- 150.915 Menschen in Bayern bezogen 2025 Grundsicherung im Alter
- Armutsquote bei Frauen ab 65 Jahren liegt laut Paritätischem bei 21,3 Prozent
- Bayern hat 5,8 Mio. Pflichtversicherte und 2,9 Mio. Rentner — Verhältnis 2,0
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7360 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Fraktion Die Linke hatte die Kleine Anfrage BT-Drs. 21/7103 eingereicht, um aktuelle Daten zur Altersarmut in Bayern zu erhalten. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales übermittelte die Antwort am 24. Juli 2026. Hintergrund ist die anhaltend hohe Armutsbetroffenheit älterer Menschen: Laut dem Paritätischen Armutsbericht 2026 waren 2025 bundesweit über 13,3 Millionen Menschen von Armut betroffen. Frauen ab 65 Jahren sind mit einer Armutsquote von 21,3 Prozent überdurchschnittlich betroffen, bei Männern liegt der Wert bei 17,3 Prozent. Als Ursache nennt auch die Bundesregierung selbst im Neunten Altersbericht die traditionelle Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern.
- 150.915 — Menschen in Bayern bezogen Ende 2025 Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (2016: 122.019).
- 1.283.860 — Grundsicherungsempfänger bundesweit Ende 2025, davon 627.385 Männer und 656.475 Frauen.
- 1.449 Euro/Monat — Durchschnittlicher Rentenzugang Altersrente Männer Bayern 2025; Frauen lagen bei 989 Euro/Monat.
- 5.800.564 — Pflichtversicherte in Bayern zum 31.12.2024 bei 2.901.266 Rentnern (Verhältnis 2,00).
- 95,2 % — Anteil der Erwerbsminderungsrenten mit Abschlägen am gesamten Rentenzugang 2025 bundesweit; durchschnittliche Abschlagshöhe 129 Euro/Monat.
Im Detail
Der beste Schutz gegen Altersarmut sind eine gute Ausbildung, durchgehende Erwerbsbiografien mit anständigen Löhnen und die Absicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung flankiert durch betriebliche Altersversorgung und private Zusatzvorsorge.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/7360, Frage 19
In Bayern lebten Ende 2025 rund 150.915 Menschen, die auf Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung angewiesen waren — das sind mehr als 23 Prozent mehr als noch 2016, als die Zahl bei 122.019 lag. Bundesweit erhielten zuletzt 1.283.860 Menschen diese Sozialleistung. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hervor, die am 27. Juli 2026 als BT-Drs. 21/7360 veröffentlicht wurde.
Das Thema Altersarmut steht politisch unter Druck: Laut dem Paritätischen Armutsbericht 2026 waren im Jahr 2025 bundesweit über 13,3 Millionen Menschen von Armut betroffen. Besonders deutlich trifft es Frauen im Rentenalter: Mit einer Armutsquote von 21,3 Prozent bei Frauen ab 65 Jahren gegenüber 17,3 Prozent bei Männern gleichen Alters zeigt sich ein erhebliches Gefälle. Das bedeutet rechnerisch: Etwa jede fünfte Frau ab 65 Jahren ist von Altersarmut betroffen.
Altersarmut in Bayern: Aktuelle Rentendaten
Der durchschnittliche Rentenzahlbetrag im Rentenzugang 2025 lag in Bayern bei Altersrenten für Männer bei 1.449 Euro pro Monat, für Frauen bei 989 Euro. Im Rentenbestand zum 31. Dezember 2025 zeigt sich ein ähnliches Bild: Männer kamen auf durchschnittlich 1.517 Euro, Frauen auf 956 Euro. Damit liegt Bayern bei Männerrenten leicht über dem Bundesdurchschnitt (1.531 Euro im Bestand), bei Frauenrenten leicht darunter (bundesweit: 1.025 Euro). Ein direkter Vergleich mit den ostdeutschen Ländern fällt auf: Frauen in Brandenburg erhalten im Bestand durchschnittlich 1.328 Euro — deutlich mehr als bayerische Rentnerinnen. Dies erklärt sich durch die historisch höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen in der DDR.
Von den bayerischen Rentnerinnen und Rentnern mit mindestens 40 Versicherungsjahren erhielten laut Drucksache 21/7360 rund 300.848 Frauen eine Altersrente von unter 1.446 Euro monatlich — gegenüber 170.862 Männern in derselben Gruppe. Das verdeutlicht, dass auch langjährige Versicherungszeiten keine ausreichende Absicherung gegen geringe Renten garantieren, weil Teilzeitarbeit und Betreuungszeiten die Rentenpunkte drücken.
Was gilt aktuell bei der Grundsicherung im Alter?
Die Grundsicherung im Alter ist eine bedarfsgeprüfte Sozialleistung nach dem 4. Kapitel SGB XII, die Menschen ab der Regelaltersgrenze oder dauerhaft voll Erwerbsgeminderte erhalten, sofern sie ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenem Einkommen bestreiten können. In Bayern betrug der Anteil der Grundsicherungsempfänger an der Bevölkerung ab Regelaltersgrenze zuletzt (2024) rund 3,6 Prozent — beim Bundesdurchschnitt von 4,1 Prozent und deutlich unter den Werten für Hamburg (10,5 Prozent) oder Berlin (8,8 Prozent). Die Zahlen für 2025 zu diesem Anteil liegen noch nicht vor.
Bemerkenswert ist die Entwicklung der Grundsicherungsfälle im Alter mit Rentenbezug: In Bayern stieg die Zahl von 54.076 (2016) auf 64.130 (2025) — ein Plus von fast 19 Prozent. Bundesweit liegt der Anteil der Grundsicherungsempfänger im Alter an allen Altersrentnern nach Regelaltersgrenze bei 3,1 Prozent (2025). Ähnliche Entwicklungen dokumentiert die Kinder-Psychotherapie-Anfrage zur Versorgungslage 2026, die ebenfalls Lücken in der sozialen Absicherung bestimmter Bevölkerungsgruppen thematisiert.
Erwerbsminderungsrenten: Abschläge bleiben hoch
Fast alle neuen Erwerbsminderungsrenten sind mit Abschlägen belastet: Im Rentenzugang 2025 wiesen bundesweit 95,2 Prozent aller Erwerbsminderungsrenten Abschläge auf. Die durchschnittliche Abschlagshöhe stieg von 89 Euro monatlich im Jahr 2016 auf 129 Euro im Jahr 2025. In Bayern lag sie 2025 bei 134 Euro für Männer und 128 Euro für Frauen. Da diese Abschläge dauerhaft gelten, münden viele Erwerbsminderungsrentner in die Altersarmut. In Bayern bezogen 2025 rund 14.590 Menschen Grundsicherung bei Erwerbsminderung mit Rentenbezug — ein Rückgang gegenüber 2016 (18.902), der auf veränderte Rentenregelungen zur Erwerbsminderung zurückzuführen ist.
Die Zahl der geringfügig Beschäftigten in Bayern ohne Rentenversicherungsbeitrag ist mit 1.449.683 die zweithöchste aller Bundesländer. Davon leisten nur 260.278 den vollen Rentenversicherungsbeitrag — rund 18 Prozent. Die große Mehrheit (1.138.761 Personen) zahlt lediglich den Pauschalbeitrag des Arbeitgebers. Dies verfestigt künftige Altersarmut, insbesondere bei Frauen, die überproportional in geringfügiger Beschäftigung tätig sind. Ähnliche strukturelle Fragen zur Alterssicherung thematisiert auch der Artikel zur KfW-Klimastrategie, der Investitionsentscheidungen mit Langzeitwirkung analysiert.
Verhältnis Pflichtversicherte zu Rentnern
Ein zentraler Indikator für die finanzielle Stabilität der Rentenversicherung ist das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenempfängern. In Bayern kamen zum 31. Dezember 2024 rund 5,8 Millionen Pflichtversicherte auf 2,9 Millionen Rentner — ein Verhältnis von 2,0. Das liegt über dem Bundesdurchschnitt von 1,74 und deutlich über ostdeutschen Ländern wie Mecklenburg-Vorpommern (1,19) oder Sachsen-Anhalt (1,24), wo die demografische Belastung besonders hoch ist. Hamburg weist mit 2,40 das günstigste Verhältnis auf.
Auf die Frage, ob die Bundesregierung ein besonders hohes Armutsgefährdungsrisiko in Bayern sieht und welche spezifischen Maßnahmen sie ergreife, antwortete die Regierung: Bundeslandspezifische Maßnahmen gegen Altersarmut sind seitens der Bundesregierung grundsätzlich nicht vorgesehen. Als Schutz verweist sie auf Grundsicherung, gute Ausbildung und durchgehende Erwerbsbiografien. Die Strukturdaten zu sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung für die Altersgruppe 60 bis 65 Jahre zeigen, dass in Bayern 2025 rund 54,5 Prozent dieser Altersgruppe noch sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren. Weitere parlamentarische Debatten zu Rentenfragen und Infrastruktur finden sich im Bericht über den Schienengüterverkehr und seinen gesellschaftlichen Wirkungen.
Weiterlesen:
- Entwicklungszusammenarbeit: GIZ und KfW unter Kostenkontrolle
- KI und Arbeitsmarkteinstieg: 9 Fragen an die Bundesregierung
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Betroffen sind vor allem Rentnerinnen und Rentner in Bayern und Deutschland, insbesondere Frauen mit gebrochenen Erwerbsbiografien, Teilzeitbeschäftigten sowie Menschen mit Erwerbsminderungsrenten. Ende 2025 bezogen bundesweit rund 1.283.860 Menschen Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Besonders betroffen sind Stadtstaaten wie Hamburg und Berlin, wo der Anteil der Grundsicherungsempfänger an der Bevölkerung ab 65 Jahren mit 10,5 bzw. 8,8 Prozent (2024) deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 4,1 Prozent liegt.
Die Bundesregierung beantwortet mehrere Fragen durch Verweis auf frühere Drucksachen (20/12534, 21/1421) und stellt aktuelle Daten nur im Anhang bereit. Für Frage 7 und 15 verweist sie auf den Alterssicherungsbericht 2024, da länderspezifische Daten nicht vorliegen. Bei Frage 12 und 13 verweist sie auf externe Statistikportale statt direkte Daten zu liefern.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. Altersarmut in Bayern: 21,3 % der Frauen ab 65 betroffen →
- Armutsrisikoquote (ARQ)
- Statistisches Maß für den Anteil der Bevölkerung mit einem Einkommen unterhalb von 60 Prozent des mittleren Nettoäquivalenzeinkommens. Sie misst relative Einkommensarmut, nicht absolute Bedürftigkeit.
- Grundsicherung im Alter
- Sozialleistung nach dem 4. Kapitel SGB XII für Menschen ab Regelaltersgrenze oder dauerhaft voll Erwerbsgeminderte, die ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mitteln bestreiten können.
- Erwerbsminderungsrente mit Abschlägen
- Wer vor der Regelaltersgrenze eine Erwerbsminderungsrente bezieht, erhält dauerhaft Abschläge auf den Rentenbetrag. 2025 erhielten bundesweit 95,2 Prozent aller neuen Erwerbsminderungsrenten solche Abschläge.
Wie viele Menschen in Bayern erhalten Grundsicherung im Alter?
Ende 2025 bezogen in Bayern 150.915 Menschen Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, davon 70.825 Männer und 80.095 Frauen.
Wie hoch ist die durchschnittliche Altersrente in Bayern?
Im Rentenzugang 2025 betrug der durchschnittliche Rentenzahlbetrag bei Altersrenten in Bayern 1.449 Euro/Monat für Männer und 989 Euro/Monat für Frauen.
Plant die Bundesregierung spezifische Maßnahmen gegen Altersarmut in Bayern?
Nein. Laut BT-Drs. 21/7360 sind bundeslandspezifische Maßnahmen gegen Altersarmut seitens der Bundesregierung grundsätzlich nicht vorgesehen.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7360 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

































































