wurden 2025 gestellt?
Insgesamt gingen 7.691 Anträge bei der Bundeswehr ein, davon 5.923 von Ungedienten und 1.576 von Reservisten.
Wie viele Anträge wurden anerkannt?
2.075 Anträge wurden anerkannt: 683 von Ungedienten, 1.283 von Reservisten und 109 von aktiven Soldaten.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6251 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.



























































